Südafrika – das Land der Apartheid

Cape Point Dem einen oder anderen Leser mag es aufgefallen sein. Der Entscheiderblog war für einige Wochen verwaist. Ich war in Südafrika, dem Ausrichter der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft.

Wohnungsputz

Dort ist man gerade sehr damit beschäftigt, alles für den Besucher-Ansturm einzurichten. Es ist ein bisschen so, als kommt die Tante für ein paar Tage zu Besuch. Da wird all das angegangen, über das man bisher großzügig hinweg geschaut hat. Doch vor der Tante wollen wir gut dastehen. Daher haben wir unmittelbar vor dem Besuch so viel Stress wie seit Jahren nicht. Wir Deutschen kennen das noch von 2005.

Irgendwie ist es beruhigend, dass wir auf nationaler Ebene nicht anders handeln als Ließchen Müller in ihrem Häuschen.

Wohlstand wie in Europa

Südafrika ist allerdings ein besonderer Fall. Viele glauben ja, ins tiefste Afrika zu fahren. Für den Krüger-Nationalpark mag das zutreffen. Schauen wir uns Städte wie Kapstadt an, werden wir allerdings eines Besseren belehrt. Wie anderswo auch, fahren die Leute morgens ins Büro und abends wieder nach Hause. Die Shopping-Malls sind dann proppenvoll, weil jeder noch seine letzten Einkäufe erledigen will. Die Cafés sind gut besucht, bevor sich die zahlreichen Familienrestaurants mit Gästen füllen. Szenen also, wie wir sie in jeder europäischen Großstadt erwarten. Vielleicht mit dem Unterschied, dass wir uns hierzulande freuen würden, solche prächtigen Malls zu haben. 😮

Armut wie in Afrika

Doch es gibt natürlich auch die andere Seite des Lebens. Die 1994 abgeschaffte Apartheid-Politik hinterlässt eine breite Straße der Verlierer. Menschen, die niemals Lesen und Schreiben gelernt haben, geschweige denn einen Abschluss haben.

Das Land kennt keine unabhängigen sozialen Sicherungssysteme. Das heißt, wer niemals sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, bekommt auch keine Sozialhilfe. Daher gibt es riesige Wellblechhütten-Siedlungen, in denen die Verlierer des Systems massiert auftreten.

Sie schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben, wie z.B. packen sie Tüten packen Supermärkten oder bewachen die Autos der Mall-Besucher gegen ein Trinkgeld auf dem öffentlichen Parkplatz.

Der gelegentliche Tourist wird sich vielleicht denken, dass die Tage dieser Armut gezählt sind, denn diese Jugendgeneration hat ja alle Bildungschancen, die den Menschen bis 1994 durch die Schulstreiks abgingen.

Armut bleibt Armut

Leider zeigt sich hier aber auch das Beharrungsvermögen von Armut. Oft teilen sich drei bis vier Generationen ein kleines Haus (oder eine Wellblechhütte). Die Eltern haben kaum ein Interesse, geschweige den Nerv, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen. Gewalt ist an der Tagesordnung.

So ist es kaum verwunderlich, dass 80% der Jugendlichen niemals einen Schulabschluss machen werden. Kaum vorstellbar, dass sie mit ihren Kindern anders umgehen werden. Vor allen Dingen, weil viele bereits mit 15 Jahren Mutter oder Vater werden.

Der schnelle Weg ist meistens nicht die Lösung

Verständlicherweise suchte der regierende ANC (African National Congress) 1994 einen schnellen Weg, die Verhältnisse zu ändern. Die Antwort darauf hieß damals und heute “Affirmative Action”. Ein umfangreiches Regelwerk, das über Quoten die bisher unterprivilegierten Nichtweißen an die Schaltstellen der Macht in Wirtschaft und Gesellschaft bringen sollte.

In gewisser Weise hat es funktioniert. Denn alle Schwarzen, die halbwegs über Bildung verfügen, kamen in verantwortliche Positionen. Allerdings hat das Land heute mit Korruption und Vetternwirtschaft in nie gekanntem Ausmaß zu kämpfen.

