Irrungen und Wirrungen

© Gernot Krautberger - FOTOLIAGestern habe ich über die Trennung von Daimler und Chrysler geschrieben. Im Rückblick interessanter finde ich allerdings, dass die beiden Firmen überhaupt zueinander gefunden haben. Die damals verantwortlichen Architekten des Deals waren Jürgen E. Schrempp (Daimler-Benz) und Bob Eaton (Chrysler).

Es war ja nicht das erste Mal, dass eine grosse Illusion in Untertuerkheim geplatzt ist.

Just der Vorgänger von Schrempp, Edzard Reuter hatte das Unternehmen mit seiner Strategie des integrierten Technologiekonzerns in die schwerste Krise seiner Firmengeschichte geführt. Ein Verlust von über 5,7 Milliarden DM und die Pleiten der Konzerntöchter AEG und Fokker hinterlassen zumindest einiges an Erfahrung, aus der auch Schrempp lernen konnte.

Er zog daraus die Lehre, dass Daimler ein Automobil-Konzern ist und sich das Unternehmen darauf konzentrieren solle. Größe dagegen sei notwendig, da im Automobilbereich durch die Globalisierung die Konzentrationstendenzen zunehmen statt abnehmen. Der damalige Daimler-Chrysler Deal wurde geradezu frenetisch gefeiert. Schrempp und Eaton hatten es geschafft, ihre Pläne so lange geheim zu halten, bis alles spruchreif war. Mit großer visionärer Kraft überzeugte der Vorstandsvorsitzende von Daimler-Benz seine Kollegen, den Aufsichtsrat und schließlich auch die Aktionäre.

Große Synergien sollten gehoben werden und Daimler-Benz würde zu den ganz großen der Branche aufsteigen. Man muss sich allerdings fragen, wo diese Synergien tatsächlich lagen. Daimler und der amerikanische Partner hatten von vorne herein sehr unterschiedliche Märkte. Die Kunden von Daimler kauften aus Überzeugung eine teuere Edelkarosse, wegen Qualität und technischer Innovation. Der durchschnittliche Chrysler Kunde kaufte seinen Dogde, Neon oder Plymouth, weil der Deal gerade günstig war. Niemals würde ein Daimler-Kunde die billigen Baugruppen von Chrysler akzeptieren und kein Chrysler-Kunde würde die saftigen Aufpreise für Qualität und Innovation der Daimler-Teile bezahlen wollen.

Mit anderen Worten, Plattformstrategien, wie wir sie z.B. von VW kennen schieden aus. Allerdings gibt es ja noch Management und Verkauf. Da müssten doch wohl Synergien entstanden sein. In der Tat gab es hier Ansätze. Doch auch im Vertrieb muss man einfach konstatieren, dass die unterschiedlichen Käufergruppen nicht all zu viele Überschneidungen hatten. Natürlich wurde das Management verschlankt. Allerdings ebbt dieser Prozess über die Jahre ab. Denn es liegt in der Eigenart von großen Konzernen, immer wieder neue Aufgaben zu schaffen. In der Folge bläht sich der Verwaltungsapparat auf.

Da fragt man sich doch, haben die damals denn nichts davon wissen können?

Das kann man natürlich in der Retrospektive gut fragen. Ich denke, dass Jürgen E. Schrempp eine große Vision transportiert hat, die alle Beteiligten erfasst hatte. Dies hat ihm die große Unterstützung für die Umsetzung seines Planes verschafft. Alle waren wie betrunken von der Aussicht eines globalen Automobil-Konzerns, der im wesentlichen aus Deutschland bestimmt wird. Da mussten die platten Zahlen ja unter leichmetallbefelgte Breitreifen kommen. 😛
Nicht umsonst haben die dt. Wirtschaftseliten Schrempp 1999 in einer Forsa-Umfrage zum einflussreichsten Macher ernannt und ihm den größten Einfluss auf die dt. Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren zugesprochen.

Angesichts der Strahlkraft ihrer unternehmerischen Visionen waren Reuter und Schrempp echte Unternehmer. Sie waren so überzeugend, dass es nur wenige Warner gab, die erst einmal kein Gehör fanden.

