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Was ist für mich darin?

@ istockphoto.comAm Wochenende habe ich ein altes Interview mit Jay Abraham gehört. Er kann inzwischen als einer der Altmeister im Marketing gelten. Wenn er zu einem Kunden gerufen wird, ist sein Stundenhonorar höher als das Monatseinkommen so manchen Mitarbeiters.  Doch das was er verkauft, ist nicht wirklich besonders. „Kunden lassen sich immer dann bewegen, wenn für sie sofort klar wird, was für sie drin ist.“ Schon Peter Drucker sagte: „Marketing ist Denken aus Kundensicht.“

Wie verdient Abraham $ 3.000 pro Stunde?

In dem Interview hieß es, er nehme $ 3.000 pro Stunde und das war vor über 15 Jahren! Wie schafft er das, war meine Frage. Weiterlesen

Danke – ein einseitiges Erlebnis

danke-2007_mini.gifVor kurzem habe ich einer Kollegin den Kontakt zu meiner Literaturagentin vermittelt. Daraus entwickelt sich jetzt ein ausgesprochen spannendes Buchprojekt. Mich persönlich hat das nicht viel gekostet. Denn es entstand aus einer beiläufigen Bemerkung meiner Literaturagentin, dass die Verlage derzeit fieberhaft Bücher über Frauenschicksale suchen. Gleichzeit wußte ich, dass die nette Kollegin sehr gerne ein Buch über den schweren Teil ihres Lebens schreiben wollte. Daher habe ich einfach den Kontakt hergestellt. Keine große Sache also. 

Für die Kollegin geht damit ein Lebenstraum in Erfüllung und sie hat sich deshalb auch bei mir überschwenglich bedankt. Weiterlesen

Das Spiegelbild von „The Long Tail“

© 3pod - FOTOLIA„Was suchen Sie denn?“

„Wenn ich es sehe, dann werde ich es wissen“, so ein Entscheider auf der Suche nach einer Lösung für ein Organisationsproblem.

Gerade aktuell hat der Marketing Berater Chris Anderson sein Erfolgsbuch „The Long Tail“ in deutscher Übersetzung hierzulande veröffentlicht.

Worum geht es?

Anderson zeigt in dem Buch auf, dass aufgrund der globalen Vernetzung Nischenmärkte so groß werden, dass dadurch viele neue Produkte und Geschäftsideen möglich werden.

Für Diejenigen, die etwas ganz Besonderes anbieten wollen und deren Leistungen nicht an einer Region kleben, öffnen sich durch das Internet also beste Geschäftschancen. Potentielle Kunden auf der anderen Seite des Globus haben plötzlich die Möglichkeit, von Ihnen zu erfahren und natürlich zu kaufen 🙂

Wie üblich sehe ich das Ganze wieder mit der anderen Brille. Ich treffe ja immer wieder auf Entscheider, die mir Ihr Leid klagen, dass sie für ihre Entscheidungen so wenig Alternativen haben.

Meine These: Wenn die Entscheider genau wissen würden, was Sie suchen, dann wäre es fast kein Problem, immer das Passende zu finden. Doch die Gewohnheiten sitzen tief. Immer noch gehen die meisten Entscheider so vor, also gäbe es nur eine streng limitierte Anzahl von Möglichkeiten.

Es wird Zeit für ein Umdenken

Das Spiegelbild von „The Long Tail“ heißt schlichtweg, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, genau das zu finden, was ich persönlich als das Richtige ansehe. Als notwendige Voraussetzung muss ich dann sehr genau definieren können, was ich suche.

