Zeitmangel – Frech in die Tasche gelogen

image

“Zeit ist Mangelware. Wir können kaum Aufgaben delegieren, da niemand mehr da ist, der sie machen könnte. Ich kann mir den Luxus nicht leisten, Zeit für meine Entscheidungen zu nehmen.”

Ob Hochkonjunktur, Wirtschaftskrise oder Erholungsphase, diese Aussage können wir überall in der Republik täglich hören.

Spannend finde ich dabei den Bezug von Zeit und Entscheidungen. Denn diejenigen die so sprechen, sind sich oftmals nicht bewusst, was sie da sagen.

Phasen einer Aufgabe

image Wenn wir eine Aufgabe angehen, treffen wir zuerst eine Entscheidung(-sphase) darüber, dann setzen wir sie um(-setzungsphase) und im Anschluss ernten wir das Ergebnis(-phase).

Wie hängen die drei Phasen voneinander ab und wie viel Zeit verbrauchen sie?

Zeitverbrauch

Die Ergebnisphase ist die Zeit, in der wir den Nutzen von unserer Entscheidung haben. Angenommen wir engagieren einen Dienstleister, um unsere Büroräume sauber zu halten. Dann könnte das über viele Jahre gehen. Idealerweise kostet uns das keine Zeit. Denn der Reinigungsservice nimmt uns ein ständiges Problem ab.

Die Umsetzungsphase sollte möglichst kurz sein. Ihre Länge hängt von der Komplexität der Aufgabe ab. Wenn wir eine Reorganisation unseres Unternehmens durchführen braucht die Umsetzung natürlich länger, als die Einarbeitung eines neuen Reinigungsdienstleisters und seiner Mitarbeiter.

Die Entscheidungsphase ist in 90% der Fälle am kürzesten von allen drei Phasen. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Ich meine damit die für die Entscheidung aufgewandte Arbeitszeit und nicht die Zeit, die vergeht, bis sich der Entscheider zu einer Lösung durchringt.

Abhängigkeiten

Die Entscheidungsphase bestimmt zum einen, wie lang die Umsetzungsphase wird und zum anderen, wie gut das Ergebnis am Ende sein wird. Wählen wir zum Beispiel eine Lösung, die zu massiven Widerständen führt, wie die Auflage, dass alle Mitarbeiter zukünftig die Toiletten nach Dienstschluss zu reinigen haben, könnte die Umsetzung sehr lange dauern. Sind die Widerstände zu hoch, kann es sogar sein, das wir niemals in den Genuss der Ergebnisphase kommen.

Stellen wir dann allerdings fest, dass die Ergebnisse nicht unseren Erwartungen entsprechen, stehen wir wieder am Ausgangspunkt mit einem ungelösten Problem.

Zeitmangel selbst gemacht

Angenommen, wir haben die falsche Entscheidung getroffen, weil wir in der Entscheidungsphase Zeit sparen wollten, kommt Würze in die Sache.

Der Entscheider wollte also eine Stunde in der Entscheidungsphase sparen, um letztlich einige Tage später in der Umsetzungs- und Ergebnisphase nachzuarbeiten, damit er die gewünschte Problemlösung bekommt. 🙄

Wäre es da nicht einfacher, eine solide Entscheidung zu treffen und damit Zeit in der Umsetzungsphase einzusparen und gleich das Ergebnis zu bekommen, das wir anstreben?

Ich bin überzeugt, dass der Zeitmangel, den viele Menschen erleben oft genug daher kommt, weil sie genau diese einfache Wahrheit ignorieren.

Was denken Sie?

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.