Wohlgemerkt, die Sache hätte auch gut gehen können. Sowohl im einen Fall, wie auch im anderen. Trotzdem bin ich gespannt, wann Herr Zetsche eine große Vision entwickelt und sie dann mit noch mehr Tatendrang in die Tat umsetzt. 😎

Als Entscheider kann man aus der Sache lernen, dass wir lediglich eine große Vision brauchen, die alle mitreißt, dann brauchen wir uns um die Umsetzung keine großen Sorgen mehr zu machen. 🙂 Erfolg ist damit natürlich noch nicht garantiert. 😉

Den Fleck aus der weissen Weste geschnitten?

© Ludovic Lan - FOTOLIAGestern gab Daimler-Chrysler bekannt, dass es aus ist mit dem Partner Chrysler. Die Eheleute lassen sich scheiden und die reiche schwäbische Dame ändert daher auch schnell wieder ihren Namen in Daimler AG.

Das Ende verkündet ausgerechnet ein Manager, der ohne Chrysler wahrscheinlich nie an die Spitze des stuttgarter Konzerns gekommen wäre. Zetsche, der Sanierer sagt good bye zu seinem Meisterstück. Vor 9 Jahren war der amerikanische Autobauer den Schwaben noch 36 Millarden US Dollar wert, heute zahlt die Investmentfirma Cerberus schlappe 5,5 Milliarden Euro – ein Schnäppchen?

Zunächst ist natürlich nicht einzusehen, warum Cerberus mit dem Unternehmen mehr Erfolg haben sollte als Daimler. Chryslers Misere beruht im Wesentlichen auf einer verfehlten Modellpolitik. Zudem passen die Spritfresser heute selbst in den USA nicht mehr ins Bild. Nun ist die Modellpolitik eines Autobauers nicht eine Frage von ein oder zwei Jahren. Autos werden über einen langen Zeitraum geplant und auf den Weg gebracht. Daher ist das heutige Management von Chrysler nicht verantwortlich. Das zeigt sich auch daran, dass Cerberus den US-Chef Tom LaSorda im Amt lassen möchte.

Die Entscheidung zum Verkauf der amerikanischen Tochter wird von der Börse gefeiert. Als Börsianer möchte man lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende. Insbesondere fürchtete man die Pensionsverpflichtungen der Amerikaner gegenüber ihren Mitarbeitern in Höhe von 18 Milliarden US Dollar. Diese schwebten seit dem Chrysler-Sturzflug über dem Konzern wie ein Damokles-Schwert.

Die Risiken sind raus, also kaufen alle wieder Daimler-Aktien. Trotzdem muss die Entscheidung aus Unternehmenssicht nicht richtig gewesen sein. Denn warum sollte ein erfahrener Autobauer ein Unternehmen wie Chrysler nicht sanieren und danach zu einem günstigeren Kurs verkaufen können?

Ganz einfach, weil es Jahre dauert, die Modellpalette umzustellen und niemand weiß, ob man dann den Geschmack der Amerikaner treffen wird.

Gleichzeitig steht das große Konsumfest der Amerikaner vor dem Ende. Durch einen Boom auf den Immobilienmarkt haben viele Amerikaner auf dem Papier viel Geld gewonnen. Bei historisch niedrigen Hypothekenzinsen haben sie diesen Mehrwert beliehen und sich dafür neue Autos gekauft. Inzwischen gehen die Immobilienpreise zurück und die Zinsen nehmen wieder zu. Daher muss der Durchschnittsamerikaner den Gürtel enger schnallen. Daimler müsste also auf Jahre hinaus die amerikanische Tochter alimentieren mit ungewissem Ausgang. 🙁

Aufgrund der Verantwortung, die Dieter Zetsche für die Chrysler-Problematik möglicherweise trägt, hätte man auf die Idee kommen können, da schneidet jemand einen großen Fleck aus seiner weißen Weste. Sieht man allerdings die wirtschaftlichen Vorgaben, muss die Verkaufsentscheidung als richtig bewertet werden.

Ich kann mir sogar vorstellen, dass der Daimler-Chef lieber saniert als verkauft hätte, sich aber den wirtschaftlichen Notwendigkeiten beugen musste. Als Manager ist er den Kapitaleignern gegenüber verantwortlich. Vielleicht hätte er als Unternehmer den riskanteren, aber befriedigenderen Weg gewählt. 🙂

Und Cerberus? Der Höllenhund wird bei Chrysler durch die verschiedenen Etagen und Fabriken wandeln und ohne politische Rücksichtnahmen dem Unternehmen die Profitabilität einprügeln. Denn ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert. 😐 Mit anderen Worten, die Beteiligungsgesellschaft hat bessere Chancen die Sanierung voranzutreiben, weil sie auf nichts Rücksicht nehmen muss.