Ich nenne das eine gestaltende Entscheidung. Da ich als Entscheider im Vorfeld gestalte, wie meine ideale Lösung aussieht. Je genauer das Bild, desto klarer die Suchparameter und desto wahrscheinlicher der Erfolg. Mag sein, dass es dann nicht mehr heißt „made in Germany“ , aber das sollte sich dann verschmerzen lassen. Im Übrigen gilt das nicht nur für Produkte. Wenn ein Unternehmen in China das gleiche Organisationsproblem bereits gelöst hat, dann würde das dem Unternehmer aus der Anfangspassage bestimmt weiter helfen. 🙂

Hier sehe ich auch ein ideales Feld für das so oft bemühte Crowdsourcing. Denn mittels zahlreicher Agenten überall in der Welt, wird es natürlich viel einfacher, das Gesuchte auch zu finden. Und auch hier wird es wieder ganz wichtig sein, genau beschreiben zu können, was ich als Entscheider suche. 🙂

Mehr zum Thema „The long Tail“:
Exciting Commerce
Werbeblogger
Riesenmaschine

Mehr zum Thema Crowdsourcing:
Best-Practice-Business
Spiegel Online
Connected Marketing
Basic Thinking Blog
Marketing-Blog.biz

Einen ganzen Pitcher bei Subway

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Wenn ein großes Unternehmen sich eine Werbe- oder PR-Agentur engagieren möchte, dann gibt es in der Regel einen Pitch.

Das ist so etwas ähnliches, wie eine Ausschreibung, nur dass nicht nur nach dem Preis sondern auch auf Basis der Kreativität entschieden werden soll.

Der Prozess wird immer wieder kritisiert, weil die pitchenden Agenturen ihre Ideen fast gratis (manchmal gibt es eine kleine Teilnahmeentschädigung) präsentieren.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele dieser Ideen dann in der letztendlich realisierten Kampagne auftauchen, obwohl eine ganz andere Agentur gewählt wurde.

Allerdings haben die Firmen sonst keinen großen Nutzen daraus. Die Franchise-Kette Subway ist da wohl etwas innovativer als andere und macht ein virales Marketingmedium zum Gegenstand des Pitches. Die Agenturen sollen einen Videoclip produzieren, der sich immer weiter verbreitet. Das Thema: Die Agentur und natürlich die Subway-Erfahrung. So gut hat wohl noch kein Unternehmen seine pitchenden Agenturen ausgenutzt 🙂 Hier der Clip bei YouTube


Via Basic-Blog

Der BJU Unternehmertag

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Ich war gestern auf dem BJU Unternehmertag, eine jener Veranstaltungen des Bundesverbands junger Unternehmer, die man einfach nicht verpassen darf.

Wie auch letztes Jahr fand das Ganze in den Räumen der Deutschen Bank statt. Diesmal war sogar der hessische Ministerpräsident zu Gast. Man mag von Politikern halten was man will, aber dieser Auftritt war höchst amüsant. Allerdings bemängelte eine Reihe von Teilnehmern den fehlenden Mut, das was man möchte, auch umzusetzen.

Der Gegensatz wundert mich allerdings nicht, saß doch im Raum eine schmale Elite junger Unternehmer, die mit großer Tatkraft ihren Teil unserer Republik täglich gestalten. Das tut gut, denn Jammerer gibt es viele, tatkräftige Optimisten weniger. Und so habe ich meine Teilnahme schon alleine deshalb genossen.

Allerdings konnte sich auch das übrige Programm sehen lassen. Fünf sehr erfolgreiche Unternehmer Alexander Schwörer (PERI), Frank Holz (10TACLE Studios) Ingrid Hofmann (Hofmann Personalleasing), Oliver Haubrich (ElectronicPartner) und Jürgen Heraeus (Heraeus Holding GmbH) stellten wichtige Grundsätze und Entwicklungen ihrer Unternehmen dar. Obwohl der eine oder andere nicht ganz von einer Eigenwerbung absehen konnte, hat diese Mischung doch genügend Gesprächsstoff für die reichlich bemessenen Networking-Pausen geliefert.

Wie jedes Jahr gab es diesmal auch wieder eine Reihe von Alternativ-Workshops. Doch anders als im Jahr zuvor (Workshop virales Marketing mit Martin Oetting) hat mich der Workshop „Der Weg zum guten Namen“ nicht vom Sockel gehauen.

