Respekt am Arbeitsplatz

© imagepro - FOTOLIAGestern Abend trudelte eine Mail der RespectReseachGroup der Uni Hamburg bei mir im Postfach ein. Das Institut führt derzeit eine Umfrage zum Thema Respekt am Arbeitsplatz durch.

Ich finde das Thema höchst interessant. Denn derzeit haben viele Unternehmen Probleme, qualifiziertes Personal zu bekommen. Nach einer längeren Durststrecke rächen sich jetzt Mitarbeiter, die sich schlecht behandelt fühlen, indem sie das Unternehmen wechseln. Schade eigentlich, denn neben einem angemessenen Gehalt geht es den meisten doch nur um eine Beziehung auf Augenhöhe, verbunden mit „Bitte, „Danke“, usw… Diese immateriellen Aspekte kosten den Unternehmer finanziell rein gar nichts, aber offensichtlich fällt es vielen schwer Ihre Mitarbeiter respektvoll zu behandeln. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Geld in solchen Zeiten Boomzeiten durch Fluktuation verloren geht.

Vielleicht leistet die praxisorientierte Umfrage von Niels van Quaquebeke einen Beitrag zu mehr Respekt am Arbeitsplatz. Er schickt mir folgenden Textbaustein, um meine lieben Leser zur Teilnahme an der Befragung zu animieren:

Fühlen Sie sich von Ihren KollegInnen respektiert? Nervt Sie das respektlose Verhalten Ihres oder Ihrer Vorgesetzten? In einer wissenschaftlichen Untersuchung der RespectResearchGroup sind Ihre Erfahrungen mit Respekt und Respektlosigkeit in Unternehmen gefragt.

Hier der Link zu der Umfrage:
http://ww3.unipark.de/uc/hh_uni_psych_inst/4463/

Die Daten werden dabei natürlich anonym erhoben, ebenso wie kein Unternehmen beim Namen genannt oder abgefragt werden wird. Als Anreiz zur Teilnahme werden 20 Einkaufsgutscheine im Wert von jeweils 25 € verlost. Die Befragung dauert etwa 5-20 Minuten – je nachdem, wie viel die TeilnehmerInnen berichten möchten.

Die Zielgruppe dieser Studie sind natürlich Angestellte. Hoffentlich weiß Herr van Quakebeke, dass meine Leser zum großen Teil Unternehmer sind. 🙂

Das Papier im Büro

© Phaif - FOTOLIA

Freunde moderner Technik propagieren immer wieder das papierlose Büro.

Marcel Widmer schreibt in seinem von mir sehr geschätzten Jobblog davon, wie er von der Organisation seines Lebens via PDA wieder abgekommen ist, ihm das Arbeiten damit „irgendwie kalt“ vorkam.

Ich kenne das Problem auch. Auf der einen Seite schätze ich die Struktur, einer intelligenten Software, auf der anderen Seite verfluche ich sie, weil meine rechte Gehirnhälfte auf Urlaub geschickt wird. Bestes Beispiel: der Mindmanager. Eigentlich ein tolles Programm. Nur leider „malt“ der Anwender keine Mindmaps mehr. Dieser kreative Aspekt macht Mindmapping aber so mächtig. Der Erfinder der Methode Tony Buzan, stellt das in seinen Büchern klar heraus. Wer dagegen eine gestylte Mindmap per Computer erstellt, erntet vielleicht anerkennende Blicke, aber lässt sein kreatives Potential einfach stecken.

Vor Jahren habe ich jeden Morgen in ein Computer-Journal geschrieben und damit ganz leidliche Ergebnisse erzielt. Als der PC auf einer Urlaubsreise nicht zur Verfügung stand, habe ich mir eine Kladde gekauft und wieder alles handschriftlich notiert. Der Unterschied zwischen den beiden Medien war so groß, wie Tag und Nacht. Meine Kreativität ist von einem Hoch zum nächsten geeilt und meine Genialität – nun, das müssen meine Kunden beurteilen 😎

Seitdem arbeite ich das Meiste wieder auf Papier aus und bringe es später dann in den Computer. Trotz des Doppelaufwands bin ich damit produktiver als vorher. 🙂

Vielleicht werde ich das eines Tages ändern. Dann nämlich, wenn elektronisches Papier sich genauso verhält, wie das Original und Computer meine Handschrift entziffern können. Das allerdings ist eine Aufgabe, die selbst mir hin und wieder schwer fällt 😉

Keine Checkliste für Entscheidungskriterien

© sgame - FOTOLIA

Im letzten Monat kamen einige Leser auf den Excellence-Blog, weil Sie sich eine Checkliste für Entscheidungskriterien erhofften. Gefunden haben sie zunächst den Beitrag „Einfach, aber wirksam„. Darin beschreibe ich mein Schnellentscheidungsverfahren. Wie der Name schon sagt, kommt es zum Einsatz, wenn ich schnell eine Entscheidung brauche, bzw. wenn die Entscheidung nicht so wichtig ist.

