Entscheidungsklarheit für Stoiber

SanduhrWie wir in meinem gestrigen Beitrag gesehen haben, ist Stoiber in keiner leichten Situation. In meinem Blog versuche ich ohne Parteipolitik und ohne Insiderinformation nach zu gestalten, wie er sich entscheiden könnte.

Wir beschäftigen uns heute mit der Frage, wie Stoiber Entscheidungsklarheit gewinnen kann.

Auf welcher beruflichen Mission befindet sich Stoiber? Also welchen persönlichen Auftrag hat er in seinem Leben aus den ihm zu Verfügung stehenden Talenten und Fähigkeiten abgeleitet. Unter Franz-Josef Strauß war er der unermüdliche Arbeiter, der diesem treu gedient hat. Sein Pflichtgefühl und Arbeitseinsatz war seinen Landsleuten so untypisch, dass er als der bayerische Preuße tituliert wurde. Jemand also, der nicht ganz zur leichten bayerischen Lebensart gehört. Hart arbeiten war nicht das Einzige, was ihn bewegt hat. Als 1993 der damalige Ministerpräsident Max Streibl die CSU in die Amigo-Affäre geführt hatte, war er derjenige mit der weißen Weste, der wieder für Ordnung und vor allen Dingen für ein neues Vertrauen sorgte. Man kann annehmen, dass es seine berufliche Mission war, den bayerischen Laden zu säubern und sauber zu halten.

Seine berufliche Vision, also sein Langfristziel ist sicherlich nicht so selbstlos :-). Denn auch wenn Stoiber zunächst eher eine Beamtenmentalität in die bayerische Staatskanzlei brachte, so war er immer auch sehr ehrgeizig. Es kann ihm nicht einfach gefallen sein, Streibl zu dienen, der es häufig nicht so genau nahm. 😮 Ich denke, seine Vision war es, bayerischer Ministerpräsident zu werden und in seinem Sinne für Ordnung zu sorgen. Vermutlich ist seine heutige Vision nicht so klar. Denn Ministerpräsident ist er seit 13 Jahren und das mit der Ordnung fällt zunehmend schwer, da die Machtposition wohl detailblind macht und die Realität eine ganz eigene wird.

Das Ziel seiner Entscheidung: Eine „ordentliche“ politische Führung für die CSU und Bayern

Entscheidungsauslöser: CSU-Basis und Stoibers Feinde machen Front gegen eine erneute Kandidatur

Problemlösende Frage: Wie kann ich als strahlender Sieger aus dieser Situation hervorgehen und meinen Einfluss erhalten?

Bei der Zielformulierung sollte Stoiber nicht dem inneren Druck nachgeben. Denn innerlich schreit natürlich alles in ihm, die für ihn schreckliche Situation einfach nur zu beenden. Mit dem Ende fehlt es allerdings an der Richtung für seine Entscheidung.

Wenn Stoiber in seinem Entscheidungsprozess die Kontrolle behalten will, muss er wissen, welche Konsequenzen sich aus seiner Entscheidung ergeben sollen.

  • Sein politisches Vermächtnis bleibt erhalten- Stoiber ist 64 Jahre alt. Er hat seiner Partei große Erfolge ermöglicht und er hat sie vor der Amigo-Affäre bewahrt.
  • Seine Politik wird fortgesetzt und die ehemaligen „Amigos“ bleiben draußen. 🙂
  • Er ist einflussreich
  • Sein Ruf darf nicht beschädigt werden
  • Er hat eine anspruchsvolle Aufgabe und kann sich darin erfolgreich behaupten
  • Er bestimmt selbst seinen Ausstieg aus der Politik
  • Er bleibt seinen Grundsätzen treu.