Denn Bernd Samland von Endmark hat hier nicht etwa eine Arbeitsaufgabe mit uns bearbeitet (was sonst beim BJU immer toll ist, weil die Unternehmer sich so in einer Arbeitssituation besser kennen lernen können), sondern einfach seinen Vortrag, den er vor dem gesamten Plenum gehalten hatte noch einmal vertieft.

Fast überflüssig zu erwähnen, das er den Unternehmer mit dem Gedanken zurückließ, dass er die Innovation eines Produktnamens oder einer Marke wohl doch dem Profil überlassen sollte. Allerdings ist sein Vortragsstil spritzig und mit viel trockenem Humor durchsetzt, so dass ich mich nur durch den Begriff „Workshop“ Irre geführt sehe. 🙁
Leider habe ich keine Rückmeldung, wie die anderen Workshops waren. Aber einige davon hatten auch interessantes Potential, so hätte ich wohl besser den Workshop von dem Gedächtnistrainer Reinhold Vogt besucht, mit dem Titel: „Ihr Gedächtnis ist ganz scharf – auf Bilder“. 🙂
Fazit:Keine schlecht Veranstaltung, aber für mich waren die zahlreiche Gespräche mit anderen Unternehmern wie jedes Jahr das Highlight schlechthin. Ich kenne viele Networkingveranstaltungen, aber der BJU Unternehmertag ist immer etwas Besonderes. 🙂

Kleiner Tipp für Berater

Brennglas Beratermarketing von Giso WeyandGiso Weyand ist der Coach für die Berater-Positionierung. Da ihm sein beruflicher Alltag wohl das bloggen verbietet, hat er diesen Aspekt des Web 2.0 gleich übersprungen und eine sog. Lense (Brennglas) aufgesetzt mit der er aus seiner Sicht interessante Angebote im Netz zu einem Ganzen zusammensetzt. Die Lense vereinigt neben den eigenen Werken schöne Beispiele für gelungene Beraterwebsites, Tipps und einige Pflichtlektüren, wie meinen Blog :-).

Alles in Butter?

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Haben Sie schon alle Geschenke für Ihre Lieben?

Was wird es denn diesmal sein? Das Schreibset von Montblanc? Der Ipod? Die wertvolle Erstausgabe? Chanel No 5? Der Goldschmuck?

Es ist schon prima, wenn wir alles zusammen haben. Bei der Verpackung haben wir oft die Wahl. Die Verkäufer fragen dann: Sollen wir es für Sie einpacken? Wenn wir mit „ja“ antworten gibt es oft eine kleine Show gratis. Denn dann das Geschenkpapier ist meist nur Beiwerk. Was uns die geschulten Einpacker dann zeigen ist schon eine eigene Kunst. Ich schaue jedes Mal genau hin. Aber wenn ich ähnlich reichhaltige Schleifen und Anhänger in Heimarbeit nachmachen möchte ist das Ergebnis oft enttäuschend 🙁

Dennoch der Inhalt bleibt hier immer die Hauptsache. Gehen wir allerdings durch einen ganz gewöhnlichen Supermarkt, dann machen wir eine interessante Entdeckung: Oft sind die Verpackungen so aufwändig, dass der Inhalt weniger Wert ist, als die Verpackung! Bestes Beispiel: Die Cola-Dose. Wir wissen, der Inhalt ist nur Wasser, Farbstoff und etwas Zucker, bzw. Süßstoff, wenn es „light“ ist. Die Dose ist also mehr wert, als der ganze übrige Rest! Wie ist es mit der Diät? Eine aufwändige Papp-Packung, in der viele kleine Beutel stecken. Glauben Sie wirklich, der pulverförmige Inhalt macht den Hauptteil der Kosten aus? Nö! Wann immer Sie in die Kostenkalkulation der Hersteller Einblick erhalten, wird es interessant. Der Hauptteil der Kosten kommt durch die Verpackung, evtl. Patente und evtl. durch die Logistik. Könnten wir also unsere Einkäufe wesentlich preiswerter bekommen, wenn wir eine Einheitsverpackung akzeptieren würden?