Mehr dazu in:

FAZ-Net: Der Mercedes-Stern steht wieder im Mittelpunkt
FAZ-Net: Ein Höllenhund vor den Toren
Manager-Magazin: Chrysler-Verkauf – Problem Pensionskasse erledigt

Keine Checkliste für Entscheidungskriterien

© sgame - FOTOLIA

Im letzten Monat kamen einige Leser auf den Excellence-Blog, weil Sie sich eine Checkliste für Entscheidungskriterien erhofften. Gefunden haben sie zunächst den Beitrag „Einfach, aber wirksam„. Darin beschreibe ich mein Schnellentscheidungsverfahren. Wie der Name schon sagt, kommt es zum Einsatz, wenn ich schnell eine Entscheidung brauche, bzw. wenn die Entscheidung nicht so wichtig ist.

Möglicherweise haben Sie aber etwas ganz anderes gesucht. Vielleicht brauchen Sie eine Checkliste, mit der Sie die Nützlichkeit Ihrer Entscheidungskriterien bewerten können?

Die Suche nach den richtigen Entscheidungskriterien hat mir am Anfang meiner Zeit als Coach einiges Kopfzerbrechen bereitet. Denn für jeden ist klar, dass er Kriterien braucht, um Entscheidungsalternativen zu bewerten. Welche Kriterien das sein sollen, ist oft nicht so klar. Denn Entscheidungskriterien geben meinen persönlichen Bedarf in einer Entscheidungssituation wieder. Daher kann ich bei wichtigen Entscheidungen weder auf vorgefertigte Listen aus dem Internet noch auf die Entscheidungskriterien einer Entscheidung vom letzten Jahr zurückgreifen. Bedarfe verändern sich und sie sind in jedem Fall hoch individuell.

Wie müssen wir also vorgehen, um zu unseren Entscheidungskriterien zu gelangen?

  1. Ziel bestimmen
    Jede Entscheidung bedeutet, in eine bestimmte Richtung zu gehen. Daher ist es enorm hilfreich zu wissen, in welche Richtung ich will. 🙂 Das Ziel leitet sich direkt von meiner unternehmerischen Vision ab.
  2. Entscheidungsauslöser (Chance/Problem) bestimmen
    Der Auslöser für eine Entscheidung ist entweder ein Problem, das mich hindert, mein Ziel zu erreichen oder eine Chance, die es mir ermöglicht, es um so schneller umzusetzen. Gibt es keinen Entscheidungsauslöser müssen Sie sich fragen, warum Sie die Entscheidung überhaupt treffen.
  3. Die drei Kontrollelemente
    1. Gewünschte Ergebnisse
      Was unterscheidet Ergebnisse vom Ziel? Wie heißt es so schön, viele Wege führen nach Rom. Die ewige Stadt ist das Ziel. Gewünschte Ergebnisse könnten sein: Tolles Hotel, Flugreise, Innenstadtbesichtigung, usw. Die Ergebnisse geben also die Ausgestaltung des Ziels wieder.
    2. Status Quo Ergebnisse
      Manche Ergebnisse, wie vielleicht das Thema Kundenzufriedenheit, haben Sie bereits erreicht. Wir berücksichtigen das für unsere Entscheidung, um nicht plötzlich feststellen zu müssen, dass wir mit unserer Entscheidung das Erreichte gefährden
    3. Unerwünschte Ergebnisse
      Alle Ergebnisse, die Sie unbedingt vermeiden möchten. Zum Beispiel, Kunden zu verlieren, etc.
  4. Ergebnisse, die ähnliche Aspekte beschreiben, unter einem Oberbegriff zusammen ziehen. Voilà, wir haben unsere Entscheidungskriterien in Form der soeben gefundenen Oberbegriffe.

Hier im Blog liest sich das recht lang. In der Realität, können Sie auf diese Weise bereits innerhalb von zehn Minuten (nach ein wenig Übung) Ihre Entscheidungskriterien in die Arme schließen. 🙂

Also: Keine Checkliste, sondern Bedarfsforschung. 😎

Volle Kraft voraus!

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„Was muss denn alles in einer unternehmerischen Vision enthalten sein?“

Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt. Darin schwingt die Befürchtung mit, dass es wie in der Schule nur eine richtige Lösung gibt.

