Lebenslang Gefängnis?

Fotolia_1229578_S Kinder sollen nach dem Willen des Hessischen Ministerpräsidenten Koch in begründeten Fällen ins Gefängnis. Angesichts des Aufschreis, der durch die Republik geht, kann ich beruhigt feststellen, die Reflexe funktionieren noch, ich lebe nach wie vor in Deutschland. 🙂

Ganz abseits des Wahlkampfgetöses, hat jeder von uns natürlich seine eigene Meinung zum Thema.

Ich persönlich bin noch nie auf offener Strasse beraubt, beleidigt oder körperlich angegriffen worden. Würde ich also von diesen persönlichen Erfahrungen ausgehen, müßte ich die Vorstöße in Richtung einer Verschärfung des Rechts ablehnen, weil dadurch mehr Staat geschaffen und die Freiheit eingeschränkt wird. Weiterlesen

Abgedreht oder sinnvoll?

Judge's Gavel © James Steidl - Fotolia.com In manchen Worten versteckt sich mehr Weisheit, als man zunächst vermutet. So durfte ich vor Tagen bei Jochen Mai lernen, dass Kritik sich vom griechischen krinein ableitet, was so viel heißt, wie unterscheiden oder trennen. Es wird natürlich anders verstanden, aber man könnte durchaus der Meinung sein, dass ich mich von meinem Gesprächspartner (gedanklich) trenne, wenn ich Kritik übe. Deshalb ist der Kommunikationskniff beliebt, durch entsprechende Fragen eine Selbstbewertung und Kritik des Gesprächpartners zu provozieren. Andere nennen das dann Manipulation. 😐 

Vor wenigen Tagen habe ich über das Urteilsvermögen geschrieben. Wikipedia unterscheidet die Begriffe Urteilsvermögen, Urteilskraft und Urteilsfähigkeit nicht:

Urteilsvermögen ist das Vermögen sich ein persönliches Urteil zu bilden. „Vermögen“ versteht sich dabei als Möglichkeit, als Fähigkeit und Können. Synonyme bilden daher Urteilsfähigkeit und Urteilskraft. „Urteil“ bezeichnet hier die korrekte Beurteilung einer Situation oder eines Sachverhaltes und ist somit die Grundlage des nachfolgenden, auf Vernunft basierenden, Handelns

Ich finde das schade. Denn es ist durchaus möglich, diese Begriffe differenziert zu betrachten.

Mein Vorschlag

Urteilskraft bezeichnet die innere Konstitution, ein Urteil zu fällen und durchzusetzen

Urteilsvermögen hingegen ermöglicht mir einzuschätzen, inwiefern verschiedene Handlungsalternativen meinem Ziel dienen.

Die Urteilsfähigkeit setzt sich aus dem Urteilsvermögen und der Urteilskraft zusammen. Sie ist demnach der Oberbegriff. Als Voraussetzung für seine Urteilsfähigkeit muss der Entscheider klare Ziele formuliert haben und gute Gründe haben, diese erreichen zu wollen.

Dünnes Eis

Natürlich ist das dünnes Eis, auf dem ich mich hier bewege. Da kann ja jeder kommen, oder nicht? Ich will hier auch keine Normen aufstellen, sondern ein wenig die Weisheit meiner Leser strapazieren.

Angenommen, die Wikipedia-Definition wäre ungenau. Wie würden Sie diese Begriffe definieren?

Im Tal den Schwung der Entscheidung nutzen

© Protosom - Fotolia

„Ich bin erfolgreich, ich habe in meiner Karriere alles erreicht, was man in meinem Alter erreichen kann!“ Teilte mir ein junger Manager vor zwei Jahren mit. Trotz dieser Aussage war er zutiefst unzufrieden, weil er „sein eigenes Ding“ machen wollte. Das kann ich gut verstehen, denn das war ja auch Teil meiner Motivation, Entscheidercoach zu werden.

Wer einen Gipfel erreicht hat, wird von dort aus nicht direkt weiter nach oben gehen können. Unser Jungmanager sah das jedenfalls so. Er machte sich daher selbständig. Eine Entscheidung, die mir immer wieder meinen tiefsten Respekt verdient. Denn das ist sicher nicht der leichteste aller Wege.

Aber zurück zum (kleinen) Gipfel. Wer von dort aus startet, um einen anderen Berg zu besteigen, sollte eigentlich wissen, dass er dafür ein Tal durchqueren muss. Die Radfahrer bei der Tour de France – ob Sie nun pharmazeutisch unterstützt sind oder nicht – wissen, dass Sie den Schwung vom Abwärtsfahren nutzen können, um entweder schnell das Tal zu durchqueren oder sogar die ersten Meter des neuen Anstiegs zu bezwingen.

