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Der Alltagsentscheider: vier Augen Gespräche

Letzte Woche haben wir uns im Alltagsentscheider mit der Frage beschäftigt, was wohl der richtige Kommunikationskanal ist. Diese Woche wollen wir Gespräche unter vier Augen so führen, dass wir das Beste herausholen können.

Der Anfang eine Odysee

Vielleicht ist es Ihnen ja auch schon so gegangen? Gerade noch waren wir in einem wichtigen Gespräch, haben uns angeregt unterhalten und vielleicht sogar interessante Ergebnisse erzielt. Im Nachhinein fällt uns ein, wir haben einen ganz wichtigen Punkt vergessen!

Oft beginnt dann eine Kontaktodysee, bis wir den Anderen wieder am Telefon haben oder ihn noch einmal zu einem Gespräch treffen können. Wenn wir Pech haben, ist er dann in Eile und das Thema unpassend. Auch die gerne nachgeschobene E-Mail ist oft nicht der Weisheit letzter Schluss, wenn das eigene Anliegen eigentlich persönlich erklärt werden müsste. Weiterlesen

Versenkt! Aber kein Treffer!

In „Wir retten keinen Musterknaben“ habe ich darüber geschrieben, dass eine kaum fassbare Summe an Geld ausgegeben wird, eine Wirtschaft zu retten, die unsere Welt mittelfristig in den Klimakollaps treibt.

Den einen oder anderen mag das empören. Doch sind wir als Privatentscheider wirklich besser? Wieviel Menschen rennen einem Menschen nach, der ihre Liebe gar nicht wert ist? Wie viele Führungskräfte halten an einem Job fest, der sie krank macht? Wie viele Unternehmer geben ihr letztes Hemd, um ein Unternehmen zu retten, das noch nicht mal eine mittelfristige Überlebenschance hat?

Wir halten gerne an dem Bekannten fest, egal wie schlecht es ist. Dabei können wir die Energie, die in solchen Situationen steckt nutzen, um endlich reinen Tisch zu machen.

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Nicht gut genug?

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„Sie haben in jeder Entscheidungssituation unendlich viele Alternativen!“

Anrufer: „Das ist nicht Ihr Ernst, oder?“

Ich: „Warum nicht?“

Anrufer: „Also Angenommen, Sie sind ein verurteilter Mörder in der Todeszelle und Sie haben die Wahl zwischen der Giftspritze und dem elektrischen Stuhl. Wo haben Sie da noch mehr Alternativen?“

Ich: „Ich könnte auf dem Kopf stehen und lachen, ich könnte einen Zellenmarathon aufstellen und 42 Kilometer im Kreis rennen…“

Anrufer: „Aber das ist völlig sinnlos und sicher keine Entscheidung, die Ihnen als verurteilter Mörder weiterhelfen würde!“ Weiterlesen

Geklärt: Kopf- oder Bauchentscheidung?

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Es gibt ein Thema, auf das ich immer wieder angesprochen werde.

Braucht man denn den ganzen Aufwand mit Entscheidungsmethodik überhaupt? Schließlich haben doch in letzter Zeit viele Wissenschaftler, wie z.B. Gerd Gigerenzer (mehr bei Armin Karge)die Lanze für die Intuition gebrochen. Gerade unter den Unternehmern sei doch eine Fraktion nahezu sagenhaft erfolgreicher Bauchentscheider zu finden, oder nicht? Weiterlesen

Matura für Entscheidungen

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Letzte Woche habe ich auf der Didacta in Stuttgart meinen Vortrag „Salomon, Cäsar und die Fugger – auch große Entscheider fallen kleinen Fallen zum Opfer“ gehalten. In der anschließenden Fragesession fragte mich eine Zuschauerin, ob man Entscheidungen nicht einfach eine Zeit lang liegen lassen müsste, um sie reifen zu lassen.

Was denke ich darüber? 

Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Allerdings ist es schade, wenn dann der Zeitpunkt der Entscheidungen gekommen ist und sich bei den Alternativen nichts getan hat. Tatsächlich brauchen wir viele Entscheidungen nicht sofort zu treffen – auch wenn dies heute von vielen Managern gerne praktiziert wird. Allerdings heißt das nicht, dass wir untätig sind.