Möglicherweise haben Sie aber etwas ganz anderes gesucht. Vielleicht brauchen Sie eine Checkliste, mit der Sie die Nützlichkeit Ihrer Entscheidungskriterien bewerten können?

Die Suche nach den richtigen Entscheidungskriterien hat mir am Anfang meiner Zeit als Coach einiges Kopfzerbrechen bereitet. Denn für jeden ist klar, dass er Kriterien braucht, um Entscheidungsalternativen zu bewerten. Welche Kriterien das sein sollen, ist oft nicht so klar. Denn Entscheidungskriterien geben meinen persönlichen Bedarf in einer Entscheidungssituation wieder. Daher kann ich bei wichtigen Entscheidungen weder auf vorgefertigte Listen aus dem Internet noch auf die Entscheidungskriterien einer Entscheidung vom letzten Jahr zurückgreifen. Bedarfe verändern sich und sie sind in jedem Fall hoch individuell.

Wie müssen wir also vorgehen, um zu unseren Entscheidungskriterien zu gelangen?

  1. Ziel bestimmen
    Jede Entscheidung bedeutet, in eine bestimmte Richtung zu gehen. Daher ist es enorm hilfreich zu wissen, in welche Richtung ich will. 🙂 Das Ziel leitet sich direkt von meiner unternehmerischen Vision ab.
  2. Entscheidungsauslöser (Chance/Problem) bestimmen
    Der Auslöser für eine Entscheidung ist entweder ein Problem, das mich hindert, mein Ziel zu erreichen oder eine Chance, die es mir ermöglicht, es um so schneller umzusetzen. Gibt es keinen Entscheidungsauslöser müssen Sie sich fragen, warum Sie die Entscheidung überhaupt treffen.
  3. Die drei Kontrollelemente
    1. Gewünschte Ergebnisse
      Was unterscheidet Ergebnisse vom Ziel? Wie heißt es so schön, viele Wege führen nach Rom. Die ewige Stadt ist das Ziel. Gewünschte Ergebnisse könnten sein: Tolles Hotel, Flugreise, Innenstadtbesichtigung, usw. Die Ergebnisse geben also die Ausgestaltung des Ziels wieder.
    2. Status Quo Ergebnisse
      Manche Ergebnisse, wie vielleicht das Thema Kundenzufriedenheit, haben Sie bereits erreicht. Wir berücksichtigen das für unsere Entscheidung, um nicht plötzlich feststellen zu müssen, dass wir mit unserer Entscheidung das Erreichte gefährden
    3. Unerwünschte Ergebnisse
      Alle Ergebnisse, die Sie unbedingt vermeiden möchten. Zum Beispiel, Kunden zu verlieren, etc.
  4. Ergebnisse, die ähnliche Aspekte beschreiben, unter einem Oberbegriff zusammen ziehen. Voilà, wir haben unsere Entscheidungskriterien in Form der soeben gefundenen Oberbegriffe.

Hier im Blog liest sich das recht lang. In der Realität, können Sie auf diese Weise bereits innerhalb von zehn Minuten (nach ein wenig Übung) Ihre Entscheidungskriterien in die Arme schließen. 🙂

Also: Keine Checkliste, sondern Bedarfsforschung. 😎

Wieder mal Computerviren im Umlauf

Es scheint so, als würden derzeit massenhaft Emails versandt, die einen ungebetenen Gast enthalten. Sober32.aa@mm heißt er. Im Normalfall passiert dem Empfänger nichts, solange er nicht die angehängte Zip-Datei öffnet.

Der Virenschreiber war nicht sonderlich phantasievoll, daher kommt die Mail angeblich von Absendern, wie: Webmaster@gmx.de, Admin@microsoft.com, Admin@aol.de, Hosmaster@web.de, Admin@web.de, usw.