Vielleicht. Doch die Frage ist rhetorisch. Denn der Großteil unseres Konsumerlebnisses kommt durch die Verpackung. Malcolm Gladwell zeigt uns in seinem Buch „Blink“, dass wir gar nicht darauf verzichten könnten! Wie schade 😉

Wenn Sie sich also demnächst über die Preise ärgern, fassen Sie sich vielleicht erst einmal selbst an die Nase 🙂

Frohes Shopeinachten!

Big Brother in der Blogosphäre

© Pandora1 - FOTOLIAEs war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ein Unternehmen sich des Leidensdrucks großer Unternehmen annimmt, den die Blogosphäre mit schöner Regelmäßigkeit auf sie ausübt. Im klassischen Medienbereich beobachten schon lange spezialisierte Agenturen die Veröffentlichungen über ihre Kundenunternehmen. Kommt ein Skandal an die Oberfläche, werden Krisen-PR Spezialisten eingeschaltet, um das Presse-Feuer wieder auszutreten.

In der Blogosphäre hat das bisher nicht so ganz funktioniert, wie Robert Basic mit seiner Blogskandal-Liste schön dargestellt hat. Ganz offensichtlich machen sich die großen PR-Agenturen vor allen Dingen Gedanken, wie sie Blogs für PR-Zwecke einsetzen können. Wer das Geschäft kennt, weiss aber, dass Pressemitteilungen wie herausgeputzte Bräute sind. Sie geben eine Realität wieder, in der alle mit einem Zahnpasta-Lächeln rumlaufen. Vielen Bloggern dreht sich dabei der Magen um.

Jedenfalls lässt sich die Bloglawine nicht mehr aufhalten, wenn sie sich erst einmal in Bewegung gesetzt hat.

Ein ungelöstes Problem und der Leidensdruck von Großkonzernen. Das klingt doch nach einem guten Markt, oder?

Das hat sich auch die Firma relevantNOISE gedacht. Ihr Geschäft beschreiben sie so:

relevantNOISE is a technology company dedicated to mining blogs for business intelligence. Our staff is a balanced mix of technology, marketing and business professionals who know exactly what to look for, how to find out, and how to present the information in a way that is meaningful to your business.

Ein Unternehmen also, dass Blogs beobachtet und so auswertet, dass die Marketingfachleute in den Kundenunternehmen erkennen können, was sich in der Blogosphäre abspielt. So weit so gut. Aber ist der Job überhaupt machbar? Es gibt ja unzählige Blogs!

Diesen Titanenjob traut man sich durchaus zu, denn in der FAQ über das Unternehmen heißt es über die Anzahl der beobachteten Blogs:

Currently, over 200 million and growing daily.

So bin ich auch darauf gestoßen, denn in meinen Statistik-Auswertungen tauchte ein seltsamer User-Agent (normalerweise Mozilla, Firefox, Internet Explorer und Konsorten) mit dem Namen RelevantNOISE.com auf. Mit anderen Worten, ich habe die Ehre auch beobachtet zu werden.

Da kommt man ins Grübeln. Liegt es daran, was ich vor Monaten über Apple geschrieben habe oder neuerdings über Volkswagen? Verstehen die „business und marketing professionells“ denn Deutsch oder macht das gar deren Data Mining Programm?

Ich frage mich allerdings auch, ob RelevantNOISE derzeit wirklich so glücklich mit seinen Kunden wird. Ich glaube, dass immer noch die Mehrzahl der Manager in großen Unternehmen keine Ahnung hat, was ein Blog ist und vor allen Dingen, welche vernetzte Gemeinschaft dahinter steht.

Wenn ich mit Unternehmern und Managern spreche, erzähle ich gerne von meinem Blog. Dabei überrascht es mich, dass die meisten erst einmal gar nicht verstehen, worüber ich spreche.

