Entscheiden ohne Reue

Tausend Richtungen

Alte runzelige Frau mit HochsteckfrisurEntscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. Das ist alles, was wir über Entscheidungen wissen müssen. Der Rest ist Logik und gesunder Menschenverstand.

Die Alte im Zug

“Kai, Du hast einen Wunsch frei. Was wünscht Du Dir?

Eine merkwürdige Situation. Ich sitze im ICE nach München. In Nürnberg muss diese umwerfend aussehende alte Dame mit ihrer 30 cm Hochsteckfrisur eingestiegen sein. Trotz ihrer Million Falten sah sie einfach großartig aus. Das ist es wohl, was Charisma ausmacht.

Ich hatte gar nicht gemerkt, wie sie sich neben mich gesetzt hatte. Aber Sie kannte meinen Namen und stellte mir diese Frage. “Was wünscht Du Dir?”

Das ist eine gute Frage! Wie jeder andere auch, könnte ich mir einen feuerroten Ferrari, eine Weltreise, eine Million Euro wünschen oder was man sonst so haben will.

Was ist der Haken?” Es kann ja nicht sein, dass ich einen Wunsch erfüllt bekomme, ohne dass eine Gegenleistung erwartet würde.

 

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Fallobst – eine schwere Entscheidung

Apfel StammDer Höhepunkt meines Einkaufs ist der Obststand. Da liegen sie in den schönsten Farben: Die Früchte aus aller Herren Länder. Lecker! Dort präsentieren sich selbst Äpfel makellos. Dabei fallen reife Exemplare gerne vom Baum. Wären wir in der Natur, müssten wir uns nicht einmal nach so einem Apfel strecken. Er fällt uns vor die Füße. Wie praktisch! Dafür müssen wir dann allerdings auch mit ein paar Macken oder der einen oder anderen faulen Stelle Vorlieb nehmen.

Am Obststand gibt es kein Fallobst zu kaufen. Denn für unser Geld erwarten wir nur das Beste.

Beim Entscheiden geben wir uns allerdings oft mit den Alternativen zufrieden, die uns direkt vor die Füße fallen. Wir merken ja meistens erst, dass eine Entscheidung ansteht, wenn wir mit verschiedenen Alternativen konfrontiert sind. Holla! Jetzt muss ich mich entscheiden! Was nehme ich denn?

In der Frage ist die schmale Auswahl bereits enthalten. Selten fragen wir, » gibt es denn nichts Besseres? « Nein, wir beklagen höchstens unsere mangelnden Gestaltungsmöglichkeiten. »Ich kann gar nicht so, wie ich wollte!«

Wir geben uns also mit dem zufrieden, was uns direkt vor die Füße gefallen ist. In der Natur wäre das Fallobst. Am Obststand würde der Händler sich schämen, uns so etwas anzubieten. Und was machen wir? Wir suchen nach der Alternative mit den wenigsten Macken und Fallspuren und nennen es eine schwere Entscheidung.

Begeistert Entscheiden

KrötenwanderungNormalerweise möchten wir Menschen auf die Finger klopfen. Wenn sie von etwas begeistert, ohne großes Nachdenken entscheiden. Denn unsere Begeisterung lässt uns selten die Kehrseiten unserer Faszination erkennen. Schon ohne Begeisterung ignorieren die meisten Menschen negative Informationen.

Doch um diesen Fall geht es heute nicht. Stattdessen möchte ich unser Auge darauf lenken, wie sehr uns das Entscheiden begeistern sollte.

Noch sehen das viele ganz anders: »Was soll daran schon begeistern? Ich muss bei meinen Entscheidungen so viele Kröten schlucken, dass Naturschützer mich als offiziellen Krötenwanderweg ausgewiesen haben!«

Die Entscheidung kann nichts für unsere Fehler

Das klingt nicht unbedingt begeisternd. Es soll allerdings auch Menschen geben, die ihre Katze in der Waschmaschine gewaschen und anschließend in der Mikrowelle getrocknet haben. Oder wie IT-Servicetechniker sagen: »Der Fehler sitzt in der Regel vor dem dem Gerät.«

Das begeistert

Im Moment der Entscheidung bekommen wir das, was wir schon die ganze Zeit wollten. So läuft es im Idealfall. Ich finde, das ist ein Grund für Begeisterung.