Diese Konsequenzen stellen seinen Bedarf dar. Daraus leiten wir seine Entscheidungskriterien ab und gewichten diese über einen paarweisen Vergleich der Kriterien A bis E:

Gewichtungsmatrix

Damit ist sein Entscheidungskompass fest gelegt und er weiß, worauf es ihm ankommt. Einen Mangel hat meine Überlegung natürlich 🙂 Ob Stoiber von denselben Motiven geleitet wird, wie in der Vergangenheit oder einfach von dem Gedanken „die nehmen mir das nicht weg“, kann ich leider nicht beurteilen. Im letzten Fall würde sein Entscheidungsverhalten erheblich destruktiver sein. Allerdings enthält sein Entscheidungskompass auch nicht mehr das Wohl der CSU. Denn das wird bei den Querelen der jüngsten Zeit nicht unbedingt in seinem Fokus stehen 🙂

Morgen mache ich mir Gedanken über seine potentiell attraktiven Alternativen, die er zur Verfügung hat.

Update:

Ganz offensichtlich nähert Stoiber sich langsam einer Entscheidung, die durchaus seinem hypothetischen Entscheidungskompass entspricht.

…Stoiber trat nach Teilnehmerangaben zugleich dem Eindruck entgegen, dass er an seinem Stuhl klebe. Er habe zugesagt, eine gemeinsame Lösung anzustreben. Er müsse nicht erneut kandidieren, wolle dies aber tun...

via Faz-Net

Wie soll sich Stoiber entscheiden?

© moonrun - FOTOLIA

Lieber Leser, Parteipolitik hat in diesem Blog nichts zu suchen. Ich finde jedoch, dass der bajuwarische Ministerpräsident und Parteivorsitzende der CSU vor einer hochinteressanten Entscheidung steht. So interessant, dass ich mir überlegt habe, wie er seine Entscheidung gestalten könnte.

Die Ausgangslage: Nach der gewonnenen (?) Bundestagswahl hat Stoiber in den Augen seiner Öffentlichkeit einen kleinen Schlingerkurs hingelegt, bis er herausgefunden hatte, dass er sich als bayerischer Ministerpräsident doch am wohlsten fühlt.

In Bayern hatte man derweil schon anders gedacht und wollte bereits einen neuen Ministerpräsidenten willkommen heißen. Doch weit gefehlt, der neue war der alte Ministerpräsident. Der hatte sich zwar nicht verändert, aber seine Zauderhaftigkeit beim Entscheiden führte zu einem massiven Ansehensverlust. Ganz unter uns: Das sollte einem zu denken geben und demnächst vielleicht frühzeitig mit Hilfe eines Coachs klären, wie die Entscheidung aussehen soll 🙂

Der Führer eines Landes soll wohl zumindest als entscheidungsstark gelten.

Nun ist Herr Stoiber bereits 13 Jahre im Amt und möchte 2008 noch einmal dafür kandidieren. Nur die Parteibasis und die Wähler wissen nicht, ob sie das wirklich unterstützen wollen. So jedenfalls die jüngsten Umfragen. Danach würden ihn nur noch 45% der Wähler haben wollen. Wir erinnern uns, wir sind in Bayern und da kommt ein Sinken unter die 50%-Marke einer Marginalisierung der Partei gleich. 😛

Eine Landrätin aus Fürth hat sich ein Herz gefasst und Herrn Stoiber öffentlich aufgefordert, es doch 2008 einem anderen zu überlassen. Diese Forderung würde natürlich ein wenig idealistischer klingen, hätte nicht der jetzt ehemalige Büroleiter Herrn Stoibers zeitweilig das Privatleben der Landrätin ausforschen lassen, um schmutzige Wäsche an Licht zu fördern. Man fasst es kaum, aber einige Leute mögen so etwas nicht. So ist Frau Dr. Pauli in die Offensive gegangen. Der Büroleiter musste gehen und vielleicht auch der Ministerpräsident.

Denn mehr und mehr alte und neue Feinde Stoibers schlagen sich auf die Seite derer, die keinen Stoibersieg in 2008 sehen wollen oder an diesen nicht mehr glauben können. Natürlich bedingt das eine das andere, aber das sei hier nur Nebensache.

Herr Stoiber steht jetzt also vor der Frage, wie er mit der ganzen Situation umgehen soll. Wie soll er sich entscheiden?

Meine treuen Leser wissen, für eine gute Entscheidung sind genau drei Fragen zu klären:

  1. Wie erziele ich für mich Entscheidungsklarheit
  2. Wie schaffe ich attraktive Entscheidungsalternativen
  3. Wie sichere ich mir die größtmögliche Unterstützung für die Umsetzung der Entscheidung?

