Die Rache der Controller

Controller – das sind die Menschen in den Unternehmen, die oft schmallippig in den Strategiemeetings sitzen und selten ein Wort verlieren, aber häufig mit ironischen Nebenbemerkungen bedacht werden, wenn die Geschäftsführung sich zu einer Entscheidung durchgerungen hat. Denn Sie sind die Herren der Kosten. Verschwendung – das sind potentiell alle Ausgaben – sind ihnen ein Dorn im Auge.

In den Tagen überquellender Auftragsbücher und sprudelnder Gewinne saßen sie in ihrer Ecke die Stirne gerunzelt und niemals in der gleichen Feierlaune, wie der Rest des Managements. Allenfalls ein leichtes Lächeln verirrte sich auf ihre Lippen, wenn das zweistellige Gewinnwachstum verkündet wurde.

Mühsam nur konnten sie sich gegen die Exzesse in den vergangenen Jahren stemmen. Vergeblich der Widerstand, den bewährten Söhnlein Brilliant gegen leckeren Veuve Cliquot Champagner auf der Betriebsfeier zu ersetzen.

Doch jetzt kann man sie wieder strahlen sehen, die Controller dieser Welt. Es ist fast, als  bildeten Sie einen Ring um die gesamte Welt. Und halten wir ihn in das Feuer der Finanzkrise, dann können wir eine Inschrift lesen: „Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden!“ – Gemeint sind natürlich die überflüssigen Kosten, die Verschwendung allerorten. 😛

Und aus dem OFF hören wir den Bankensektor säuseln: „Mein Schatz…“ und der Finanzminister: „Ist ja gut Gollum! Der Ring ist wieder zu Hause“.

Ein kleiner Appetizer für das Frühjahr!

Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus der Einleitung zu meinem neuen Buch, „Die Entscheider-Bibel“, das im Frühjahr 2009 erscheinen wird.

Es gibt keine schlechten Entscheider ist gibt nur solche, die es besser können als andere. Mit diesem Buch möchte ich Sie dort abholen, wo Sie sich als Entscheider gerade befinden. Gemeinsam werden wir uns die drei Schlüsselelemente erfolgreicher Entscheidungen ansehen und immer dort tiefer eintauchen, wo Sie mehr erfahren möchten. Weiterlesen

Die harten Zeiten sind vorbei

Gestern früh um ca. 2:00 Uhr habe ich  die Dateien meines neuen Buches an den Carl Hanser Verlag geschickt. Bevor ich damit eine anstrengende, aber erfüllende Zeit abschließen konnte, wurde es noch einmal dramatisch. Denn ich feierte nach über einem Jahr mein erstes ernstes Problem mit Windows Vista.

Neuer Drucker – neues Spiel

Ich hatte mir einen neuen Drucker gekauft, der die 345 Manuskriptseiten in Windeseile drucken sollte. Zuvor hatte ich meinen langjährigen Farblaser mit den Korrekturausdrucken buchstäblich leer gedruckt. Nachdem ich den Ersatz ja schon im Hause hatte, war ich neugierig, was eher schlapp macht, der schwarze Toner oder der Resttonerbehälter. Es war Letzterer, der irgendwann meinte: „Jetzt bin ich voll!“. Also flugs den niegel nagel neuen Samsung  Drucker aus dem Karton genommen, die Treiber-CD dem Rechner in die Lade geschoben und … – BLUESCREEN! So wie ich das hier schreibe, hört es sich an, als hätte ich irgendeinen Preis gewonnen. Aber weit gefehlt, denn es war ja Murphys Law, was zugeschlagen hatte. Ich musste dieses Manuskript ausdrucken und ich brauchte es heute noch. Also erst einmal vom tief einatmen, während der Rechner wieder hoch läuft. Das tut gut. Fast hätte ich das Ausatmen vergessen: BLUESCREEN!