Stellen wir uns ein kleines Kind vor, wenn ein lang gehegten Wunsch erfüllt wird. Das ist Begeisterung! Diese Art der Begeisterung könnten wir auch empfinden.

Schritt für Schritt in die Zukunft

Natürlich ist diese Sicht sehr vereinfacht. In der Regel erarbeiten wir mit unseren Entscheidungen immer nur kleine Teile von dem, was wir ultimativ gerne erreichen wollen. Es wäre wahrscheinlich einfacher, wenn wir unsere Zukunft mit einer einzigen Entscheidung direkt vor die Haustür geliefert bekämen. Aber als ich beim letzten Mal nachgesehen habe, hatte keines der großen Versandhäuser – auch nicht Amazon – die Zukunft im Angebot.

Daher realisieren wir sie uns Stückchen für Stückchen mit unseren Entscheidungen. Doch wenn wir nur einen Funken Vorstellungskraft besitzen, müsste uns diese Idee bei jeder Entscheidung begeistern: »Ich bekomme das, was ich will!«

Und was ist mit den Kröten?

So wie in die Waschmaschine keine Katze, sondern Wäsche gehört, so müssen wir unsere Entscheidungen mit dem richtigen Informationen beliefern.

Wenn heute ein Fee käme und uns anbieten würde, alles zu erfüllen, was wir wirklich wollen, hätten über 80 Prozent der Menschen ein Problem. Denn die meisten von uns haben keine klare Vorstellung davon, wie sie ihre Zukunft aussehen lassen wollen.

Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. Wenn wir nicht wissen, was wir wollen, landet die Katze doch wieder in der Waschmaschine. Nicht nur Katzen lehnen das ab.

Was haben wir 2023 erreicht?

Und daher lautet mein Rat des Tages: Finden wir heraus, was wir wirklich wollen. Dann dürfen wir bei unseren Entscheidungen auch begeistert sein.

Wie sehen unsere Ziele für das Jahr 2023 (kein Schreibfehler) aus? Was wollen wir alles erreicht und umgesetzt haben?

Wachtmeister Faust im Angesicht der Zeugin

Es gibt Momente, die möchten wir einfach zurückdrehen, bevor sie passiert sind. Denn ohne große Ankündigung steht plötzlich und unerwartet unser Schicksal auf dem Spiel.

So geht es jetzt vielleicht einem Polizisten in München. Heute früh zeigt die BILD das Foto einer jungen Frau mit gebrochener Nase und blauem Auge. Das Ergebnis eines Nachmittags im Polizeigewahrsam. So jedenfalls verkauft das Boulevard-Blatt die Nachricht.

Was war passiert? Die Junge Frau ruft bei einem Streit mit ihrem Freund die Polizei. Die Beamten nehmen beide mit aufs Revier. Dort gerät die 22-Jährige (nennen wir sie Viktoria) auch mit den Beamten aneinander. Der Streit eskaliert so weit, dass die Polizisten sie in eine Zelle verfrachten und auf einer Bank fixieren wollen. Dabei spuckt sie die Beamten an und tritt um sich.

Was dann passiert ist noch strittig. Das Ergebnis allerdings nicht. Einer der Polizisten (nennen wir ihn Wachtmeister Faust) schlägt Viktoria mit der Faust ins Gesicht. Als Leser bin ich erst einmal schockiert!

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Am Rande einer erfolgreichen Karriere

Annette SchavanIn diesen Tagen möchte sich Frau Schavan wahrscheinlich am liebsten auf die Zunge beißen. Hätte sie nur im Fall zu Guttenberg den Mund gehalten!

Ich will nicht beurteilen, ob Frau Schavan in den 80ern in ihrer Doktorarbeit schlampig zitiert hat oder ob sie wissentlich eine Abkürzung zu viel genommen hat. Vielleicht weiß das noch nicht einmal Frau Schavan selbst.

Schuld ist für mich auch nicht interessant. Spannend dagegen ist die Entscheidung, die sie für sich treffen muss.