Entscheidungsklarheit

Ganz wichtig: Wir müssen herausfinden, was wir mit dieser Entscheidung für uns erreichen wollen. Wenn wir das exakt wissen, hilft uns schon einmal unser retikuläres Aktivierungssystem (RAS) und unser Bewußtseinsfilter läßt uns ab diesen Zeitpunkt Informationen wahrnehmen, die uns in der Sache weiterbringen.

Attraktive Alternativen

Wenn wir schon die Zeit haben, warum erarbeiten wir uns dann nicht gleich auch ein paar Alternativen, die unserem Bedarf entsprechen? Das unterscheidet Gestalter und Macher von dem rein reaktiven Normalo.

Unterstützung sichern

Last but not least: Sprechen Sie mit Ihrer Umgebung über die Ziele, die sie gemeinsam haben und sichern Sie sich die Unterstützung für ihre Umsetzung.

Reifen lassen oder Handeln?

Wenn Sie das erledigt haben, können Sie die Entscheidung gerne ein Weile liegen lassen, denn Sie sind optimal vorbereitet. Allerdings kenne ich niemanden, der dann noch warten wollte 😛

Kleine Entscheidungshilfe

„Ich kann mich nie entscheiden! Ganz egal, ob es um die Bestellung im Restaurant geht oder um eine Entscheidung im Job. Ich brauche immer die Hilfe von anderen und meistens bin ich danach unzufrieden.“

Ich: „Wie sieht es aus, wenn Sie auf der Speisekarte Ihr absolutes Lieblingsgericht entdecken?“

Kunde: „Klar, dann entscheide ich mich dafür. Die Entscheidung ist dann auch sehr einfach.“

Ich: „…weil Sie wissen, was Sie in diesem Fall genau wollen und sich motiviert fühlen?“

Kunde: „Ja, genau.“

😎

Das Schicksal schmieden

© 3pod - FOTOLIA„Im Moment der Entscheidung schmieden wir unser Schicksal.“

Ein schönes Bonmot, das ich frei nach Tony Robbins übersetzt habe. Doch wie zutreffend ist das wirklich? Schließlich gibt es zahlreiche Einflüsse, die wir zum Zeitpunkt der Entscheidung vielleicht nicht kennen.

Bestes Beispiel ist die Wahl des Ehepartners. Menschen verändern sich mit der Zeit und plötzlich passt das Ganze nicht mehr. Vielleicht ist sie verschwendungssüchtig und er trinkt nach Feierabend über den Durst und ist ein Kandidat für einen Herzkasper bei nächster Gelegenheit. 😮

In Deutschland werden laut Statistik 40% aller geschlossenen Ehen wieder geschieden. Weil die Betroffenen feststellen, dass ihre einmal getroffene Entscheidung nicht dem entspricht, was sie eigentlich wollten. Das ist erstaunlich, da die wenigsten davon einen Ehevertrag aufweisen. Diese Entscheidung kostet den solventeren der beiden Partner doch viel Geld und den anderen zumindest Lebenszeit.

Wenn also über ein Drittel der Menschen in unserem Wirtschaftswunderland eine derart wichtige Entscheidung gerne mal in den Sand setzen, was sagt das wohl über Entscheider in Unternehmen aus? Das fragte ich letztens einen schwäbischen Unternehmer.

Der meinte mit einem feinen Lächeln (nach drei gescheiterten Ehen): „Was se Zhaus glernt han, des müsset se in der Firma nimmer versaubeutln“ – Was Sie Zuhause gelernt haben, das müssen Sie im Unternehmen nicht mehr falsch machen.

Wie aufmerksam von seinen Mitarbeitern! 🙂

Das Wichtigste beim Entscheiden

© Julianna Tilton - Fotolia.comWas ist das Wichtigste beim Entscheiden?

Nachdem ich inzwischen einige Jahre damit verbringe, Menschen bei Ihren besten Entscheidungen zu unterstützen gibt es für mich darauf nur eine Antwort: Wenn ich durch meine Entscheidung das bekomme, was ich wirklich will.