In diesem Umfeld dürfte es für RelevantNOISE vertrieblich nicht ganz einfach sein. Trotzdem finde ich die Idee (nicht als Blogger) als Unternehmer sehr spannend.

Es könnte sich lohnen, dass in dieser frühen Phase ein Deutsches MeToo StartUp auf den Zug springt und ein eigenes Werkzeug auf den Markt bringt. 🙂

Die nächste Frage ist allerdings, ob die Unternehmen das neue Wissen für sich nutzen können. Man könnte meinen, es gäbe hier ein paralleles Blogging, denn Robert Basic hat gerade das Thema aufgegriffen, wie PR-Professionells mit Bloggern umgehen oder eben nicht umgehen können.

Was Denken Sie?

Messeauftritt für beratende Unternehmer

Einige wohlmeinende Geschäftsfreunde haben mich davor gewarnt, selbst auf einer Messe auszustellen. Zum Glück habe ich das in den Wind geschlagen. Denn die B2D Unternehmerkontaktmesse in Darmstadt war speziell für Domain of Excellence ein großer Erfolg. Beinahe von der ersten Minute an, führte ich nonstop Gespräche mit interessierten Unternehmern. Dies ging so weit, dass ich selbst während der Messe keine Chance hatte, selbst die Runde bei anderen Ausstellern zu machen 🙂

Ich weiß allerdings, dass andere Aussteller andere Erfahrungen gemacht haben.

Wer als Unternehmer auf eine Messe geht, sollte sich daher in einem Gesamtkonzept überlegen, wie er Kontakt zu potentiellen Interessenten herstellt. Das Ganze darf sich nicht allein auf schöne, aber nutzlose Werbegeschenke beschränken.

Interesse und Neugierde wecken

Ein wichtiger Teil des Konzepts war meine klare Positionierung als Spezialist für unternehmerische Entscheidungen und deren widerstandsfreie Umsetzung.

Dazu passte meine Präsentationstafel mit den drei Schlüsselelementen der Entscheidung

Praesentationstafel

Das allein wäre natürlich zu schwach gewesen. Gerade wenn Sie kein Produkt zu präsentieren haben, müssen Sie auch einmal zu unkonventionellen Mitteln greifen. Ich habe auf meinem Stand alle 1,5 Stunden ein Mini-Seminar über 15 Minuten angeboten. Eine Stilisierte Uhr kündigte den jeweiligen Start an.

Seminarankuendigung

Mit den Seminaren war es mir zum einen möglich, weiteres Interesse zu wecken und zum anderen meine Kompetenz überzeugend zu transportieren. Denn meine Teilnehmer haben alle neue Erkenntnisse für sich mit nach Hause nehmen können. Noch besser war der Effekt auf die Vorbeigehenden. Wenn sich so viele Menschen auf so einem kleinen Stand drängen, dann muss sich das lohnen, selbst einmal dabei zu sein. Nach jedem Seminar hatte ich daher nicht nur mit den Teilnehmern tolle Gespräche, sondern auch mit Unternehmern, die dadurch neugierig geworden waren.

Eine Kooperation mit der Fa. Curriculum sorgte für zusätzliche Seminarbesucher. Für meine Seminare brauchte ich zusätzliche Stühle. Diese hätte ich natürlich auch von Ikea kaufen können. Frau Müller von Curriculum verkauft „Möbel mit Berufserfahrung“. Da ihr Stand auf der Messe keine allzu große Präsentation zuließ, lieh Sie mir für die Messe 4 Designerstühle, die bestens zu meiner Firmenfarbe passten. Zusätzlich schickte Sie Interessenten zu meinem Mini-Seminaren zum Probesitzen. Auf den Stühlen brachten wir im Gegenzug einen Hinweis auf Curriculum an.