Genau diese Fragen werde ich exemplarisch und leider ohne Beteiligung des Entscheiders 🙂 zu klären versuchen.

Dazu jedoch Morgen mehr!

Selbstdisziplin macht frei!

© Tomo Jesenicnik - FOTOLIA

Wenn die Sprache auf Selbstdisziplin kommt, ist die Meinung geteilt. Die einen sehen sich dadurch eingeschränkt und glauben ihre Freiheit in Gefahr, die anderen halten Selbstdisziplin für pure Notwendigkeit, um erfolgreich sein zu können.

Ich persönlich glaube inzwischen, dass Selbstdisziplin falsch verstanden zu Masochismus führt 🙂 Meine persönliche Erkenntnis: Selbstdisziplin heißt nicht, dass ich mich ständig zu etwas zu zwingen muss. Sondern es heißt, dass ich meine Versprechungen mir und anderen gegenüber einlöse. Nicht mehr und auch nicht weniger! 😮

Ich denke daher, Selbstdisziplin kann nur dann funktionieren, wenn ich mich nur zu Dingen verpflichte, die ich auch machen möchte oder von denen ich zumindest überzeugt bin.

Ich gehöre noch zu den Menschen, die dem Deutschen Staat einen Teil ihrer Zeit schenkten. Ich erinnere mich noch an eine Episode in der Grundausbildung (ja, ich meine die Bundeswehr).

Stabsunteroffzier: „Ich will, dass Ihr die Höhe 235 hochstürmt und danach wieder herunter kommt, sie noch einmal hochstürmt und die Höhe dann besetzt.

Ich: „Was soll der Sinn dahinter sein?“ 😛
Stabsunteroffizier: „Funker Lietz, wenn ich #+######### einen Befehl gebe, dann wird der ausgeführt +?#######! Ich will hier Disziplin sehen, haben Sie das verstanden?“

Mein damaliger Ausbilder gibt hier ein gutes Beispiel, wie Disziplin nicht funktionieren sollte. Hätte er uns damals gesagt, dass wir einfach fitter werden müssen, wären wir wahrscheinlich motivierter gewesen 🙂

Mit der Selbstdisziplin ist es nicht anders. Wenn wir uns etwas vornehmen, ohne es auch zu wollen, dann arbeiten wir ständig gegen uns selbst. Auch wenn wir das Vorgenommene dann erreichen, gibt es uns nichts. 🙁

Am besten funktioniert Selbstdisziplin, wenn wir unbedingt etwas erreichen wollen, wir aber die Angst überwinden müssen, das Unbekannte zu wagen 🙂

Wenn ich es dann geschafft habe, dann bin ich der König der Welt! 😛

Was passiert, wenn ich diese Selbstdisziplin nicht leben möchte? Dann kommt der große Rechtfertigungsblues, warum ich nicht da bin, wo ich eigentlich hin gehöre. Die anderen sind schuld, weil sie mir keine Chancen gegeben haben oder meine Arbeit nicht zu schätzen wissen.

Noch schlimmer: Ich geben einem Freund oder Kunden die Zusage, etwas für ihn zu tun, aber dann mache ich es doch nicht. Klar, dann ist das Wetter schuld, der Hund von meinem Nachbarn oder mein Onkel, der jetzt zum dritten Mal verstorben 🙂 ist, usw.

Frei bin ich dann, wenn ich das machen und erreichen kann, was ich will und es gibt nichts, keine Kette, kein Zelle, kein Unrechtsregime, was so unfrei macht, wie mangelnde Selbstdisziplin 😯

Wieviel Selbstdisziplin ist gut und wann wird es zuviel?

Wer weiß? Ich weiß allerdings, dass ich längst noch nicht genug davon habe, da ist noch einiges zu tun! 🙂

Wie stehen Sie zu dazu?

Networker völlig Bloglos

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Blogger sind meistens Networker. Denn Blogs vernetzen sich, um ihren Lesern einen schnellen Überblick über die Meinungslandschaft zu einem gerade aktuellen Thema geben zu können.

Was mich immer wieder wundert: Kein Profi-Networker setzt Blogs fürs Networking ein.

Was meine ich damit?