In den Schuhen einer Ministerin

Versetzen wir uns einmal in ihre Lage: Wir haben vor rund 30 Jahren alles daran gesetzt, unseren Doktortitel zu bekommen. Wir haben seitdem ordentlich Karriere gemacht. Die weiteren Aussichten waren bis vor Kurzem prächtig. Doch von einem Tag auf den anderen ist alles anders. Jemand hat sich tatsächlich die Mühe gemacht, unsere Doktorarbeit einzuscannen, eine Texterkennung drüber laufen zu lassen und mit den Quellen der damaligen Zeit abgeglichen. Das Ergebnis: Zitierfehler ohne Ende. Der Vorwurf von Plagiaten steht im Raum.

Nicht nur der politische Gegner fordert Blut, auch die Alma Mater der Ministerin, die Universität Düsseldorf prüft, ob ihr der Doktortitel entzogen werden soll. Wie schon im Fall zu Guttenberg hat der Doktortitel nicht viel mit Schavans heutigem Job zu tun. Doch sollte sie ihn verlieren, fordern viele ihren Rücktritt.

Was sollen wir jetzt tun? Das ist eine spannende Frage. Denn wir sind nicht freiwillig in diese Situation geraten. Wir werden zu unseren Entscheidungen genötigt. Viele Menschen reagieren dann oft kopflos und versuchen die Situation zu ändern. Zum Beispiel behaupten sie, die Anschuldigungen seien nicht wahr. Das konnten wir gut bei Theodor zu Guttenberg und Christian Wulff beobachten.

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Der enttäuschte Chef

Zorn»Ich wünschte, das wäre alles nicht passiert!« Kennst Du das auch? In einem kleinen Moment der Schwäche machen wir einen vermeidbaren Fehler und die Konsequenzen verfolgen uns wie die Zombies in einem schlechten Film. Doch anstatt der Zombies, sind wir es, die stöhnen und das Schicksal verfluchen.

Also, wir haben einen Fehler gemacht. Das ist menschlich. Wer lebt, macht nicht immer alles richtig. Das ist nicht tragisch. Doch dann kommen die Vorwürfe vom schlechtesten Chef aller Zeiten.

Bosses Mund tut Schmerzen kund

»Du hast mich schwer enttäuscht!« »Was hast Du Dir dabei nur gedacht?”« »Ich hätte mir eigentlich denken können, dass Du das vermasselst!« »Wer sonst, als ausgerechnet Du, musste hier versagen

Unter dem Druck der Anschuldigungen geht es uns natürlich nicht gut. Unsere Körperhaltung macht alles klar. Hier steht ein steht ein geschlagener Krieger. Der ist nicht ernst zu nehmen.

Zum Versagen geboren

Ab dem Zeitpunkt käme es schon einem Wunder gleich, wenn uns noch etwas Gutes gelänge. Denn unser geschlagenes Selbstwertgefühl lässt uns nur noch zweitklassige und schlechte Alternativen sehen. Die wichtigste Person beim Entscheiden ist eben der Entscheider selbst.

Der Chef und unser Privatleben

Warum lassen wir den schlechtesten Chef nicht das sein, was er ist? Eine Person, die ganz offensichtlich nicht unser Bestes im Sinn hat. Eine Person, mit dem wir am besten nichts zu schaffen haben sollten. Stattdessen laden wir sie zu uns nach Hause ein, verbringen unsere Freizeit mit ihr und lassen sie an allem teil haben.

Der innere Kritiker

Denn diese Person ist unser innerer Kritiker. Wie ein schlechter Chef stellen wir unrealistische Erwartungen an uns. Erwartungen, die niemand erfüllen kann. Denn wir sind Menschen. Wir dürfen uns hohe Ziele setzen, aber wir sollten uns auch die Möglichkeit einräumen, dazu zu lernen und Fehler zu machen.

Ein Glaubenssatz der Vieles verändert

Ich gebe es zu. Ich habe auch immer sehr hohe Erwartungen an mich. Daher stellen mich Erfolge selten zufrieden. Ich finde immer etwas, was hätte besser laufen können. Aber gleichzeitig habe ich vor einigen Jahren eine Einstellung zu mir gefunden, die es mir ermöglicht auch mit meinem gelegentlichen Stolpern konstruktiv umzugehen.