Seminar

Beziehung Herstellen

Was machen Sie mit Besuchern auf Ihren Stand? Klar, gute Gespräche führen. Wenn Sie gut sind, können Sie Verbindlichkeit durch einen Folgetermin herstellen. Das klappt allerdings eher selten. Daher ist es wichtig, einen mentalen Anker zu setzen, der Ihren Gesprächspartner an Sie erinnert. Die Marketingleute nennen das „Give Away“ oder Werbegeschenk. Jetzt hätte ich durchaus Ideen für einige nutzlose Dinge gehabt, wie Würfel, Münzen oder einen auf einer Kugel gelagerten Entscheidungs-Generator. Nur liebe Leser, wo landen denn alle diese schönen und leider auch teuren Dinge? Genau im Kinderzimmer des Filius. Nur da nutzen sie mir herzlich wenig. Der Preis für die sinnvollste Idee geht an meinen Kollegen Mathias Paul Weber (Deutschlands erster Steuerconflictcoach). Mein mentaler Anker ist eine Porzellantasse mit Logo, Webadresse und den drei Schlüsselelementen guter Entscheidungen. So etwas wird nicht so schnell weggeworfen und Porzellan macht einfach mehr her als nur billige Keramik. Wenn Sie so etwas selbst einmal umsetzen wollen, empfehle ich Ihnen Porzellan-Granvogl.

Tasse

Das allein reicht nicht. Sie müssen Ihren Gesprächspartnern auch einen Grund geben, seine Visitenkarte da zu lassen. Wer dies bei mir gemacht hat, bekommt in den nächsten Tagen die Broschüre „15 Entscheidungsfallen für Unternehmer“.

Öffentlichkeit herstellen

Dies paßt auch zu meinem Vortrag, den ich am zweiten Messetag auf dem sog. Marktplatz der B2D-Messe gehalten habe: „10 kleine Entscheidungsfallen – das Leben ist zu kurz für schlechte Entscheidungen“.

Dazu hatte ich eine Kundin gebeten, mich vorab anzukündigen. Netterweise und von mir nicht ganz ungewollt 😉 hielt Sie erst einmal ein kleine Laudatio auf mein Coaching und verlieh mir gleich meinen neuen Titel „Unternehmerflüsterer“ 🙂 🙂

Mit diesen genialen Einführung war mein Vortrag auch sehr gut besucht. A pro pos Vorträge: Versuchen Sie bei solchen Gelegenheiten nie Konzepte zu vermitteln. Was immer gut ankommt, sind Beispielgeschichten aus Ihrer Praxis, über die Sie Ihre Lernbotschaften vermitteln.

Zu guter letzt habe ich mich nicht einfach nur auf die Laufkundschaft verlassen., sondern an über 150 potentielle Kunden und Geschäftsfreunde Einladungen verschickt.

Ein Glücksfall

Zu so einer Veranstaltung gehört auch Glück. Im Normalfall nimmt man ja als Assistenz eine langbeinige Blondine o.ä.

In diesem Fall habe ich aber einen ehemaligen Kunden gefragt, ein Feng-Shui-Berater, mir einfach einen Gefallen tun wollte. Ohne Herrn Albert Sans, wäre mein Messestand wahrscheinlich ein Fiasko gewesen.

Denn auf der rückwärtigen Seite meines Standes hatte ein anderes Unternehmen einen Monsterstand gebaut. Eine wilde Collage aus Aluminiumstreben und Pappwänden bildeten einen sehr unruhigen Hintergrund für meinen Stand am Aufbautag.

Überflüssig zu sagen, dass ich darüber nicht sehr glücklich war. Für eine Lösung über einen Messebauer war es zu diesem Zeitpunkt zu spät. Ich würde damit wohl leben müssen.

Als ich dann aber am ersten Messetag zu meinem Stand kam, erwartete mich ein echte Überraschung. Herr Sans hatte über Nacht ein Gestell gebaut und Stoffbahnen gefärbt und noch vor Messebeginn den Rückwand-Albtraum zum Verschwinden gebracht! 🙂

Fazit

Ich kann heute nicht sagen, welche dieser Maßnahmen besonders zum Erfolg beigetragen haben. Ich denke, es war das Gesamtkonzept zu dem maßgeblich auch meine Designerin Frau Cosima Reichwein beigetragen hat.