Angenommen, ich bin so ein Supernetworker mit tausenden von Kontakten. Dann könnte ich doch Personen, die ich kennen gelernt habe und für die ich zum Beispiel noch keinen geeigneten Gegenpart für ihr Anliegen gefunden habe in meinem Blog vorstellen. Gleichzeitig wäre es bestimmt auch interessant, darüber zu bloggen, wo ich bereits einen Kontakt herstellen konnte als Success-Story.

Das alles natürlich immer nur mit der Zustimmung derjenigen, über die ich blogge 🙂

Damit die Sache nicht ganz so aufwändig wird, müßte unser Networker lediglich Links auf das jeweilige OpenBC Xing-Profil oder LinkedIn-Profil der Kontakte setzen.

Leser des Blogs können über Kommentare weiterhelfen und ihrerseits Kontakte empfehlen. Ich stelle mir so einen Blog extrem spannend vor. Insbesondere, da Networker per definitionem Gott und die Welt kennen, müsste ein solcher Blog innerhalb von Wochen zu den Spitzenblogs zählen. 🙂

Aber vielleicht liegt den Profi-Networkern das Schreiben nicht so. 😛

Google-Cocktail: Wie kommen die Leute auf den Excellence Blog?

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Über die Auswertung von Logfiles treten hin und wieder interessante Sachen ans Tageslicht. Ich weiß nicht ganz wie das funktioniert, aber wenn jemand durch Google auf meine Website kommt, dann kriege ich auch den Suchbegriff serviert, den mein Besucher benutzt hat.

Ich bin dabei immer wieder erstaunt, wie Sie meine lieben Leser zur mir finden. 🙂 Hier nur einige wenige Beispiele:

Suchbegriff: „Tarzan im Dschungel“ gefundener Beitrag: Tarzan im Dschungel der Entscheidungen oder König der Methoden?

Suchbegriff: „Paranoiker“ gefundener Beitrag: Piechs Powerplay

Suchbegriff: „Wie verführe ich meinen Chef?„(!) gefundener Beitrag: Wie verführe ich meinen Wunschkunden?

Suchbegriff: „hart genug blog“ gefundener Beitrag: Ich will mehr!

Das ist schon sehr wundersam, denn die Suchenden finden doch häufig gar nicht, was Sie ursprünglich wollten. Mich würde mal interessieren, wie viele davon wieder kommen. Denn mein Blog fokussiert sich doch vornehmlich auf Selbständige, Unternehmer und Manager.

Vielleicht sind Sie auch auch ein Leser, der mehr zufällig hier herein gestolpert ist? Dann würde mich brennend interessieren, was Sie veranlasst hat, wieder zu kommen. Ich bin auf Ihre Kommentare gespannt!

Apple bleibt sich treu

© Uwe Wittbrock - FOTOLIABill Gates begann seine Karriere damit, dass er die Programmiersprache BASIC für den Altair 8800 an Ed Roberts (dem Erbauer des Altair 8800) verkaufte. Das Besondere daran: den Altair gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht! Gates ließ seinen Kumpel Freund Paul Allan eine Simulation auf dem Großrechner der Stanford University entwickeln und programmierte darauf die auf dem Altair laufende Programmiersprache BASIC.

Ohne diese wäre der Altair damals relativ wertlos geworden. Ed Roberts brachte den Altair zusammen mit BASIC erfolgreich auf den Markt. Wenig später erfährt Gates von dem IBM-Plan, eines Personal Computer (PC) und verkauft dem blauen Giganten das Betriebssystem MS-DOS, das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht existiert. Nachdem er den Deal in der Tasche hatte, kaufte er einem heute unbekannten Programmierer dessen Betriebssystem „Quick and Dirty OS“ für 50.000 Dollar ab und benannte es in MS-DOS um. 😮
Der Rest ist Geschichte. Microsoft war sogar jahrelang berüchtigt, teilweise nur sog. Vapor-Ware anzukündigen, also Soft- oder Hardware, die nur ein bißchen Dampf und Nebel bei der Ankündigung erzeugt, aber am Ende nie auf den Markt gebracht wird. Microsoft ist sich in seiner Geschäftspolitik immer treu geblieben. 😛
Warum schreibe ich das alles unter der Überschrift „Apple bleibt sich treu“? Gestern meinte meine Frau zu mir, Apple hätte sein lang erwartetes I-phone vorgestellt. Schön für Apple, dachte ich mir, aber was wird da wohl anderes herauskommen als ein Handy mit Musikspielfunktion?