Benevolenz – Wider die Menschliche Natur

Eigentlich wollten die Väter dieser neuen Republik es besser machen als die Weißen in all den Jahren zuvor. Sie wollten dem Staat und seinen Menschen dienen. Doch die menschliche Natur scheint das nicht zu unterstützen. Viele, die an die Macht aufgrund von Affirmative Action kamen, wollen offensichtliche auf die Schnelle etwas nachholen und ihr Schäfchen ins Trockene bringen. Sie schaden damit ihrem eigenen Volk.

Apartheid gibt es auch heute

Im Südafrika von 2009 gibt es auch heute noch Apartheid. Aber diese Apartheid begründet sich weniger auf Rasse als auf Bildung und Geld. Wer Letzteres hat, scheint nicht viel dabei zu empfinden, jene ohne diese Attribute unserer Zivilisation massiv zu diskriminieren und auszunutzen. Der einzig wahrnehmbare Unterschied scheint in den Dixie-Klos zu bestehen, die seither in den Elendsvierteln aufgestellt wurden. 😮

Vielleicht besteht ja gar kein großes Interesse, die Elendssiedlungen verschwinden zu lassen? Solange es sie gibt, verdeutlichte mir ein Südafrikaner, fließen die Gelder aus der EU und anderen Ländern. Ob diese Gelder tatsächlich bei den Bedürftigen ankommen?

Entscheiden Sie selbst.

In dieser Woche lesen Sie im Entscheiderblog eine Serie über Südafrika. Der Autor ist mit einer Südafrikanerin verheiratet und taucht immer mal wieder in das dortige Familienleben ein. Er ist damit kein Experte. Seine Beobachtungen geben nicht das Gesamtbild wieder.

Das Wesen der Verschwendung

In Zeiten der Wirtschaftskrise müssen die Unternehmen sparen. Das zumindest hören wir alle immer wieder. Das ist interessant. Denn schließlich bedeutet es nichts anderes, als dass die gleichen Unternehmern vorher Geld verschwendet haben.

Als Schwabe habe ich ein einfaches Bild davon, was Verschwendung ist. Immer dann, wenn ich mich für eine Alternative entscheide, die nicht zu meinem Bedarf passt, verschwende ich Arbeit, Zeit, Nerven und Geld.

Zu groß

iStock_000005767775SmallZum Beispiel braucht ein Buchhändler einen neuen Mitarbeiter für seine Kinderbuchabteilung. Die Wirtschaftskrise macht es möglich, dass ein Bewerber uns mit seinem Altgriechisch beeindruckt. Er kann die Ilyas von Homer rezitieren und spricht darüber hinaus Russisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und Englisch.

Wow! Das braucht zwar keiner in der Kinderbuch-Abteilung, aber schaden wird es auch nicht. Und wer weiß? Vielleicht fällt dem Buchhändler später noch einmal ein, wofür es gut ist?

Die Qualifikation des Bewerbers mag zwar beeindrucken, aber damit ist er überqualifiziert. Die Vermutung liegt also nahe, dass wir für  etwas zahlen, was wir gar nicht brauchen.

Zu klein

iStock_000002826153SmallNatürlich gibt es auch Bewerber, die bereit sind, für einen sehr niedrigen Lohn zu arbeiten. Das schont das Budget, oder? Dummerweise hat derjenige gar keine Ahnung von Kinderbüchern. 😮

Nun ja, zumindest haben wir dann einen Mitarbeiter mehr, auch wenn unsere kleinsten Kunden von ihm nicht sonderlich gut beraten werden.

Alles beides zusammen

Na gut! Bei Verschwendung dimensionieren wir unsere Lösungen also entweder zu groß oder zu klein, oder? Man mag es nicht glauben, aber tatsächlich finden wir bei den meisten Verschwendern sogar beide Aspekte in einer Lösung!

Wie soll das gehen?

Zum Beispiel könnte der Multiphilologe in Bezug auf Kinderbücher ahnungslos sein.

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Das macht ja auch nichts. Schließlich werden wir dadurch mit seinen sprachlichen Fähigkeiten entschädigt.

Dumm nur, dass ein Teil unsers Bedarfs ungedeckt bleibt. Wir werden uns dem Problem also bald wieder widmen müssen. Dabei besteht dann wieder die Gefahr einer weiteren Verschwendung. 😯

Der Hammer

Unternehmen, die heute sparen haben dieses Bild allerdings nicht vor Augen. Sie begrenzen einfach ihre Ausgaben durch enge Budgets. Es gehört kein Genie dazu, um zu erkennen, dass dies zu weiterer ungewollter Verschwendung führt.