Der Betreff der Mail weist dann jeweils darauf hin, dass die (angeblich) versandte Mail nicht angekommen ist, man gerade ein Mailfach angelegt hat, usw.

Das angehängte Zip-File sollte unter keinen Umständen geöffnet werden, wobei mein Norton-Antivirus jeweils kurzen Prozess damit macht.

Seinen Sie trotzdem vorsichtig! 🙂

Mehr oder weniger Alternativen?

© Slade - FOTOLIADiesen Monat lese ich in dem Beratungsbrief „Simplify Your Life“ wieder Tipps zum besseren Entscheiden. Der Verfasser spricht sich neben anderen Entscheidungstipps dafür aus, die Auswahl an Alternativen einzuschränken. Begründung: Der Entscheider würde sich damit überfordern und er wäre dann wie gelähmt. 😯

Wenn ich solche sog. „Hilfen“ lese, frage ich mich, wer sich da berufen fühlt, Ratschläge zu erteilen. Wenn sich der Entscheider von der Anzahl seiner Handlungsalternativen erschlagen fühlt, liegt das in aller erster Linie daran, dass er nicht weiß, was er will. Das ist also die Ursache. Das Symptom ist die Überforderung durch die vielen Alternativen.

Ich kann die Ursache natürlich ignorieren und mich mit dem Symptom beschäftigen. Dann werde ich vielleicht das Internet meiden und möglichst niemanden fragen, wie ein Problem zu lösen ist. Von den sich dann bietenden wenigen Alternativen ist natürlich kein Entscheider mehr überfordert.:mrgreen:

Kann das sinnvoll sein?

Die Aufgabe eines Entscheiders ist es, Chancen und Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen, die ihn näher an die Realisierung seiner unternehmerischen Ziele bringen. Ob er das gut oder schlecht macht, liegt allein an der Qualität der gewählten Alternativen. Sollte er ständig die falschen Alternativen wählen, bleibt er seinem Ziel so fern, wie die meisten Lotto-Spieler dem großen Jackpot. 😮

Stellen wir uns vor, ein Unternehmen sucht einen Webadministrator. Da der Personalchef sich nicht von den vielen Bewerbungen in einem Metier erschlagen lassen will, von dem er nichts versteht, wendet er sich nur an einen Personalberater.

Dieser leistet für die Besetzung der Telefonarbeitsplätze im Service-Center des Unternehmens gute Arbeit. Leider ist dieser auf die Call-Center-Branche spezialisiert und liefert demzufolge nur zwei Kandidaten, die entfernt die Aufgaben eines Webadministrators erfüllen können.

Was für ein Glück, dass der Filius des Personalchefs jemanden von der Uni kennt, der seit Jahren eine eigene größere Web-Präsenz managed. 😎

Da wird nicht lange gefackelt und der alternative Administrator eingestellt. Einige Monate später klopfen einige nette Damen und Herren in Uniform nicht an die Tür, sondern treten sie vielmehr ein. Denn der gute Webadministrator hat seinen illegalen Glücksspielserver (die große Präsenz) ins Firmennetzwerk integriert, um ihn nebenher warten zu können. Das war peinlich und teuer!

Hätte der Personalchef den falschen Fuffziger eingestellt, wenn professionelle Alternativen zur Verfügung gestanden hätten? Was denken Sie?

Ein kleiner Service für meine Leser

Wie viele von Ihnen kommen über Google und andere Suchmaschinen auf meine Seite?

Im monatlichen Durchschnitt ca. 20% meiner Leser. Viele davon über Begriffe, wie Entscheidungsdilemma, Entscheidungscoaching oder Entscheidungsfindung. Allerdings gibt es auch eine ganze Anzahl von Suchern, die vielleicht nicht unbedingt den Blog eines Entscheider Coachs erwartet hätten. Die Top 5 Suchbegriffe der fehlgeleiteten Rechercheure waren im letzten Monat:

verführung  
Geschäftsemails  
fragezeichen  
phönix aus der asche  
aktienkurs  

Sie können das gerne überprüfen, aber Google listet mich bei diesen Suchbegriffen relativ weit oben. Logischerweise verschwinden viele dieser zufälligen Leser wieder ganz schnell und versuchen ihr Glück woanders.