In der Vergangenheit bin ich dabei so vorgegangen, dass wir alles aufgenommen haben, was der Unternehmer sich vorstellen kann. Das führt dazu, dass jeder seine individuelle Vision hat. Bei dem einen sind finanzielle Ziele enthalten, beim anderen mehr Ziele der persönlichen Fortentwicklung durch den Aufbau des Unternehmens.

Wichtig ist nur, dass die unternehmerische Vision für ihren Schöpfer motivierend ist und er sich vorstellen kann, wie er sie umsetzt.

Vielleicht denken Sie jetzt, kein Problem, meine Vision ist der große Lottogewinn und meine Umsetzung ist der Kauf eines Lottoscheins. 😛

So soll es natürlich nicht laufen. Die Umsetzung darf fordernd sein, aber Sie muss weitestgehend im Kontrollbereich des visionären Unternehmers liegen. Wenn Sie z.B. der innovativste Betrieb in Ihrer Branche sein wollen, dann sollten Sie sich vielleicht überlegen, wie Sie sich im Bereich Innovationsmanagement weiterbilden können und dafür terminierte Teilziele in Ihrem Umsetzungsplan festlegen.

Eine unternehmerische Vision geht zwangsläufig nur bis zum Rand Ihres Vorstellungsvermögens. Das macht aber nichts, denn auch so haben Sie Ihre Richtung. Im Laufe der Umsetzung erweitert sich auch Ihre Vorstellungsvermögen und Sie erweitern und konkretisieren Ihre Vision.

Struktur einer unternehmerischen Vision

Manchmal ist es vielleicht schwierig, eine Vision ohne eine Struktur zu bilden. Daher habe ich Ihnen hier eine Struktur-Mindmap beigelegt. 🙂

Nicht in Stein gemeisselt

© Axel Teichmann - FOTOLIA

Das neue Jahr beginnt und Sie haben sich vermutlich auch schon viel vorgenommen.

Tun Sie sich bitte einen Gefallen in diesem Jahr: Machen Sie es sich leicht! Wenn ich ein Fazit aus dem letzten Jahr ziehen kann, dann ist es die Tatsache, dass die wenigsten sich am Ergebnis orientieren, sondern immer die Durchführung im Mittelpunkt steht. Ein Unternehmer zum Beispiel wollte bei der Suche nach einem Lieferanten unbedingt alles richtig machen und entwickelte ein aufwändiges und leider nicht wiederverwendbares Bewertungsschema, führte zahlreiche Gespräche und konnte sich am Ende nicht entscheiden, weil das benötigte Teil absolute standardisiert ist. Leider hatte er sein Bewertungsschema nicht auf für ihn persönlich wichtige Faktoren. Schade!

Machen Sie es sich leicht. Was ist das Ergebnis, was Sie benötigen und wie können Sie es am einfachsten erzielen?

Das gilt auch für so persönliche Angelegenheiten, wie die Formulierung von Zielen. Ziele sind wichtig, das sollte man vielleicht nicht zwischen Tür und Angel erledigen. Aber deb ersten Schritt, eine grobe Richtung, kann ich ziemlich schnell entwickeln. Nur schade, dass wir häufig mit der „ganz oder gar nicht Mentalität“ durchs Leben laufen. Ich halte es für fast unmöglich, ein Ziel gleich aus dem Stand perfekt zu formulieren. Unser Anspruch an Perfektion ist dabei häufig so hoch, dass wir es rechtzeitig formuliert haben könnten, um unseren Grabstein zu zieren. In dem Fall ist es dann ja auch richtig, so viel Zeit investiert zu haben, denn da wird es ja in Stein gehauen 🙂

Machen Sie es sich einfach. Halten Sie sich nicht ständig damit auf, die Dinge perfekt machen zu wollen. Sie sind aus der Schule heraus, keiner vergibt nachher Noten, ob das was Sie getan haben genial war oder der eine oder andere Fehler dabei ist.
Ein absoluten Paradebeispiel für mich sind all die Menschen, die keinen akademischen Grad haben, sich nicht über alle Dinge 500.000 Gedanken machen, sondern sie einfach umsetzen. Auf der anderen Seite steht unsere akademische Elite hat tolle Ideen (fast perfekt), kommt aber nicht in die Puschen, um sie umzusetzen. Ein Klassiker ist dann der Ausspruch „ich verstehe nicht, wie der so erfolgreich sein kann, ich habe tausendmal mehr drauf…“.

Also, machen Sie es sich leicht und machen sie einfach… 😛

Das unternehmerische Beziehungskonto auffüllen

© Cindy Hughes - FOTOLIA

Ich habe gerade einen Kommentar zu meinem Betrag der „gute“ Rat beantwortet. Dabei ging es um das Beziehungskonto mit dem privaten Partner.