Was denken Sie?

Die Macht der unscheinbaren Entscheidungen

VergangenesundUnbekanntes Wir haben endlich einen Entschluss gefasst. Er wird unser ganzes Leben ändern. Neuer Job, neue Stadt, neue Einstellung – ab jetzt wird alles gut.

Ähnliche Situationen erleben wir alle. Vielleicht haben wir die Entscheidung schon sehr lange mit uns herumgetragen. Vielleicht entscheiden wir aufgrund des Problemdrucks, vielleicht haben wir einfach eine neue Chance vor uns. Das ist unwichtig. Denn wir stehen vor einer großen Veränderung unseres Lebens.

Wirklich?

Verantwortung

Eine Veränderung wird durch eine einzelne Entscheidung eingeleitet. Sicher gestellt wird sie dadurch nicht. Denn was immer es ist, was uns an der vorherigen Situation nicht gefiel. Die Gründe dafür liegen in uns und nicht in der Situation und ihrer Umgebung.

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Das Leben ist jetzt – So setzen Sie Standards

 Fotolia_8258901_S_Aus der Reihe tanzen

Nicht erst seit Benjamin Franklin bewundern wir Menschen, die offensichtlich so viel mehr in ihrer Lebenszeit machen, als Lieschen und Hänschen Müller. Jedem ist klar, dass solche Erfolgsvorbilder ihre Abende nicht vor dem Fernseher verbringen.

“Das mache ich auch so, wenn ich es erst geschafft habe”, höre ich von vielen, die sich mehr vom Leben erhoffen.

Voll da sein, wenn es darauf ankommt

Zum Beispiel beim Thema Mentaltraining. Unser Erfolg ist direkt an die Momente gekoppelt, auf die es ankommt.

Wenn wir  nach monatelanger Arbeit endlich das Treffen mit dem wichtigen potentiellen Kunden bekommen und wir dann nicht so gut sind, wie wir es eigentlich könnten, war alles umsonst. Nicht ganz: So haben  wir wenigstens etwas, worüber wir uns ärgern können. 😮

Dabei hilft  Mentaltraining nachweislich, weil  wir uns wie ein Sportler auf seinen Wettkampf vorbereiten, um zum richtigen Zeitpunkt unsere beste Leistung abzurufen.

Aber Mentaltraining kostet Zeit. Stattdessen machen wir uns lieber wochenlang vorher schon Sorgen, dass wir vielleicht nicht überzeugend genug sein könnten. Das ist auch Mentaltraining, nur so, dass wir versagen müssen. 🙁

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Unzulängliche Versuche

Die Spannung wächst. Wofür wird der Proband sich entscheiden? Man kann sehen, er schwankt zwischen der Alternative “neuer Job und Umzug” und “Beförderung in einem Jahr bei gleichem Wohnhort”. Auf der Stirn des Versuchsleiters bilden sich Schweißperlen. Denn der Proband hat inzwischen sämtliche Brötchen vertilgt und allen Kaffee weggetrunken. Eine Entscheidung hat er aber dennoch nicht getroffen.

Schließlich kommt der Proband aus dem Versuchslabor und meint: “Danke für den Kaffe und die Brötchen, aber ihr Experiment ist lächerlich.”

Versuchsleiter: “Wieso?”

Proband: “Die Frage ist doch vielmehr, warum ich mich in eines solche Lage bringen sollte. Wenn ich eine bessere Position will, ohne dafür umziehen zu müssen und ohne darauf warten zu müssen, dann sorge ich dafür.”

Versuchsleiter: “Angenommen, Sie müssten sich entscheiden …”

Proband: “Vielleicht brauchen Sie ein Ergebnis, aber ich muss nichts entscheiden.”

Psychologen und Gehirnforscher versuchen dieser Tage dem Geheimnis unserer Entscheidungen auf die Spur zu kommen. Die Ergebnisse aus diesen Forschungen sind – interessant. Die Einen meinen, dass wir gar nicht entscheiden können. Andere meinen, dass die Entscheidung feststeht, bevor wir darüber nachdenken. 😯

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Was wäre Deutschland ohne Wiedervereinigung?