Es ist ein Glaubenssatz, der ganze Welten bewegen kann: »Ich kann mich nicht enttäuschen. Das ist nicht möglich. Ich liebe, was ich mache und wie ich es mache!«

Seitdem bin ich mir selbst ein besserer Chef. Wenn ich heute in den Sack haue, dann berührt mich das kaum mehr als eine rundum gelungene Leistung. Ich schaue mir an, was ich besser machen kann und gehe meine nächste Aufgabe an.

Meine Entscheidungen hat das durchweg besser werden lassen.

Die kostenlos Entscheidung

Rätsel FragezeichenFacebook ist kostenlos. Ist das nicht toll? Da gibt es eine Plattform, die mir unbegrenzte Möglichkeiten zur Selbstdarstellung gibt und ich muss keinen einzigen Cent dafür bezahlen. Die Google-Suche ist kostenlos. Unglaublich! Dabei beantwortet die Suchmaschine beinahe jede Frage in weniger als einer Zehntel-Sekunde!

Die Nachrichten auf Spiegel, n-tv, Zeit, Bild, etc. sind kostenlos. Wir bekommen heute schon die ersten Meldungen, während sich die Lage noch entwickelt.

Warum ist das alles kostenlos? Klar, wir könnten über die Ökonomie der Märkte argumentieren. Dass ein Preis von Null den Bedarf ins unendliche schießen lässt. Wir könnten aber auch von uns ausgehen. Wenn Facebook etwas kosten würde, dann ließen wir es vermutlich sein. Denn welchen Mehrwert haben wir von Katzenbildern, Fake-Hoaxes und einer unendlichen Abfolge kaum erträglicher Selbstdarstellungen?

Aber es ist kostenlos. Wir müssen nicht abwägen, ob uns Facebook z.B. 10 Euro pro Tag wert ist. Also verbringen wir unsere Zeit mit Katzenbildern, Fakes und Selbstdarstellungen und hin und wieder dem einen oder anderen persönlichen Kontakt.

In den alten Tagen hieß es immer, Zeit ist Geld. Allerdings hat der durchschnittliche Bundesbürger da auch noch nicht 4 Stunden täglich mit Fernsehen und Internet verbracht. Was könnte man nicht alles mit 4 Stunden täglich anfangen? Zum Beispiel in drei Monaten eine europäische Fremdsprache erlernen. Man könnte auch ein eigenes Buch schreiben oder man könnte die Zeit einfach mit dem Partner verbringen.

Denn der häufigste Trennungsgrund ist nicht, dass der andere so unerträglich ist. Vielmehr ist es der Wunsch, dass man dem anderen nicht gleichgültig ist. Wer aber gerade über Facebook chattet, geht gerade nicht auf die Wünsche seiner besseren Hälfte ein.

“Kostenlos” ist eine Entscheidungsfalle, auf die wir hereinfallen können. Doch kostenlos ist nicht kostenlos. Die Kosten sind nur viel unmittelbarer als uns das bewusst ist.

Stellen wir uns einmal vor, wir gehen in ein Kaufhaus und schlendern zufällig an einer inhouse Dessous-Modenschau vorbei und bleiben kurz stehen. Schön nicht? Der Ausblick ist sogar kostenlos!

Stellen wir uns weiter vor, dass uns ab jetzt drei der Dessous-Modells durch das ganze Kaufhaus folgen und immer wieder auf die Sonderangebote an ihrem Körper hinweisen. Aufdringlich! Aber es geht weiter. Wir verlassen das Geschäft und gehen gegenüber zur Apotheke.

Doch die Dessous-Modells lassen nicht von uns ab. Jetzt wird es peinlich. Die Verkäuferin in der Apotheke schaut uns fragend an und wir verlassen das Geschäft, ohne etwas gekauft zu haben. Eigentlich wollten wir ein Multivitaminpräparat, aber unter diesen Bedingungen fehlt uns die Ruhe dazu.

Gehetzt schauen wir uns um. Tatsächlich: Neben unseren drei Dessous-Modells folgt uns jetzt auch noch eine überdimensionale Figur in den Farben von Multivitamin. Was für ein Horror!