Blaues Spiel

Wie gut, dass es System-Wiederherstellungspunkte gibt. Beim nächsten Hochfahren war der Desktop wieder da. Während ich mich schon freue, dass es weitergehen kann, poppen auch schon die ersten Warnmeldungen auf: „Windows wurde beendet wegen eines schwerwiegenden Problems. Nach einer Lösung wird gesucht. Windows funktioniert nicht mehr richtig.“ Na gut, wenn der Rechner trotzdem läuft, juckt mich das wenig“, dachte ich mir noch. Dann mein Freund, der Virenscanner: „Sie haben den Virenscanner abgeschaltet! Der Rechner ist gefährdet!“ – „Sie haben die Firewall abgeschaltet. Ihr Rechner ist jetzt für jeden Hacker ein offenes Scheunentor!“

Der Betriebsausflug

Gut, dann schalte ich meine beiden Rechnerwächter eben wieder ein. Aber beide befanden sich offensichtlich auf Betriebsausflug, jedenfalls ließen sich sich nicht überreden, ihren Job zu tun.

Oh, Oh, das war wirklich nicht gut. Es war zwar nicht wahrscheinlich, aber vielleicht hatte ein Schlechtmensch bei der Produktion der Treiber-CD einen Trojaner versteckt, der sich nun gegen die RESI (Rechner-Sicherheits-Dienst) zur Wehr setzte.

Gib Trojanern keine Chance! Solange der Rechner nicht geschützt war, konnte ich daran  mein Buch nicht zuende bearbeiten. Denn ich wollte keine  infizierte Dateien an den Verlag verschicken.

Selbstreparierende Systeme sind was Feines

Zum Glück war aber nur die Virenscanner-Software beschädigt. Mit etwas Nachhilfe repariert sie sich selbst und lädt sich die nötigen 50 MB Installationsprogramme aus dem Internet. Wenn es denn verfügbar ist. Denn ich hatte gerade meinen DSL-Anschluss umstellen lassen und die neue Hardware noch nicht installiert. Ich wollte mich  durch Technikprobleme nicht davon abhalten lassen, mein Manuskript fertigzustellen.

So stand also nur ISDN zur Verfügung. Ich hatte völlig vergessen, wie LAHM diese Verbindung ist! Gefühlte Tage später, meldeten sich dann meine beiden von der RESI-Dienststelle freundlich zurück.

Die Abgabe

Damit konnte ich zwar immer noch nicht drucken, aber immerhin mein Manuskript zum Versand vorbereiten. Die Verlage haben da ihre eigenen Vorgaben, die dem Autor noch einmal einiges abverlangen, bis er endlich drei Kreuze schlagen kann. Bei mir war es dann um zwei Uhr früh soweit.

Davor hätte ich so ziemlich alles darum gegeben, endlich Schlafen gehen zu dürfen, aber das Gefühl des Bergsteigers, der nach langen Entbehrungen endlich auf dem Gipfel steht, hatte jegliche Müdigkeit vertrieben.

Gipfelbrotzeit

Also habe ich auch noch gleich meine neue DSL-Anlage installiert. Um drei Uhr früh funktionierte es dann und ich sank wie erschlagen in die Federn. Am nächsten Morgen hatte ich noch zwei Mal das vertraute Déja vu der Bluescreen, aber mit DSL war es jeweils nur eine Tasse Kaffee später, bis ich meine Arbeit fortsetzen konnte. Der Drucker funktioniert nun und hat mit atemberaubenden 28 Seiten pro Minute mein Manuskript ausgespuckt! Es lebe die Technik!

P.S.: Beim Hanser Verlag glaubte mir gestern auf der Buchmesse keiner ein Wort. Denn die Autoren, deren Drucker just zur Abgabe schlapp machen, sind Legende. 🙂

So verstehen Sie Ypsilanti

Seit Wochen hacken Medien und Politiker auf die hessische SPD und ihre Vorsitzende Ypsilanti ein. Ypsilanti hatte vor der Wahl versprochen, sich nicht von der Paria-Partei Die Linke zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Nach der Wahl wollte sie sich dieser Alternative nicht berauben und scheiterte nur am Widerstand der SPD-Abgeordneten  Dagmar Metzger. Im August nahm Frau Ypsilanti dann den zweiten Anlauf. Ihre Partei, die SPD nahm im Laufe dieses Prozesses schweren Schaden, was in dem Rücktritt des SPD Vorsitzenden Beck seinen vorläufigen Höhepunkt fand.