Bei uns erfolgsgeilenorientierten Unternehmern und Selbständigen passiert aber häufig das genaue Gegenteil.

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Vermögens-Aufbau

Winter2007-2008 032 „Verdammt! Das habe ich so nicht erwartet!“ So ein Urlauber, der in seinem Alpen-Resort feststellt, dass erstens die Unterkunft unter aller Kanone ist und zweitens beinahe alles was Spaß macht, auch noch extra kostet und überbucht ist.

Was hat er falsch gemacht?

Vielleicht nichts. Denn oft liegt es an dem eigenen Urteilsvermögen. Angenommen unser Urlauber war noch nie in den Alpen. Ein Arbeitskollege schwärmt ihm, von den tollen Unterkünften dort vor, den hohen Standards und den günstigen Pauschalangeboten. Am Tag darauf flattert ihm ein Angebot für eine Woche Österreich inklusive Anreise im Vier-Sterne-Bus und Drei-Sterne-Unterkunft und Vollpension für 250 Euro pro Person ins Haus.

Da kann man doch gar nichts falsch machen, denkt sich der urlaubsreife Entscheider und bucht für sich und die zweitbeste Ehefrau von allen (die beste hat definitiv sein Kollege) eine Woche „Luxus in den Alpen“.

Wie kann ich es besser machen?

Alles ist teuer und alles ist schlecht. Keine Spur von Luxus sondern der Schweißgeruch einiger Generationen von Wintersportlern macht den Aufenthalt zum aromatischen Alptraum. Seine Ehefrau sitzt weinend mit einer Flasche Chianti auf der Etagentoilette und hat sich definitiv in der Rangliste nach unten bewegt. Weiterlesen

Bekenntnisse eines Top-Entscheiders

© Edward White - Fotolia.comWas macht einen Top-Entscheider aus und was hat er davon, einer zu sein? Mögliche Antworten liefert das Bekenntnis eines Top-Entscheiders:

1. Ich weiß in jeder Situation, was das Richtige ist. Denn ich handle nach meiner eigenen Vision, die ich ständig im Blick habe. Das bedeutet für mich, dass ich sehr schnell entscheiden kann, wenn ich bereits die richtigen Optionen (Alternativen) habe. Ich handle dann mit großer  Entschiedenheit. Das gibt mir Sicherheit.

2. Ich habe Lust am Entscheiden und Gestalten. Wenn ich weiß, dass ich genau das bekomme, was ich will. Dann habe ich natürlich richtig Lust zu entscheiden. Das bedeutet für mich weniger Stress und mehr Freude am Leben und an der Arbeit.

3. Ich weiß, wo ich hin will.
Denn ich habe eine Vision für mich entwickelt, die selbst in schweren Zeiten ein Leitstern für mich ist und mir die Sicherheit gibt, eines Tages genau dort anzukommen. Das bedeutet für mich, es gibt immer einen Weg und ich finde ihn. Weiterlesen

Pralle Taschen

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum ich hier im Blog keine Werbung schalte oder andere Dinge mache, um mich für meinen Aufwand als Fach-Blogger bezahlen zu lassen. Ja, es ist ein Aufwand, aber einer, den ich gerne treibe und der in meiner Geschäftsplanung unter „Marketing“ läuft. Denn zum einen habe ich etwas zu sagen und habe mir dafür ein Sprachrohr geschaffen, zum anderen hilft der Blog ganz phantastisch, als Experte bekannt zu werden.

Wem das nicht reicht, der schaltet eben ein paar Anzeigen von Google und anderen oder geht einen noch schlaueren Weg. Ich habe vor kurzem mein Entscheider-Buch bei der Vewertungsgesellschaft WORT gemeldet.

Sie wissen schon, das ist jenes Unternehmen, das durch Copyright-Abgaben prallvolle Taschen hat und das Geld nun unter die Autoren bringen muss.

Das gilt im besonderen Maß für das Medium Internet. Denn die VG WORT kassiert ja eine Endgeräte-Abgabe, vom PC über den Bildschirm, Scanner bis zum Drucker. Dieses Geld darf die Gesellschaft nicht behalten.