Warum das für viele nicht der Fall ist, zeigt sich daran:

  1. Einige wissen nicht was sie wollen
  2. Einige sehen bereits an den Alternativen, dass sie nicht das bekommen können, was sie wollen
  3. Einige entscheiden sich für eine Alternative und wundern sich, dass sie nicht das bekommen, was sie wollen und durch die Entscheidung erwartet haben.

Alle drei Resultate sind für den Entscheider meistens sehr frustrierend.

Interessanterweise liegt der Schlüssel für alle drei in der Fähigkeit, Entscheidungsklarheit (was will der Entscheider wirklich?) zu gewinnen. Für Punkt eins liegt das auf der Hand.

Bei Punkt zwei ist es vielleicht nicht ganz so offensichtlich. Genau zu wissen, was wir wollen, setzt bei uns eine enorme Motivation frei. Ausgestattet mit dieser Motivation suchen wir so lange und intensiv nach neuen attraktiven Lösungen, bis wir zumindest potentiell das bekommen, was wir wollen.

Wie ist das mit Punkt drei? Dahinter steckt oft die Ursache, nicht weit genug zu sehen, andere Beteiligte oder Betroffene vor der Entscheidung nicht zu berücksichtigen und vielleicht schon Erreichtes nicht als wichtig einzuschätzen.

So kommt es dann, dass wir vielleicht für den Moment eine gute Lösung haben, aber bald erkennen müssen, dass sie nicht weit trägt.

Nicht weitsichtig 

Mein Vater beispielsweise war vor einigen Jahren der Spezialist für die Reduzierung betrieblicher Fehlzeiten. Damals gab es in Deutschland Betriebe mit 16% und mehr Krankenstand. Mit der Gesetzesnovelle zur Lohnfortzahlung und Angst vor Arbeitslosigkeit verringerte sich das auf 3% und weniger. Der Markt war damit tot. Mein Vater musste neue Märkte für sich erschließen. Logischerweise hätte er seinen Expertenstatus gerne bis in den Ruhestand getragen. 🙂

Große Widerstände 

Wer kennt das nicht? Da hat man eine wichtige Entscheidung getroffen und am Ende sind alle Mitarbeiter dagegen. Bestes Beispiel: die Service-Gesellschaft der Deutschen Telekom. Kaum zu fassen, keiner der Mitarbeiter im Service wollte massive Lohnkürzungen bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit akzeptieren. 😛 Auch hier wurde die Entscheidung so getroffen, dass selbst Ausstenstehende nur den Kopf geschüttelt haben.

Mit dem Hintern eingerissen, was man gerade aufbaut 

Nur ein Glück, dass die Telekom-Mitarbeiter von Ihrer Führung nichts anderes gewohnt sind. Denn ansonsten hätte diese ihr Image mit dieser Vorgehensweise auf Dauer verspielen können. 🙂

Mit anderen Worten: Wer sehr genau weiß,

  1. … was er genau will,
  2. … welche schon erreichten Dinge er erhalten will,
  3. … was er nicht will,

hat die besten Chancen, ein glücklicher Entscheider zu sein. 🙂

Mehr oder weniger Alternativen?

© Slade - FOTOLIADiesen Monat lese ich in dem Beratungsbrief „Simplify Your Life“ wieder Tipps zum besseren Entscheiden. Der Verfasser spricht sich neben anderen Entscheidungstipps dafür aus, die Auswahl an Alternativen einzuschränken. Begründung: Der Entscheider würde sich damit überfordern und er wäre dann wie gelähmt. 😯

Wenn ich solche sog. „Hilfen“ lese, frage ich mich, wer sich da berufen fühlt, Ratschläge zu erteilen. Wenn sich der Entscheider von der Anzahl seiner Handlungsalternativen erschlagen fühlt, liegt das in aller erster Linie daran, dass er nicht weiß, was er will. Das ist also die Ursache. Das Symptom ist die Überforderung durch die vielen Alternativen.

Ich kann die Ursache natürlich ignorieren und mich mit dem Symptom beschäftigen. Dann werde ich vielleicht das Internet meiden und möglichst niemanden fragen, wie ein Problem zu lösen ist. Von den sich dann bietenden wenigen Alternativen ist natürlich kein Entscheider mehr überfordert.:mrgreen:

Kann das sinnvoll sein?