Von ihren Kritikern wird Ypsilanti als „Totengräberin“ oder sogar „Trümmerfrau“ der SPD bezeichnet. Aber ist ihr Verhalten so wenig nachvollziehbar?

Wenn Frau Ypsilanti es jetzt nicht schafft, ins Amt der Ministerpräsidentin zu kommen, dann ist ihre Karriere erledigt. Sollte sie es dagegen schaffen, hängt ihre Karriere zumindest davon ab, wie lange sie Ministerpräsidentin bleiben kann. Nach ein paar Jahren vergessen die Leute, ob es da einmal ein Versprechen gegeben hat oder nicht.

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Strahlkraft des Entscheiders

Dieser Text stammt aus dem Manuskript zu meinem neuen Buch. Er gehört zu  einem Kapitel, in dem es darum geht, wie sich Entscheider die Unterstützung für die Umsetzung ihrer Entscheidungen holen. Ich freue mich auf das Feedback meiner Leser. 🙂

Der Entscheider muss von seiner Entscheidung überzeugt sein. Nicht nur nach innen sondern auch nach außen. Dabei geht es nicht nur darum, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Wenn wir eine Entscheidung treffen, dann stehen wir als Entscheider vollständig dahinter.

Wie kommt wohl die folgende Aussage bei potentiellen Unterstützern an? „Wir machen es jetzt mal so und wenn es nicht klappt, machen wir etwas anderes.“ Wie kommt der Satz denn bei Ihnen an? Meine Prognose: Wir könnten gleich etwas anderes machen und alle in den Prozess Involvierten denken wohl ähnlich und gehen nur halbherzig an die Sache heran.

Der Unterschied zwischen gewinnen oder verlieren liegt meist nur in kleinen Details, buchstäblich in Millimetern. Wenn wir einen Schreibfehler in unserem Angebot haben oder eine Kennzahl hauchdünn verpassen. Wenn der Container gerade noch rechtzeitig im Hafen ankommt, um verladen zu werden, der Patentantrag Minuten vor dem des Konkurrenten beim Patentamt eingeht. Die Beispiele dafür sind unendlich. Es lohnt sich daher, um den Millimeter oder um die Sekunde zu kämpfen, denn es ist manchmal alles, was uns von Sieg oder Niederlage trennt.

Genau diesen Millimeter und diese Sekunde bekommen wir nur, wenn alle unsere Unterstützer das Gefühl haben, dies ist wichtig.

Es geht ums Ganze. Der Entscheider muss das ausstrahlen und was noch viel wichtiger ist, er muss davon selbst überzeugt sein. Ist er es nicht, erhält er nicht die Unterstützung, die er zur Umsetzung seiner Entscheidungen benötigt.

Selbstverständlich gibt es keinen methodischen Weg, sich selbst diese Strahlkraft zu verordnen. Ich denke allerdings, dass wir lediglich das Bewusstsein haben müssen, dass es immer um alles geht. Andy Grove sagte einmal, das Rezept seines Erfolgs war es, immer paranoid zu sein und immer davon auszugehen, dass der Wettbewerb einem auf den Versen ist. Andy Grove ist einer der Gründer und langjährige CEO des Computer-Chip-Giganten Intel. Im Bereich der Prozessoren für PCs hat Intel seit vielen Jahren die marktbeherrschende Stellung. Der nächstgrößere Wettbewerber AMD fristet in vielerlei Hinsicht ein Nischendasein.

Es ist wohl kein schlechter Rat, bei jeder Entscheidung davon auszugehen, dass es um alles geht. Denn manchmal kommt es auf die Kleinigkeiten an und wir wissen nie im Voraus, wann das sein wird.

Simplify ganz kompliziert

Eigentlich müsste ich diese Zeit in mein aktuelles Buch investieren. Aber es gibt Situationen, die einem die Entscheidung leicht machen.

Vor einigen Tagen schreibt mir der Verlag für die Deutsche Wirtschaft. Es ist ein Werbebrief, wie so viele andere. Eigentlich kaum eines Blickes wert, denke ich mir.