Schließlich gibt es Handys heute mit jedem möglichen Schnickschnack. Meine Erwartung war eben ein solches, aber ein wenig schicker als die meisten anderen.

Hätte ich mir mehr Gedanken darüber gemacht, wofür Apple steht und was die Firma erfolgreich macht, wäre ich vielleicht neugieriger gewesen. Denn wofür steht Apple? Innovative Technik? Ja schon, aber die Entwickler dort sind auch keine Hexer.

Was Apple immer wieder anderen Unternehmen voraus hat, das sind innovative Bedienkonzepte und das Design. Der erste Mac war damals revolutionär, der erfolglose PDA Apple Newton genauso, wie OS X, der Imac, der Ipod, I-tv, das im Februar auf den Markt kommt und jetzt das I-phone.

Was soll so innovativ an dem Bedienkonzept sein? Schon einmal ein Telefon mit nur einem Knopf gesehen? Genau, ich auch nicht. Und wie ich Apple kenne lässt es sich trotzdem hervorragend bedienen 🙂

Mehr dazu bei Robert Basic

Macht nachdenklich, oder? Überlegen Sie sich mal, was Ihr Unternehmen erfolgreich gemacht hat. Wofür könnten Sie bei Ihren Kunden stehen? Lässt sich das als Strategie langfristig verfolgen?

Ein kleines Jubiläum…

Ganz unbemerkt von mir und der Öffentlichkeit habe ich exakt 100 Beiträge in diesem Blog bis zum Jahresende verfasst 🙂

Mit diesem Beitrag sind es also Summa Summarum 103 Artikel. Ich bin begeistert 😛

Nicht in Stein gemeisselt

© Axel Teichmann - FOTOLIA

Das neue Jahr beginnt und Sie haben sich vermutlich auch schon viel vorgenommen.

Tun Sie sich bitte einen Gefallen in diesem Jahr: Machen Sie es sich leicht! Wenn ich ein Fazit aus dem letzten Jahr ziehen kann, dann ist es die Tatsache, dass die wenigsten sich am Ergebnis orientieren, sondern immer die Durchführung im Mittelpunkt steht. Ein Unternehmer zum Beispiel wollte bei der Suche nach einem Lieferanten unbedingt alles richtig machen und entwickelte ein aufwändiges und leider nicht wiederverwendbares Bewertungsschema, führte zahlreiche Gespräche und konnte sich am Ende nicht entscheiden, weil das benötigte Teil absolute standardisiert ist. Leider hatte er sein Bewertungsschema nicht auf für ihn persönlich wichtige Faktoren. Schade!

Machen Sie es sich leicht. Was ist das Ergebnis, was Sie benötigen und wie können Sie es am einfachsten erzielen?

Das gilt auch für so persönliche Angelegenheiten, wie die Formulierung von Zielen. Ziele sind wichtig, das sollte man vielleicht nicht zwischen Tür und Angel erledigen. Aber deb ersten Schritt, eine grobe Richtung, kann ich ziemlich schnell entwickeln. Nur schade, dass wir häufig mit der „ganz oder gar nicht Mentalität“ durchs Leben laufen. Ich halte es für fast unmöglich, ein Ziel gleich aus dem Stand perfekt zu formulieren. Unser Anspruch an Perfektion ist dabei häufig so hoch, dass wir es rechtzeitig formuliert haben könnten, um unseren Grabstein zu zieren. In dem Fall ist es dann ja auch richtig, so viel Zeit investiert zu haben, denn da wird es ja in Stein gehauen 🙂

Machen Sie es sich einfach. Halten Sie sich nicht ständig damit auf, die Dinge perfekt machen zu wollen. Sie sind aus der Schule heraus, keiner vergibt nachher Noten, ob das was Sie getan haben genial war oder der eine oder andere Fehler dabei ist.
Ein absoluten Paradebeispiel für mich sind all die Menschen, die keinen akademischen Grad haben, sich nicht über alle Dinge 500.000 Gedanken machen, sondern sie einfach umsetzen. Auf der anderen Seite steht unsere akademische Elite hat tolle Ideen (fast perfekt), kommt aber nicht in die Puschen, um sie umzusetzen. Ein Klassiker ist dann der Ausspruch „ich verstehe nicht, wie der so erfolgreich sein kann, ich habe tausendmal mehr drauf…“.