Für diese Suchenden habe ich jetzt einen Service eingebaut, der sie auf weitere Inhalte im Excellence-Blog hinweist, die zu ihrem Suchthema passen. Wer natürlich Hinweise zur Verführung der Angebeteten sucht, wird hier wenig finden :-). Ich hoffe, dass der Service trotzdem sinnvoll ist 🙂

Barcamp Frankfurt – meine Eindrücke

barcamp.GIFAm vergangenen Wochenende habe ich für einen Tag das Barcamp Frankfurt besucht. Rober Basic und Frank Patzig hatten eingeladen und zahlreiche IT- und Webafine Knowledge Worker sind gekommen. Angemeldet waren wohl über 200 Teilnehmer, aber am Ende waren es wohl ca. 150. Ein Barcamp zeichnet sich durch weitgehend demokratische Stukturen aus. Am Morgen schlagen einige Teilnehmer ihren Themen vor und je nach „gefühltem“ Interesse bekommt die Session dann einen Raum- und Zeitslot zugeteilt. Das kann mitunter dazu führen, dass eine Session in einem Mauseloch stattfindet, aber die Interessierten sich bis zur Tür stapeln.

Ebenso heterogen wie die Teilnehmerstruktur ist denn auch die Qualität der Sessions. Allerdings hilft es enorm, dass Teilnehmer auch einmal schnell die Leitung der Session übernehmen und die Sache ganz unverhofft doch noch Qualität bekommt. 🙂

Eines darf man bei einem Barcamp auf keinem Fall: Etwas erwarten. Das hat mir gleich die erste Session gezeigt. Angekündigt war, „Blog-Launch – Oliver Gassner, Robert Basic u.a. starten einen Blog“. Da habe ich erwartet, dass ein paar Tricks gezeigt werden, wie man einen Blog von Tag 1 an erfolgreich macht. Was war der Inhalt der 45 Minuten-Session? Na ja, Oliver Gassner hat kurz erzählt, dass sie einen Abnehm-Blog unter 321Blog.de starten werden. Nicht mehr und nicht weniger. Zwar haben einige Teilnehmer, u.a. auch ich Vorschläge gemacht, wie das Ganze richtig interessant gemacht werden könnte. Aber mein Eindruck war der, dass es O.G. nicht so ganz recht war, wenn ihm jemand rein redet.

Vielleicht war das ganz gut so, dadurch haben wohl alle ihre Erwartungen für den Tag einige Drehungen nach unten geschraubt. 🙁

Dagegen war die Session über Corporate Blogs eine echte Sternstunde, die sich zu einer Diskussion über Unternehmenswerte und wie sie sich vermitteln lassen entwickelte. Dazu trug schon ein Mitarbeiter des Gastgebers Cisco bei, der frei von der Leber weg erzählte, wie ein Mitarbeiter-Podcast auch das Verhaltnis zur Geschäftsführung neu definieren kann. Allein diese Session war es wert, mich vom Buchschreiben loszueisen, um am Barcamp teilzunehmen.

Allerdings gab es auch noch weitere gute Sessions. Ich möchte dabei besonders die Vorstellung von Sones.de „Menschen taggen Menschen“ erwähnen. Da haben einige innovative Leute ein sehr interessantes System geschaffen, um Expertennetzwerke zu schaffen. Wer will, kann sich bereits jetzt unter www.sones.de zum Betatest anmelden.

Mein Fazit: Interessantes Konzept, gute Kontakte, starke Streuung der Qualität

Es ist vollbracht!

© Carmen Steiner - FOTOLIA

Vielleicht erinnern Sie sich noch, im Dezember habe ich darüber geschrieben, dass ich jetzt ein Buch schreiben würde. Am Anfang fiel es mir es mit ein wenig schwer und da war natürlich auch der Respekt vor dem vertraglichen festgelegten Umfang von 230 Seiten.

Vor knapp einem Monat war ich dann mit dem Rohmanuskript fertig. Es waren genau 229 Seiten! Ich weiß nicht, wieso, aber ich dachte, dass damit eine unbeschwertere Zeit beginnen würde. Man sitzt nicht mehr vor dem Bildschirm und versucht die Inhalte, die man in die Welt bringen will, in sinnvolle Worte zu bringen. 🙂

Nein, Sie sitzen dann vor dem Bildschirm und fragen sich, was Sie in einem Satz, der über sechs Zeilen geht, eigentlich sagen wollten. 😯 Wenn Sie es dann herausgefunden haben, wollen daraus fünf oder sechs kurze Sätze gemacht werden! Da ich kein Germanist bin, sondern Entscheidungserfolg Coach lag mir das zunächst nicht besonders. Auch das Training, hier im Blog verständliche Beiträge zu schreiben, hat mir da nur bedingt geholfen.