Aber Intuition ist ein tolle Sache und so lese ich tatsächlich, was mir Detlef Koenig, der Herausgeber schreibt. Als Abonnent des Beratungsbriefes Simplify Your Life sollte ich es doch „ganz toll“ finden, wenn ich alle Tips eines Jahres in einem schönen Buch gesammelt vorfinden würde. Daher hätten sich Tiki Küstenmacher und alle Chefredakteure der anderen simplify Ausgaben zusammengesetzt und daraus das simplify-Jahrbuch 2009  verfasst.

So weit so gut. Ich bin nicht interessiert, da ich die Inhalte von Küstenmacher ja aus den monatlichen Beratungsbriefen bereits kenne und die anderen diversen Ausgaben für spezielle Zielgruppen mich nicht ansprechen.

Also: Ab die in die runde Ablage, Du ungebetener Besucher! …Will ich gerade denken und Taten folgen lassen. Aber dann lese ich eine ganz harmlose Zeile: „Wenn Sie kein Interesse an diesem Angebot haben, brauchen Sie nichts weiter zu tun, als unsere Servicenummer… anzurufen.“

Der Preis für dieses so unverschämt vertriebene Machwerk von aufgewärmten Inhalten beträgt übrigens € 59,95!

Am Servicetelefon erklärt mir der freundliche Prallblock, dass ich nicht der einzige sei, der sich darüber beschwert. So etwas nenne ich Kundenorientierung. 😈

Lieber Herr Küstenmacher! Wollen Sie wirklich Ihren Namen dafür hergeben? Denn dem Geist von Simplify widerspricht das in jedem nur denkbaren Fall! Meine Kündigung folgt.

Entscheidung in Bayern

„…Der bayerische Ministerpräsident sieht dabei nicht wie ein Mann aus, der nach zwei Maß Bier noch geradeaus laufen, geschweige denn fahren kann. Maget hingegen wirkt auch nach 45 Minuten noch frisch und fahrtüchtig. Die meisten Wähler werden trotzdem zu Beckstein ins Auto steigen. Er hat mehr Fahrpraxis. Vor allem aber hat er ein Auto…“

Aus dem FAZ.net-Bericht über das Fernsehduell zwischen Beckstein und Maget

😛

Entscheidungstechniken für Manager…

image So heißt mein Seminar bei ManagementCircle, dass ich kommende Woche am 22. und 23. September halten werde. Ich freue mich darauf. Die Teilnehmer sind eine interessante Mischung von Machern verschiedenster Couleur. Das verspricht sehr spannend zu werden!

Der Entscheiderblog im Männermagazin Maxim

Das Männermagazin Maxim (Abbildung symbolisch) schreibt in seiner aktuellen Oktober-Ausgabe über Karriere-Blogs im Internet: „… Besonders beliebtes Thema: die Karriere … Das Anklicken der meisten von ihnen ist pure Zeitverschwendung. Aber unter den Bergen von Datenmüll gibt es auch Blogs, die sich lohnen. Wir haben sie gefunden…“

Da schwillt mir die Brust und wie Müntefering sagt „mit durchgedrücktem Kreuz“ sitze ich am Bildschirm und freue mich einfach, dass der Entscheiderblog in so prominenter Gesellschaft wie Karrierebibel, jurablogs und management-radio genannt wird.

Vielen Dank für das Kompliment, Herr Popa!

Karriere-Entscheidungen

Dieser Text stammt aus dem Manuskript zu meinem neuen Buch. Er gehört zu  einem Kapitel, das sich mit den Eigenheiten der verschiedensten Entscheidungssituationen auseinandersetzt. Ich freue mich auf das Feedback meiner Leser. 🙂

Karriere-Entscheidungen machen deutlich, warum Entscheidungen etwas mit Effektivität und nicht mit Effizienz zu tun haben. Der Entscheider möchte gerne das Richtige tun. Das Ziel: Möglichst weit nach oben in der Nahrungskette zu gelangen. Damit wir eines Tages zu denen gehören, die fressen und nicht gefressen werden. 

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