Also, machen Sie es sich leicht und machen sie einfach… 😛

Ein Jahr beginnt…

© Nikolai Sorokin - FOTOLIA2007 wird mein Jahr! Ein fester Glaubenssatz bringt von vorne herein den richtigen Schwung!

Den brauche ich auch, denn ich habe mir viel vorgenommen. Wie Sie vielleicht gelesen haben, schreibe ich an meinem ersten Buch und obwohl es genau so locker geschrieben sein darf wie mein Blog, braucht es doch seine Zeit, bis ich mich in die tägliche Schreibroutine rein gefunden habe. 😮

Nicht weniger Energie brauche ich, um die Sternstunden für Unternehmer in diesem Jahr auf den Weg zu bringen.

Was, Sie kennen die Sternstunden für Unternehmer noch nicht?

Entstanden sind die Sternstunden aus einer Selbsterfahrung. Ich bin vor einiger Zeit mit dem Vortrag „Entscheiden ohne Reue“ durch unsere wunderschöne Republik gereist. Nach meinem Vortrag habe ich immer sehr positives Feedback bekommen 🙂 und zwar fast unisono mit den Worten „Herr Lietz, das mit Ihren Entscheidungsfallen hat mir die Augen geöffnet“ oder „das mit den Entscheidungsfallen war neu für mich“. Mein Vortrag war 30-45 Minuten lang (je nach Anforderung) und der Teil über die Entscheidungsfallen lediglich 10 Minuten. Bei den ersten paar Malen habe ich noch mit den Schultern gezuckt. Dann wurde mir klar, da muss mehr dahinter stecken. 🙂

Ich habe die Feedbackgeber gezielt nach den anderen Teilen des Vortrags gefragt. Die Antwort: „War spannend und verständlich erklärt und sicher eine gute Wiederholung, aber nicht unbedingt neu.“

So So, nicht neu.

Andere Referenten haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Also dachte ich mir, wie wäre es denn, wenn ich meinen Vortrag auf reine Augenöffner und Aha-Effekte reduziere? Klar, dann ist er nur 10 Minuten lang, aber ich biete meinen Zuhörern maximalen Nutzen in kürzester Zeit. Nur welcher Unternehmer kommt zu einem Vortragsabend, der nur 10 Minuten lang ist? 🙂

Vermutlich keiner! Aber zu einer Vortragsstunde mit 6 Referenten à 10 Minuten, die ein richtiges Feuerwerk an Augenöffnern und Aha-Elementen abziehen, da werden vermutlich sehr viele kommen wollen und sie werden davon weiter erzählen! 🙂

Ein Konzept ist so lange ein Konzept, bis es am Markt getestet ist. Genau das habe ich in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsförderungen der Städte Maintal, Rüsselsheim und Hanau im vergangen Herbst bei fünf Veranstaltungen getan. Mit dem Ergebnis, das Konzept wird hervorragend angenommen und geradezu überschwänglich bewertet. Und das bei der Zielgruppe Unternehmer, die normalerweise nicht sonderlich leicht zu beeindrucken sind.

Das Interesse von Wirtschaftsförderungen und regionalen Banken hier in Rhein-Main ist groß, für ihre Klientel in 2007 eine Sternstunde abzuhalten. Daher wird es dieses Jahr 23 Termine geben.
Mehr geht aus rein technischen Gründen nicht. Denn hier liegt einfach mein persönliches Limit.