Lassen Sie mich wissen, was für Sie bei Messen funktioniert hat. Denn ich denke, dass man auch sehr viel Geld mit den falschen Maßnahmen versenken kann 😉

Die hohe Kunst das Ziel seiner Entscheidung zu kennen

Eine Maschine gibt nach 35 Jahren ihren Geist auf und läßt sich nicht wieder reanimieren 😮

Ihre Aufgabe war es all die Jahre, Kleinserien für Kunden herzustellen. Dazu war die Anlage maximal 4 Tage im Monat in Betrieb.

Was soll der Unternehmer (nennen wir ihn Hermann W.) jetzt machen? Über Deckungsbeiträge darf man bei dieser Auslastung gar nicht erst sprechen und die Neuanschaffung kostet ein kleines Vermögen. Eine rein technokratische Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass auch die Produktion auf der bereits lange abgeschriebenen Maschine nicht rentabel war. Daher kann der Schluss nur heißen, weg mit dem Krempel und Konzentration auf das lukrative Gross-Seriengeschäft.

Zu diesem Schluss war auch ein Berater gekommen, der Hermann W. in einer anderen Angelegenheit beriet und diese Analyse als Zusatzauftrag anfertigte.

So weit so gut. Unternehmer W. hatte zwar kein gutes Gefühl, da er gerne auch auf Spezialwünsche seiner Kunden einging. Aber er mußte sich (wie er dachte) der Logik der Zahlen beugen.

Fortan lehnte das Unternehmen die verlustreichen Kleinserienaufträge ab und konzentrierte sich auf das Geschäft mit hohen Deckungsbeiträgen.

2 Jahre später mußte sich Hermann W. eingestehen, dass sein Lebenswerk in der Krise steckt. Wichtige Kunden waren sukzessive abgesprungen und vergaben Ihre Aufträge an Wettbewerber, die teilweise in Fernost produzieren ließen und daher preiswerter waren.

Was war geschehen? Die Kunden hatten ursprünglich ein klares Bild von dem Unternehmen. Danach war es zwar nicht der preiswerteste Anbieter, legte dafür aber eine hohe Flexibilität an den Tag. Der Kleinserien-Service erhöhte zudem die Wahrnehmung für die gelieferte Qualität.

Mit der Einstellung der Kleinserienfertigung hatte das Unternehmen also seine Identität im Kopf seiner Kunden geopfert. Es war damit nicht mehr eindeutig positioniert und mit seinem Wettbewerb vergleichbar geworden.

Unternehmer W. zögerte nicht lange. Er kaufte die neue Maschine aus der Konkursmasse eines weniger glücklichen Unternehmens und bot die Kleinseriendienste wieder aktiv in seinem Markt an.

Jetzt nach einem Jahr sieht die Welt in der Gross-Serienfertigung zwar noch nicht wieder in Ordung aus, aber alte Kunden sind wieder zurück gekommen und W. hat bereits einige Neu-Kunden gewinnen können.

Seine Kleinserienproduktion arbeitet jetzt kostendeckend. Denn die aktive Vermarktung dieses Angebots hat zu einer wahren Auftragswelle geführt, so dass hier im 2-Schichtbetrieb gearbeitet werden muss.

In der Rückschau weiß Hermann W. jetzt, wo sein Fehler lag. Er hatte das Ziel aus den Augen verloren. Er wollte für seine Kunden ein Problemlöser für ihre Engppässe sein. Dafür hatte er vor vielen Jahren die Kleinserienfertigung angeboten.

Die Entscheidung über die Einstellung des Angebots war am Problem orientiert (eine neue Maschine ist zu teuer), anstatt sich am Ziel zu orientieren, weiterhin Problemlöser für die Kunden sein zu können.

Kalkulatorisch könnte man sagen, dass die negativen Deckungsbeiträge der Kleinserienfertigung über die Jahre gut angelegte Marketingausgaben waren 🙂