Wenn ich genügend auf mein Beziehungskonto in Form von Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe „eingezahlt“ habe, dann funktioniert die Beziehung und ich habe wesentlich mehr Gestaltungsfreiheit, als wenn das Konto „überzogen“ ist und mein Partner mir ständig zu verstehen gibt, dass ich auf Kredit lebe.

Das unternehmerische Beziehungskonto

So ein Beziehungskonto gibt es natürlich auch für den Unternehmer und seine geschäftlichen Beziehungen. Diese fangen bei den eigenen Mitarbeitern an und reichen in jeden nur erdenklichen Bereich. Als Unternehmer kann ich es mir nicht leisten, auf gute Beziehungen zu wem auch immer zu verzichten. Denn genau dann, wenn ich es am wenigsten erwarte, werde ich möglicherweise auf diese Person angewiesen sein.

Wie schaffe ich es also, mein unternehmerisches Beziehungskonto immer gefüllt zu halten?

Ich habe dazu eine sehr schöne Liste von Aktivitäten in dem Buch „The 21 most powerful minutes in a leaders day“ von John C. Maxwell gefunden.

Er fasst seine Vorstellungen unter dem Kürzel „RESPECT“ zusammen:

  1. Respect yourself and those you work with – Respektieren Sie sich selbst und diejenigen, mit denen Sie arbeiten
  2. Exceed the expectations of others – Übertreffen Sie die Erwartungen Ihrer Umwelt.
  3. Stand firm on your convictions – Stehen Sie zu Ihren Überzeugungen und bleiben Sie verläßlich.
  4. Posess uncommon security and maturity – Sie sollten die Reife und Sicherheit haben, bei Erfolgen etwas zurück zustehen und das Licht des Erfolgs auf Ihre Partner scheinen zu lassen (etwas blumig ausgedrückt) 🙂
  5. Experience Personal Success – Sie müssen selbst auch erfolgreich sein. Denn sonst bedeuten die Punkte zuvor nicht so viel.
  6. Contribute to the success of others – Unterstützen Sie andere dabei, erfolgreich zu werden.
  7. Think ahead of others – Denken Sie voraus. Denn was sich heute wie eine gute Idee anhört, kann morgen Ihren Partnern massiv schaden und Betroffenheit schaffen :-(.

Können diese Aktivitäten dazu beitragen, dass Ihr unternehmerisches Beziehungskonto ständig gefüllt ist? Tragen sie dazu bei, dass Sie in allen Belangen Gestaltungsfreiheit haben?

Was denken Sie?

Der Entscheidungstest

© Liv Friis-larsen - FOTOLIAKennen Sie das auch? Sie haben eine Entscheidung getroffen und im nächsten Moment kommt eine Chance, ein Angebot oder ähnliches auf Sie zu, das in die entgegengesetzte Richtung geht?

Genau diese Situation erlebe ich häufig bei meinen Entscheidungen und natürlich sehe ich das auch regelmäßig bei meinen Kunden.

Als ich vor einigen Jahren beschloss, meinen Job aufzugeben, riefen in der Folgezeit etliche Headhunter an, die mir die tollsten Jobs anboten.

Als ich mich dazu entschlossen hatte, meine Drucksachen mit einer tollen Werbedesignerin zu gestalten, wurde ich geradezu mit Billig-Angeboten von anderen Designbüros überschüttet.

Was glauben Sie, passierte, als ich beschlossen hatte, dass der Begriff „Unternehmerisches Denken“ zu schwer zu kommunizieren ist und darunter viel einfacher „Unternehmerisch Entscheiden und widerstandsfrei umsetzen“ zu verstehen ist? Genau, plötzlich meldeten sich aus allen Ecken potentielle Kunden, die nach einem Coach für „Unternehmerisches Denken“ suchten. Ganz konkret habe ich sogar wegen der Begriffsänderung einen Kunden verloren 😮

Vermutlich hängt das Ganze mit dem eigenen Fokus zusammen. Da wir uns im Rahmen einer Entscheidung mit einem Thema sehr bewusst auseinandersetzen, lässt unser Wahrnehmungsfilter dazu passende Reize einfacher passieren. Ergebnis: Wir sehen plötzlich überall Jobangebote, neue Chancen, usw. die mit unserer Entscheidung im Zusammenhang stehen. Sie sind vielleicht schon vorher dagewesen, nur haben wir sie nicht gesehen. 🙂

Die große Frage ist dann: „Was mache ich jetzt?“

Ich sehe es als den alles entscheidenden Lakmustest. Wenn ich meine Entscheidung mit klaren Vorgaben getroffen habe, also genau weiß, was ich will, hat der Test keine große Auswirkung.