Die ersten beiden Termine kann ich hier auch schon einmal ankündigen:

12.02.2007 Forum12 in Hanau
13.02.2007 RheinMain-Network in Frankfurt-Höchst

Übrigens nach der Pilotphase im vergangenen Herbst bin auch auch offen für „frische“ Referenten, die unsere Sternstunden für Unternehmer in Rhein-Main bereichern wollen. Schreiben Sie mir einfach eine Email oder hinterlassen einen Kommentar 🙂

Manch einer denkt sich vermutlich, so eine Sternstunde wäre auch etwas für seine Region. Kein Problem, ich kann Sie dabei unterstützen, das auch bei Ihnen umzusetzen. Dazu gehören zum Beispiel die Referenzen der Co-veranstaltenden Wirtschaftsförderungen. Denn ohne Partner, die für Raum, Catering und Teilnehmer sorgen, kann auch der zugkräftige Name wenig bewirken. 🙂 Wer weiß, vielleicht wird daraus ja eine Sternstunden-Bewegung 🙂

Ein weiteres Projekt ist gerade noch in der Entwicklung. Bei meiner Arbeit stelle ich immer wieder fest, dass die wenigsten Menschen sich klar machen, was sie wirklich wollen. Dabei ist das eigentlich ganz einfach. So einfach, dass es oft gar keinen Coach braucht, um selbst dahinter zu kommen. Allerdings muss ich wissen, wie. 🙂

Gar kein Problem. Denn demnächst gibt es ein kleines Arbeitskartenset (3 Kärtchen) im Kreditkartenformat, das ich überall mit hin nehmen kann. Mit diesen Karten finde ich in gut 10 Minuten heraus, was ich wirklich in einer Situation, Entscheidung oder Verhandlung will. Klingt zu schön um wahr zu sein? Warten Sie ’s ab!

Und natürlich meine lieben Leser, lasse ich Sie nicht im Stich. Auch 2007 werden Sie fast täglich von mir lesen 🙂

Also, lassen wir es krachen!

Alles in Butter?

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Haben Sie schon alle Geschenke für Ihre Lieben?

Was wird es denn diesmal sein? Das Schreibset von Montblanc? Der Ipod? Die wertvolle Erstausgabe? Chanel No 5? Der Goldschmuck?

Es ist schon prima, wenn wir alles zusammen haben. Bei der Verpackung haben wir oft die Wahl. Die Verkäufer fragen dann: Sollen wir es für Sie einpacken? Wenn wir mit „ja“ antworten gibt es oft eine kleine Show gratis. Denn dann das Geschenkpapier ist meist nur Beiwerk. Was uns die geschulten Einpacker dann zeigen ist schon eine eigene Kunst. Ich schaue jedes Mal genau hin. Aber wenn ich ähnlich reichhaltige Schleifen und Anhänger in Heimarbeit nachmachen möchte ist das Ergebnis oft enttäuschend 🙁

Dennoch der Inhalt bleibt hier immer die Hauptsache. Gehen wir allerdings durch einen ganz gewöhnlichen Supermarkt, dann machen wir eine interessante Entdeckung: Oft sind die Verpackungen so aufwändig, dass der Inhalt weniger Wert ist, als die Verpackung! Bestes Beispiel: Die Cola-Dose. Wir wissen, der Inhalt ist nur Wasser, Farbstoff und etwas Zucker, bzw. Süßstoff, wenn es „light“ ist. Die Dose ist also mehr wert, als der ganze übrige Rest! Wie ist es mit der Diät? Eine aufwändige Papp-Packung, in der viele kleine Beutel stecken. Glauben Sie wirklich, der pulverförmige Inhalt macht den Hauptteil der Kosten aus? Nö! Wann immer Sie in die Kostenkalkulation der Hersteller Einblick erhalten, wird es interessant. Der Hauptteil der Kosten kommt durch die Verpackung, evtl. Patente und evtl. durch die Logistik. Könnten wir also unsere Einkäufe wesentlich preiswerter bekommen, wenn wir eine Einheitsverpackung akzeptieren würden?

Vielleicht. Doch die Frage ist rhetorisch. Denn der Großteil unseres Konsumerlebnisses kommt durch die Verpackung. Malcolm Gladwell zeigt uns in seinem Buch „Blink“, dass wir gar nicht darauf verzichten könnten! Wie schade 😉

Wenn Sie sich also demnächst über die Preise ärgern, fassen Sie sich vielleicht erst einmal selbst an die Nase 🙂

Frohes Shopeinachten!