Daher gibt es jetzt auch die Möglichkeit, seine Internet-Texte, so sie denn länger als 1.800 Zeichen sind zu melden. Jeder so gemeldete Text muss dann noch mit einem Zählpixel ausgestattet werden und dann braucht man nur noch auf das große Geld zu warten. 🙂

Mehr dazu unter: VG WORT 

Mein Artikel in ManagerSeminare

@ ManagerSeminareDas Magazin ManagerSeminare bringt einen Artikel von mir als Titelaufmacher im Januar 2008. Das freut den Autor! Stolz bin ich natürlich auch. Wer gerne den Artikel Richtig entscheiden: Raus aus der Entscheidungsfalle lesen möchte, kann ihn auch online erwerben. 🙂

Ansonsten: Mein Buch lesen oder fleißig hier im Blog schmökern. 🙂

Jonas und die Wahl

© Nikolay Okhitin - Fotolia.comManchen Entscheidungen sind eigentlich ganz einfach. Ein Kollege von mir, nennen wir ihn Jonas* ist ein phantastischer Coach. Die ehemalige Top-Führungskraft ist vor anderhalb Jahren ins Coaching-Geschäft eingestiegen. Ihn haben Selbstzweifel befallen. Denn während überall in Deutschland der Aufschwung blüht, ist es ihm nicht gelungen, sein Coaching an den Mann zu bringen.

Nachdem ich ihn getroffen hatte, wußte ich auch warum. Weiterlesen

Men’s Health Interview

ein bisschen Weihrauch in der Adventszeit. Der Entscheidercoach Kai-Jürgen Lietz wurde jetzt als Experte vom Männermagazin Men’s Health interviewed. Warum ich selbst darüber schreibe? Weil ich mich darüber freue, dass ein eigentlich fachfremdes Magazin mein Spezialthema aufgreift. 🙂

Worauf muss ich achten, um nachhaltig zu entscheiden?

Weil das Thema Nachhaltigkeit so wichtig ist, erleben wir heute eine Premiere. Ich habe den Schweizer Blogger Reto Stauss vom Blog „nachhaltig beobachtet“ gebeten, einen Gastbeitrag zu schreiben.

Reto StaussEine Frage, welche immer mehr Entscheidungsträger beschäftigt und auf welche ich gerne eine (unvollständige) Antwort geben möchte. Bevor wir aber versuchen können, müssen wir noch eines klären: was steckt eigentlich hinter dem Begriff Nachhaltigkeit?

Was ist Nachhaltigkeit?

Was wird in diesem Beitrag unter Nachhaltigkeit verstanden? Kurz: ein dauerhafter Gleichgewichtszustand. Oder nach Brundtland „Die Menschheit ist einer nachhaltigen Entwicklung fähig – sie kann gewährleisten, dass die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu beeinträchtigen.“ Holger Rogall, Professor für Umweltökonomie an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin (FHW), unterscheidet im Zieldreick der Nachhaltigkeit folgende Aspekte: Ökonomie, Ökologie und Sozial-kulturell.

Mögliche Entscheidungskriterien

Reichlich abstrakt, wenn man damit im Tagesgeschäft praktische Entscheidungen fällen will. Welche Kriterien können wir heranziehen, wenn wir gemäss obigem Verständnis nachhaltig entscheiden möchten?

  • Mitarbeitern wird ein Umfeld geboten, in welchem sie angemessen bezahlt werden, ihre Arbeit in gewünschter Qualität erbringen können und ihren Bedürfnissen (Lebensqualität und Gesundheit) Rechnung getragen wird.
  • Die Zivilgesellschaft (sozialer Frieden und demokratische Strukturen) und der Staat (ausgeglichener Haushalt) werden intakt und funktionstüchtig erhalten. Zwischenstaatlich wird Ausgleich und gleichwertige Verhältnisse angestrebt.
  • Das Ökosystem mit Atmosphäre, Wasser und Böden werden intakt und funktionstüchtig erhalten. Der Verbrauch von nicht-erneuerbaren Ressourcen wird minimiert und der Nutzen optimiert. Fauna und Flora werden achtsam behandelt.

Ganz klar müssen wir über den Pegel des Geldsäckels per Monatsende hinausdenken und auch nichtmonetäre Aspekte miteinbeziehen. Nicht nur die Wirtschaft darf uns interessieren, sondern auch die Systeme, in welche sie eingebettet ist und vital für ein Funktionieren sind: Gesellschaft, Zivilisation, Planet.

Auf den Punkt gebracht: verhalten wir uns als Manager (Verwalter) und streben Bonus- und Gewinn-relevante Messgrössen an oder leben wir Enterpreneurship im Sinne Günter Faltins auch im Bereich Nachhaltigkeit?