Es sind zwar neue Informationen, die ich wahrnehme, aber sie ändern das Gesamtbild nicht.

Anders ist es, wenn ich die Entscheidung unter großen Schmerzen und mit großer Unsicherheit getroffen habe. Dann wird das mühsam erreichte Gleichgewicht wieder umgestoßen.

Stellen Sie sich vor, Sie entscheiden sich für die Selbständigkeit, nicht weil Sie gerne selbständig sein wollen, sondern weil Sie keinen adäquaten Job aufgrund Ihres Alters finden können. Ein Vierteljahr später ruft Sie ein Personalberater an und bietet Ihnen zwar keinen idealen Job an, aber die wirtschaftliche Sicherheit, die Sie als Selbständiger nicht haben.

Dann könnte es heißen, „Entscheidungstest nicht bestanden, setzen!“

Für mich gehört der Entscheidungstest zum Entscheiden dazu. Wann immer wir eine mutige Entscheidung treffen, wird er uns früher oder später begegnen. Gleichzeitig ist es ein untrügliches Zeichen, dass die Entscheidung für uns eine große Bedeutung hat.

Welche Ihrer Entscheidungen wird heute getestet? 😛

Einfach, aber wirksam…

© Jarvis Gray - FOTOLIA

„Wie soll ich denn bei all den Dingen, die auf mich zukommen jedes Mal eine bewusste Entscheidung treffen?“

Diese Frage stellt sich auch mir jeden Tag aufs Neue. Angefangen bei der Frage, ob ich einen neuen Klienten aufnehmen soll, obwohl ich weiß, dass er derzeit meine Rechnungen wohl nicht bezahlen kann, über die Frage, ob ich trotz ausgereiztem Marketing-Budget eine neue Idee zum viralen Marketing mit einem Designer umsetzen soll, bis hin zu der Frage, wie ich meine Besprechungsecke im Büro neu gestalten will. Daneben gibt es noch vieles anderes, das über den Tag eine Wolke notwendiger Entscheidungen entstehen lässt.

Würde ich bei jeder dieser Entscheidungen einen großen Prozess anstoßen, wäre ich sicher gut beschäftigt – nur nicht mit meinem Kerngeschäft. Als Selbständiger muss ich einen großen Teil im operativen Geschäft verbringen, sonst kommt kein Geld rein. 🙁

Allerdings gehört das auch zum Alltag vieler Mittelständler, da sie es sich zu Gewohnheit machen, trotz fähiger Mitarbeiter alles an sich zu ziehen.

Wie also gehe ich mit allen diesen Entscheidungen um?

Ich entscheide, welche Wichtigkeit die Entscheidung hat.
Dafür habe ich einen Schwellwert in Euro definiert, also einen Wert, der geschäftlich wichtige, von weniger wichtigen Entscheidungen trennt. (Bei mir sind das derzeit € 1.500,-) Wenn der Schwellwert überschritten wird, gehe ich in mein „großes“ Entscheidungsverfahren.

Der Rest wird in meinem Schnellverfahren entschieden. Dazu habe ich eine vereinfachte Vorgehensweise mit standardisierten Entscheidungskriterien, die ich immer wieder zum Einsatz bringe:

  1. Vorab: Ein Blick auf meine Unternehmer-Vision und meine persönliche Mission, um sicherzustellen, dass mein Fokus dem gilt, was ich wirklich will.
  2. Ziel der Entscheidung?
  3. Ausschlusskriterium: Bringt diese Entscheidung meinem Unternehmen einen Mehrwert?
  4. Frage: Was ist der Entscheidungsauslöser? -> Entscheidungsproblem
  5. Welche Alternativen habe ich für diese Entscheidung? (orientiert sich an den Entscheidungskriterien)
  6. Bewertung mittels meiner Entscheidungskriterien (Die gewichtigen Entscheidungskriterien ergeben mit der Zielsetzung zusammen den Entscheidungskompass)