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Heute am 3. Oktober feiern wir zum zwanzigsten Mal die deutsch-deutsche Wiedervereinigung. Die Einheit ist für viele Menschen im Osten ein Segen gewesen. Auch wenn die Erinnerung je nach heutiger Lebenssituation anders ausfallen mag.

Ich weiß, die Frage ist müßig. Aber was wäre gewesen, hätte es die Wiedervereinigung nicht gegeben?

Natürlich denkt man in so einem Fall an die gewaltigen finanziellen Lasten, die wir nicht nur über unsere Steuergelder (Länderfinanzausgleich und Solidaritätszuschlag) sondern auch über die Sozialsystem, wie z.B. die Rentenfinanzierung geleistet haben.

Viel spannender finde ich aber, wer die Bundestagswahl 1990 gewonnen hätte. Denn ohne die Wiedervereinigung wäre die Regierung Kohl nicht wiedergewählt worden.

Der Kanzler Lafontaine

Und wer wäre es dann geworden? Oskar Lafontaine! Ja, die SPD hätte damals zum ersten mal die Chance gehabt, mit den Grünen zusammen eine Regierungsmehrheit zu bilden, wäre es nicht zu einem Ereignis geschichtlichen Ausmaßes gekommen.

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Video: Wer nicht weiß was er will

In diesem Video geht es um Bernhard Meier, der scheinbar eine großartige Chance nach der anderen hat und trotzdem nichts für sich daraus macht. Im Gegenteil: Er ärgert sich, dass er immer das macht was andere von ihm wollen …

Die Entscheider-Bibel finden Sie zum Beispiel hier.

Entscheidungsstarrig

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“Durch das Starren auf die potentiellen Handlungsalternativen finden Sie nicht heraus, was Sie wollen.”

Das ist mein Rat, den ich gerne bei Neukunden gebe, die sich bei einer Entscheidung festgefahren haben. Meistens sind es die üblichen Dilemmata. A sieht gut aus, aber B wäre auch eine gute Alternative. Allerdings haben weder A noch B die Langfristigkeit, die der Entscheider an C so interessant findet. Und so weiter.

Wenn der Entscheider nicht unter Druck steht, kann er darüber monatelang grübeln. Da werden Vor- und Nachteile besprochen oder bei den ganz Findigen eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) über die Alternativen durchgeführt. 🙁

Wie nicht anders zu erwarten, führt das zu keinem Ergebnis.

Denn der Entscheider beschäftigt sich nur mit dem Angebot, aber nicht seinem eigenen Bedarf. Daher meldet sich auch die eigene Intuition heftig zu Wort und bereitet dem Entscheider ungemütliche Tage und Wochen.

Starren Sie also nicht auf die Alternativen, sondern auf sich selbst. Wenn Sie langfristige Ziele haben, finden Sie schnell heraus, was sie wirklich brauchen.

Fehlt es Ihnen allerdings an langfristigen Zielen, liegt dort Ihre erste Aufgabe. Starren Sie also zur Abwechslung mal auf sich selbst. Denn dort liegt die Lösung für (die meisten) Probleme. 🙂

Wir bekommen immer was wir wollen

image Schulze: “Dem Meier fliegt immer alles zu. Dabei verdient der das gar nicht.”

Neid ist ein Emotion, die uns nicht sonderlich gut steht. Ich frage in solchen Fällen immer gerne nach, wie mein Gesprächspartner zu dieser Überzeugung gekommen ist.

Schulze: “Ach, der Meier bekommt einfach immer was er will”.

Entscheidercoach: “So so! Und was wollen Sie? “

Schulze: “Auch einmal so viel Glück haben, wie der Meier!”

Entscheidercoach: “Ja, angenommen Ihnen würde alles so zufliegen, wie Ihrem Kollegen Meier. Was würden Sie sich dann wünschen?”

Schulze: “Keine Ahnung! Vielleicht eine Gehaltserhöhung?”

Schon wird alles klar. Warum bekommt Herr Meier denn “alles” was er will? Der kleine aber wichtige Unterschied zwischen Meier und Schulze: Meier weiß, was er will, Schulze dagegen nicht.

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So gehen wir mit schweren Entscheidungen um

Hier ein Link zum Carl Hanser Verlag

Viel Vergnügen!