Am liebsten möchten wir uns heulend in die Ecke stellen. Aber da sitzt schon einer und möchte uns ein natürliches Antidepressivum andrehen. Ach nein! Das ist ein Penner mit einer Flasche Rachenputzer. Plötzlich verstehen wir nur zu gut, wie man dort enden kann.

Endlich! Ein Polizist! “Ich habe Werbestalker, können Sie dafür sorgen, dass sie mich in Ruhe lassen?” Nein kann er natürlich nicht. Denn wir sind ja freiwillig ins Kaufhaus und in die Apotheke gegangen. Da ist es völlig legitim, dass wir solange verfolgt werden, bis wir etwas gekauft haben.

Ein Albtraum? Nein! Im Internet ist das die Realität. “Kostenlos” bezahlen wir mit unserer Zeit und mit unseren Daten. Wollte meine Frau sehen, was ich in den letzten Tagen für sie gekauft habe, müsste sie nur schauen, welche Werbung in meinem Browser läuft. An der Parade der Internetstalker lassen sich meine Einkäufe ziemlich gut zurückverfolgen.

Welche der heutigen Kostenlos-Angebote würden wir nutzen, wenn jedes davon 10 Euro kosten würde? Zehn Euro sind kein großer Betrag. Am Geld würde es also nicht wirklich liegen. Wir würden uns nur die Frage stellen, ob es das wert wäre. Und das ist die Schlüsselfrage. Was ist es uns tatsächlich wert? Was verdient unsere Aufmerksamkeit und was nicht?

Eine riskante Entscheidung

AbgrundMorgen, am 26. Oktober 2012 wird Microsoft Windows 8 vorstellen. Weltweit setzen mehr als 90 Prozent aller PCs auf Microsoft Windows. Microsoft ist Markführer und Quasimonopo­list. Hinter der Einführung des neuen Betriebssystems steht eine der riskantesten Geschäftsentscheidungen, die Microsoft jemals getroffen hat.

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Bedarflos glücklich

Steve JobsAls Apple vor zwei Jahren sein iPad vorstellte, fragte sich die halbe Welt: wozu? Die andere Hälfte war begeistert. Apple schuf damit einen neuen Markt, der inzwischen traditionellen Laptop-Herstellern wie Dell und Hewlett Packard das Wasser abgräbt. Das Segment der Netbooks ist inzwischen sogar vollständig verschwunden.

Auch wenn seine Nutzer anfangs nicht wussten, was sie mit ihm anfangen wollten, hat sich das iPad inzwischen auf den Sofas der Republik breit gemacht.

Viele Computer-Analphabeten der älteren Generation haben über das kleine Elektroniktäfelchen Anschluss ans Internet gefunden.

Meine Mutter schreibt mir heute ganz selbstverständlich Emails, liest meine Blogbeiträge und schaut sich die Videos meiner Auftritte auf Youtube an.

Allein für diese Leistung bin ich dem verstorbenen Steve Jobs und Apple dankbar. Ich selbst habe mir kein iPad gekauft. Denn ich brauche es nicht.

Und an dieser Stelle wird es merkwürdig. Denn nicht wenige iPad-Fans in meiner Umgebung sind der Meinung, dass ich unbedingt dieses einfach zu bedienende Universalgenie brauche. Ihr Argument: »Wie willst Du wissen, ob Du es nicht doch brauchst? Das weißt Du doch erst, wenn Du es hast

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Gedankenviren und Entscheidungen

SW Fotokopie KJL nettSpätestens seit den ersten Priming-Experimenten wissen wir, dass unsere Entscheidungen stark davon abhängen, mit welchen Themen wir uns aktiv beschäftigen. Zum Beispiel neigten Studenten dazu, bei Testaufgaben weniger zu betrügen, wenn sie zuvor in einer Aufgabe die zehn Gebote aufschreiben mussten. Selbst wenn sie durch ihren Betrug einen finanziellen Vorteil gehabt hätten.

Das gibt uns zu denken

Wir sollten aufpassen, womit wir uns beschäftigen. Schreiben wir zum Beispiel einen Artikel darüber, wie gut uns Fastfood in unserer Jugend geschmeckt hat, könnte unsere Restaurantwahl am Mittag wenig überraschend ausfallen.

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