    Entscheidungskriterien
  • Unterstützt diese Alternative meine unternehmerische Vision?
  • Unterstützt diese Alternative meine persönliche Mission?
  • Steigert diese Alternative meinen Einfluss?
  • Verdiene ich durch diese Alternative mehr Geld? (z.B. durch neue Kunden)
  • Gewinne ich durch diese Alternative mehr Zeit für das Wesentliche?
  • Entwickle ich mich oder mein Unternehmen mit dieser Alternative weiter?
  • Hat diese Alternative eine positive Öffentlichkeitswirksamkeit?
  • Bringt diese Alternative mich beim Networking voran?
  • Erleichtert diese Alternative meine tägliche Arbeit?
  • Reduziert die Alternative Reibungspunkte mit anderen Menschen?
  • Macht die Alternative mir Freude?
  • Ist die Alternative kosteneffizient?
  • Sichert die Alternative die Unterstützung für mein Unternehmen?

Wichtig dabei: Ich habe bereits ein vorgefertigtes Excel-Formular mit dieser Entscheidungskriterien-Checkliste (Ja/Nein) und meinen persönlichen Gewichtungen. Daher kann ich meine Entscheidungen ziemlich schnell treffen und vor allen Dingen dokumentieren. Denn nichts ist schlimmer, als wenn Sie eine Entscheidung treffen und später nicht mehr wissen, wie Sie darauf gekommen sind. 😯

Die beiden Pole für „Ja“ oder „Nein“ werden für mich immer durch die verfügbaren Alternativen bestimmt. Das heißt zum Beispiel, wenn eine Alternative mich 5 Stunden Arbeit kostet und die andere 10 Stunden, dann geht das „Ja“ für das Kriterium „mehr Zeit für das Wesentliche“ bis zum Mittelwert „7,5 Stunden“.

Alle die Entscheidung betreffenden Dokumente habe ich in meinem Rechner und linke Sie zur Info mit in das Excel-Sheet.
Natürlich sichere ich zum Schluss meine Entscheidung noch ab, in dem ich auf meinen Bauch höre. Wenn ich mich mit der Entscheidung nicht gut fühlen kann, dann gibt es bei der Bewertung der Alternativen noch Fehler.

Das sieht ja doch nach einem aufwändigen Verfahren aus meinen Sie? Wohl kaum. Denn ich treffe meine Entscheidungen auf diese Weise in knapp 5 Minuten und dem wohligen Gefühl, das ich alles unter meiner Kontrolle habe. 🙂

Eine Flamme entzünden

© dwphotos - FOTOLIA

Was machen Sie, um Ihre Umgebung für Ihre Pläne zu gewinnen?

Bei der Umsetzung von Entscheidungen denken viele nur an die Mitarbeiter in einem Unternehmen. Sicher, wenn Sie Geschäftsführer eines Betriebs mit 200 Mitarbeitern sind, haben Ihre Entscheidungen Auswirkungen auf viele Menschen. Da ist es wichtig, möglichst viele davon für Ihre Sache zu gewinnen.

Wie ist es mit dem Selbständigen? Sie greifen nicht auf eine große Infrastruktur zurück und wenn Sie eine Entscheidung treffen, interessiert das höchsten Ihren Lebenspartner.

Wirklich?

Es kommt darauf an, was wir möchten. Wenn wir etwas bewegen wollen, dann reicht es nicht, dass wir uns alleine bewegen. Wenn wir nicht nur eine Existenz sichern wollen, sondern Wohlstand erreichen wollen , dann muss es etwas mehr sein. Wir müssen Einfluss nehmen und andere Menschen und Organisationen bewegen.

Wie können wir das schaffen? Wie erreichen wir, dass uns andere Menschen bei der Umsetzung unserer Entscheidungen unterstützen?

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem halbwegs fremden Menschen in Ihrer Umgebung und fragen Ihn: „Würden Sie mich dabei unterstützen, einen Berg Geld zu verdienen? Ich werde Sie auch dafür in meine Gebete einschließen.“ 😉

Was glauben Sie, wird der Ihnen antworten? (Ich gebe zu, das Ansinnen ist so ungewöhnlich, dass die Reaktion des anderen nicht ganz vorhersagbar ist. :-))

Angenommen, Sie stellen Ihre Frage so:“Ich möchte Sie gerne für meine Sache gewinnen, denn ich brauch Sie. Ich habe einen Traum: ich will dafür sorgen, dass jeder Mensch die Möglichkeit bekommt, fortan gute Entscheidungen zu treffen (ein Beispiel). In den nächsten Monaten können wir zusammen mit mehr als hundert Unterstützern einen ersten Schritt dazu leisten. Ich kann Ihnen garantiere, dass Ihr Nutzen dabei besonders groß ist. Sind Sie dabei?“

Was glauben Sie, wie jetzt Ihre Erfolgschance aussieht?