Die Aufgabe eines Entscheiders ist es, Chancen und Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen, die ihn näher an die Realisierung seiner unternehmerischen Ziele bringen. Ob er das gut oder schlecht macht, liegt allein an der Qualität der gewählten Alternativen. Sollte er ständig die falschen Alternativen wählen, bleibt er seinem Ziel so fern, wie die meisten Lotto-Spieler dem großen Jackpot. 😮

Stellen wir uns vor, ein Unternehmen sucht einen Webadministrator. Da der Personalchef sich nicht von den vielen Bewerbungen in einem Metier erschlagen lassen will, von dem er nichts versteht, wendet er sich nur an einen Personalberater.

Dieser leistet für die Besetzung der Telefonarbeitsplätze im Service-Center des Unternehmens gute Arbeit. Leider ist dieser auf die Call-Center-Branche spezialisiert und liefert demzufolge nur zwei Kandidaten, die entfernt die Aufgaben eines Webadministrators erfüllen können.

Was für ein Glück, dass der Filius des Personalchefs jemanden von der Uni kennt, der seit Jahren eine eigene größere Web-Präsenz managed. 😎

Da wird nicht lange gefackelt und der alternative Administrator eingestellt. Einige Monate später klopfen einige nette Damen und Herren in Uniform nicht an die Tür, sondern treten sie vielmehr ein. Denn der gute Webadministrator hat seinen illegalen Glücksspielserver (die große Präsenz) ins Firmennetzwerk integriert, um ihn nebenher warten zu können. Das war peinlich und teuer!

Hätte der Personalchef den falschen Fuffziger eingestellt, wenn professionelle Alternativen zur Verfügung gestanden hätten? Was denken Sie?

Gibt es DIE eine richtige Entscheidung?

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Auf dies Frage angesprochen, frage ich immer zuerst: „Für wen?“

Gute Entscheidungen sind immer durch die Beantwortung von drei Fragen gekennzeichnet:

  1. Wie erziele ich Entscheidungsklarheit?
  2. Wie schaffe ich mir attraktive Alternativen?
  3. Wie sichere ich mir die größtmögliche Unterstützung für die Umsetzung?

Wenn wir uns die erste Frage nach der Entscheidungsklarheit ansehen (was will ich wirklich?), dann wissen wir, jede Entscheidung hängt davon ab, was ich als Person erreichen will.

Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen davon und er hat vor allen Dingen seine eigenen Wertvorstellungen. Ein Soziopath, als ein Mensch ohne Gewissen, würde anders entscheiden, um seine Ziele zu erreichen, als ein z.B. Benediktinermönch. 🙂

Am besten drückt sich das in einem Wortwechsel zwischen Alexander dem Großen und seinem General Parmenion aus. Alexander hatte gerade die Hafenstadt Thyros eingenommen und damit alle Häfen des persischen Großreiches in seine Hand gebracht, sowie einen Großteil der Famile seines persischen Widersachers Darios III. Dieser wollte natürlich seine Familie wieder haben und ganz bestimmt nicht länger gegen Alexander und sein siegreiches Heer kämpfen. Darios III bot diesem daher Gold, alle Gebiete westlich des Euphrat und die Anerkennung als gleichgestellten Großkönig an.

Parmenion soll daraufhin gesagt haben: „Wäre ich Alexander, würde ich akzeptieren“. Alexander soll daraufhin geantwortet haben:“Das würde ich auch, wäre ich Parmenion.“

Das heißt, hätte Alexander dasselbe Wertesystem und die gleichen Ziele gehabt, wäre er mit dem Angebot wohl zufrieden gewesen. So aber ließ er dem persischen Großkönig antworten „Ich nehme mir das was ich will!“ Das ist auch der Grund, warum Alexander der Große und nicht Parmenion Geschichte schrieb. 🙂

Also wenn:

  • Zwei Personen
  • Unterschiedliche Ziele und Wertvorstellungen

Dann: Unterschiedliche Entscheidungen, die für den Entscheider richtig sind.

Allerdings gibt es auch für einen einzelnen Entscheider nicht Die eine richtige Entscheidung. Das lässt sich ganz gut hier nachlesen. 🙂