Gleichzeitig kürzen Sie bei der Überarbeitung jede Menge überflüssige Inhalte. Von den ursprünglich 229 Seiten blieben daher „nur“ noch 275 Seiten. 😈

Klar: Neben den vielen gekürzten Passagen schreiben Sie auch neue Übergänge und erklären das eine oder andere genauer, was Testleser wider erwarten als nicht selbsterklärend angesehen haben.

Apropos Testleser: Erwarten Sie nicht zuviel. Es gibt jede Menge Leute, die sich Ihre Kapitel zuschicken lassen und danach lediglich ein „find ich gut“ produzieren oder keine Zeit finden, hinein zu schauen. Die Wenigen, die es aber doch tun, sind natürlich eine unschätzbare Goldgrube.

Was machen Sie, wenn die Seitenzahl über das Ziel hinausschießt?

Das ist der Moment, an dem es schmerzhaft wird. Denn Ihr Verlag kalkuliert mit der Seitenzahl. Für ihn ist das Ganze eine Geschäft und bei einem Verkaufspreis von 19,90 EURO darf ein Buch nur X Seiten haben. Bei mir musste ein geliebtes Beispiel daran glauben und ein ganzes Kapitel über ein Thema, das nicht zu hundert Prozent für ein Buch über Entscheidungsfallen notwendig ist, fiel auch heraus.

Das sind jetzt erst einmal die Federn, die ich freiwillig im Vorfeld gelassen habe. Im nächsten Schritt werden jetzt die Profis vom Hanser Verlag darüber lesen. Da wird dann vielleicht das Eine oder oder andere noch heraus fliegen.

Damit liegt mein Buch jetzt im Zeitplan und Sie können sich im Kalender schon einmal den September anstreichen. Dann erscheint mein Buch beim Carl Hanser Verlag.

Natürlich halte ich Sie weiterhin auf dem Laufenden, wie der weitere Weg meines Buches in der Produktion aussieht. Ihre zahlreichen Mails haben mir gezeigt, dass viele von Ihnen gerne mehr darüber wissen würden, wie ein Buch ensteht und wie Sie Autor werden können.

Lesen Sie mehr dazu: Ein Buch kommt auf seinen Weg

Gekaufte Betriebsräte?

© Vasiliy Yakobchuk - FOTOLIAKorruption ist unappetitlich und längst nicht nur auf irgendwelche Bananenrepubliken beschränkt. Die IG Metall hat einen ungeheuerlichen Verdacht: Der Siemens Vorstand soll den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Betriebsräte (AUB) geschmiert haben und auf diese Weise Einfluss auf Betriebsratsvoten genommen haben.

Betriebsräte sind ein Mittel der betrieblichen Mitbestimmung, die sich aus dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ergeben. Betriebsräte dürfen ihre Mitbestimmung am Arbeitsplatz, betrieblich und im unternehmerischen Sinne ausüben. Damit kommt ihnen eine nicht zu unterschätzende Macht zu, mit der Unternehmer sich arrangieren müssen.

Sollte der Siemens Vorstand tatsächlich Einfluss auf den Betriebsrat und sein Abstimmungsverhalten genommen haben, ist das sicherlich nicht im Sinne des Erfinders. Denn das BetrVG wurde nach dem zweiten Weltkrieg geschaffen, damit die Unternehmen sich nicht nur dem Gewinnstreben unterordnen sondern auch ein demokratisches Korrektiv haben, dass es nie mehr zu Schweinereien, wie der Beschäftigung von Zwangsarbeitern o.ä. kommt. Heutzutage geht es zwar eher um die Kürzung des Weihnachtsgelds oder wann in der augenblicklich boomenden Konjunktur wieder Urlaub genommen werden kann, aber nichtdestotrotz wichtige Fragen. 🙂

Es geht also heute vermehrt darum, die Rechte der Arbeitnehmer in ihrem Unternehmen zu verteidigen. Da ist es natürlich wichtig, dass die Betriebsräte unabhängig und unbestechlich sind. Es darf also nicht sein, dass wie im Fall von VW geschehen, oder in im Fall Siemens vermutet, Betriebsräte nicht ausschließlich ihrem Gewissen gegenüber ihren Wählern verpflichtet sind.