Was im ersten Fall fehlte ist die große Vision und das Versprechen, dafür zu sorgen, dass Ihre Unterstützer auch etwas von ihrem Engagement haben. Das ist natürlich noch viel effektiver, wenn Sie wissen, welche Interessen und welchen Bedarf Ihr Gesprächspartner hat. Denn dann können Sie herausstellen, wie er Dank seiner Beteiligung den Bedarf decken kann oder zumindest seine Interessen wahrt.

Wichtig: Die Vision, die Sie vermitteln muss für Ihren Gesprächspartner zustimmungsfähig sein.

© Matteo Natale - FOTOLIAWarum können Sie auf diese Weise Menschen für Ihre Sache gewinnen? In jedem Menschen ist der Wunsch da, etwas Großes zu leisten. Größe ist immer relativ, es geht dabei nicht um Weltfrieden. Vielmehr ist es praktisch, in Ermangelung einer eigenen Vision, sich der eines anderen anzuschließen, solange es den eigenen Interessen dient.

Wenn Sie die Flamme in sich tragen, denn werden Sie auch andere dafür entzünden können. Tun Sie es, denn irgendwann bläst vielleicht ein Windstoß diese Flamme aus. Ein Buschfeuer dagegen wird durch den Windstoß noch angefacht.

Also, was hält Sie noch auf?

Piechs Powerplay

© Dirk Püschel - FOTOLIAVor einigen Tagen noch war Dr.-Ing. e. h. Bernd Pischetsrieder für mich der Entscheider der Woche. Inzwischen hat sich der Pulverdampf gelegt und Napoleons Piechs Truppen besetzen den Schauplatz.

Man könnte meinen, hier handelt es sich um einen gelungenen Coup. Ein Aufsichtsratschef demontiert einen unglücklich agierenden Chefmanager und installiert einen Mann seines Vertrauens.

So kann man es sehen, aber die Paranoiker unter uns sehen ein ganz anderes Bild. Hier versucht Napoleon Piech mit aller Macht eine Urzelle der genialen Schöpferkraft von Ferdinand Porsche ins familiäre Reich Vermögen zurückzuholen. So zumindest ein FAZ-Net Spezial. Danach ist Porsche derzeit dabei, seinen Aktien-Anteil am VW-Konzern auf 29,9% auszubauen. Dies schreckt nach einem möglichen Fall des VW-Gesetzes auch weiterhin feindliche Übernahmen effektiv ab, da niemand an dem Porsche Placet vorbeikäme. Laut FAZ-Net spekulieren weitere Beobachter damit, dass Porsche seinen Anteil dann sogar auf über 30 Prozent erhöhen könnte. Dann müsste der erfolgreiche Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen den übrigen Aktionären eine Abfindungsangebot machen und Volkswagen übernehmen.

Ergebnis: Der ganze Laden aus Porsche und VW wäre dann vollständig unter der Kontrolle der beiden Familien Piech und Porsche.

Merken Sie etwas? Genau, Porsche ist ein Fliege auf einem Elefanten, wenn man die beiden Unternehmen vergleicht. Wie konnte es passieren, dass so ein kleines Unternehmen in der Lage ist, einen Giganten der Automobilbranche zu kaufen?

Quelle: http://www.volkswagen-ir.de/

Klare Antwort: Das Missmanagement der Piech, Hartz und Konsorten-Ära. Während Porsche eine wahre Ertragsperle ist und von Rekordergebnis zu Rekordergebnis gestürmt ist, machte der Automobilriese eine andere Entwicklung durch.

In dem Kurs-Chart lässt sich die Aktienkursentwicklung der VW-Vorzugsaktien über die letzten zehn Jahre verfolgen. Das Jahr 2000 markiert den Einstieg von Bernd Pischetsrieder als Vorstandsvorsitzenden. Zuvor war Ferdinand Piech am Ruder. Extrem interessant: Der Aktienkurs ist seit 2002 geradezu explodiert und eine evtl. Übernahme schon wieder relativ teuer.

Was würde wohl ein Paranoiker jetzt denken, wenn er davon ausgeht, dass Piech VW unbedingt unter die familiäre Kontrolle bringen möchte? Ein Schuft, der Böses dabei denkt! 🙂