Und da kommen wir zu einem Punkt, den ich doch auch sehr beunruhigend finde. Wie viele Betriebsräte sind eigentlich Mitglied in einer Gewerkschaft? Wie viele dieser Betriebsräte sind in Ihrem Handeln dann noch so unabhängig, dass Sie ihr Votum unpolitisch im Sinne des eigenen Unternehmens und der Sicherheit seiner Arbeitsplätze treffen?

Wie häufig haben Gewerkschaften schon in interne Angelegenheiten von Unternehmen Einfluss genommen? Dass Sie es dann nicht im Sinne der Arbeitnehmer tun, konnte man häufig beobachten, wenn z.B. die IG Metall versuchte, Haustarifverträge zu verhindern, damit die Mitarbeiter durch Lohnverzicht nicht etwa ihren Betrieb retten konnten. Denn das wäre nicht im Sinn des großen Ganzen gewesen. 😯

Unternehmen dürfen nicht durch Geld oder andere Zuwendungen Einfluss auf den Betriebsrat nehmen. Das verbietet des BetrVG.

Ich glaube, das BetrVG sollte es auch verbieten, dass Betriebsräte einer politischen Organisation, wie einer Gewerkschaft angehören dürfen. 🙂 Was denken Sie?

Mehr dazu:
37.6-Blog
Der Tagesspiegel

Das Spiegelbild von „The Long Tail“

© 3pod - FOTOLIA„Was suchen Sie denn?“

„Wenn ich es sehe, dann werde ich es wissen“, so ein Entscheider auf der Suche nach einer Lösung für ein Organisationsproblem.

Gerade aktuell hat der Marketing Berater Chris Anderson sein Erfolgsbuch „The Long Tail“ in deutscher Übersetzung hierzulande veröffentlicht.

Worum geht es?

Anderson zeigt in dem Buch auf, dass aufgrund der globalen Vernetzung Nischenmärkte so groß werden, dass dadurch viele neue Produkte und Geschäftsideen möglich werden.

Für Diejenigen, die etwas ganz Besonderes anbieten wollen und deren Leistungen nicht an einer Region kleben, öffnen sich durch das Internet also beste Geschäftschancen. Potentielle Kunden auf der anderen Seite des Globus haben plötzlich die Möglichkeit, von Ihnen zu erfahren und natürlich zu kaufen 🙂

Wie üblich sehe ich das Ganze wieder mit der anderen Brille. Ich treffe ja immer wieder auf Entscheider, die mir Ihr Leid klagen, dass sie für ihre Entscheidungen so wenig Alternativen haben.

Meine These: Wenn die Entscheider genau wissen würden, was Sie suchen, dann wäre es fast kein Problem, immer das Passende zu finden. Doch die Gewohnheiten sitzen tief. Immer noch gehen die meisten Entscheider so vor, also gäbe es nur eine streng limitierte Anzahl von Möglichkeiten.

Es wird Zeit für ein Umdenken

Das Spiegelbild von „The Long Tail“ heißt schlichtweg, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, genau das zu finden, was ich persönlich als das Richtige ansehe. Als notwendige Voraussetzung muss ich dann sehr genau definieren können, was ich suche.

Ich nenne das eine gestaltende Entscheidung. Da ich als Entscheider im Vorfeld gestalte, wie meine ideale Lösung aussieht. Je genauer das Bild, desto klarer die Suchparameter und desto wahrscheinlicher der Erfolg. Mag sein, dass es dann nicht mehr heißt „made in Germany“ , aber das sollte sich dann verschmerzen lassen. Im Übrigen gilt das nicht nur für Produkte. Wenn ein Unternehmen in China das gleiche Organisationsproblem bereits gelöst hat, dann würde das dem Unternehmer aus der Anfangspassage bestimmt weiter helfen. 🙂

Hier sehe ich auch ein ideales Feld für das so oft bemühte Crowdsourcing. Denn mittels zahlreicher Agenten überall in der Welt, wird es natürlich viel einfacher, das Gesuchte auch zu finden. Und auch hier wird es wieder ganz wichtig sein, genau beschreiben zu können, was ich als Entscheider suche. 🙂

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