Entscheidungsdilemma 1.0

Rätsel FragezeichenManchmal stehen wir vor einer Entscheidung und es ist klar, was wir tun müssen. Aber uns fehlt der Mut, das Alte aufzugeben, um das Neue anzugehen.

 Ein Traum

Franz Maler* (Name geändert) ist mit seiner Arbeit als Marketingleiter in einem mittelständischen Unternehmen nicht zufrieden. Er ist Mitte vierzig und kann seine kreativen Ideen nicht so umsetzen, wie er das möchte.

Sein Traum war es schon immer, eine eigene Agentur aufzubauen. Den „Entschluss“ dazu hat er bereits vor fünf Jahren gefasst. Aber nach wie vor geht er jeden Morgen um 9:00 Uhr zur Arbeit und geht um 17:00 Uhr (!) wieder nach Hause. Dabei fühlt er sich unbeschreiblich leer.

Was hält ihn ab?

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Geklärt: Kopf- oder Bauchentscheidung?

© Robert Mizerek - FOTOLIA

Es gibt ein Thema, auf das ich immer wieder angesprochen werde.

Braucht man denn den ganzen Aufwand mit Entscheidungsmethodik überhaupt? Schließlich haben doch in letzter Zeit viele Wissenschaftler, wie z.B. Gerd Gigerenzer (mehr bei Armin Karge)die Lanze für die Intuition gebrochen. Gerade unter den Unternehmern sei doch eine Fraktion nahezu sagenhaft erfolgreicher Bauchentscheider zu finden, oder nicht? Weiterlesen

Nicht jedes Risiko ist es wert

„Mit Opportunitätskosten schläft es sich leichter als mit Verlusten“

Dr. Josef Ackermann auf dem BJU Unternehmertag am 28.02.2008 in Frankfurt. Als Fazit, warum die Deutsche Bank nicht mit in den Strudel der Wertberichtigungen in der vergangenen Finanzkrise gezogen wurde.

Matura für Entscheidungen

© momanuma - Fotolia.com
Letzte Woche habe ich auf der Didacta in Stuttgart meinen Vortrag „Salomon, Cäsar und die Fugger – auch große Entscheider fallen kleinen Fallen zum Opfer“ gehalten. In der anschließenden Fragesession fragte mich eine Zuschauerin, ob man Entscheidungen nicht einfach eine Zeit lang liegen lassen müsste, um sie reifen zu lassen.

Was denke ich darüber? 

Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Allerdings ist es schade, wenn dann der Zeitpunkt der Entscheidungen gekommen ist und sich bei den Alternativen nichts getan hat. Tatsächlich brauchen wir viele Entscheidungen nicht sofort zu treffen – auch wenn dies heute von vielen Managern gerne praktiziert wird. Allerdings heißt das nicht, dass wir untätig sind.

Entscheidungsklarheit

Ganz wichtig: Wir müssen herausfinden, was wir mit dieser Entscheidung für uns erreichen wollen. Wenn wir das exakt wissen, hilft uns schon einmal unser retikuläres Aktivierungssystem (RAS) und unser Bewußtseinsfilter läßt uns ab diesen Zeitpunkt Informationen wahrnehmen, die uns in der Sache weiterbringen.

Attraktive Alternativen

Wenn wir schon die Zeit haben, warum erarbeiten wir uns dann nicht gleich auch ein paar Alternativen, die unserem Bedarf entsprechen? Das unterscheidet Gestalter und Macher von dem rein reaktiven Normalo.

Unterstützung sichern

Last but not least: Sprechen Sie mit Ihrer Umgebung über die Ziele, die sie gemeinsam haben und sichern Sie sich die Unterstützung für ihre Umsetzung.

Reifen lassen oder Handeln?

Wenn Sie das erledigt haben, können Sie die Entscheidung gerne ein Weile liegen lassen, denn Sie sind optimal vorbereitet. Allerdings kenne ich niemanden, der dann noch warten wollte 😛

Entscheidungen sind gut, aber nicht für alle

© Clemens Haselböck - Fotolia.comIch weiß nicht, wie es Ihnen gegangen ist, als Sie vom zumwinkelschen Steuerskandal gelesen haben. Ich persönlich habe die Nachricht selbst mit großem Gleichmut genommen. Ich habe nichts übrig für Steuerhinterziehung, aber es interessiert mich auch nicht, was ein Herr Zumwinkel macht. Schließlich wird er bestraft werden, sollte er schuldig sein.

Tacheles 

Was mich allerdings schon stört, ist die Art, wie die Nachricht überbracht wurde. Da fielen Sätze wie, „wir haben die Bank gehackt“ oder Hubertus Heil sprach von „Asozialen“ und schien damit sämtliche Manager und Unternehmer zu meinen.

Als Bürger frage ich mich, ob das nicht mir mehr Fingerspitzengefühl und mehr Vertraulichkeit von Seiten der Behörden und der Politik behandelt werden kann. Das Kalkül dahinter ist mir natürlich auch klar: Alle anderen Steuerhinterzieher sollen so zur Selbstanzeige getrieben werden.

Ein ungutes Gefühl bleibt, denn es gibt unserer Öffentlichkeit ein Proll-Image, das wir nicht verdient haben.

So weit meine persönliche Meinung.

Die Wahrheit über gute Entscheidungen 

Aber hier geh’s ans Eingemachte. Denn wenn mich jemand fragt, ob es eine gute Entscheidung war, so zu handeln lautet meine Antwort: „Es kommt darauf an, welches Ziel damit verfolgt wurde und welche gewünschten Ergebnisse sich die Entscheider in den Behörden und in der Politik davon erhoffen.“

Entscheiden ist individuell. Wenn mir die Entscheidungen anderer Menschen nicht passen,  heißt das nicht, dass deren Entscheidungen schlecht waren. Es heißt nur, dass ich andere Ziele verfolge. 🙂

Die richtige Entscheidung?

© Florea Marius Catalin - FOTOLIA„Ich weiß jetzt, dass meine Entscheidung von damals ein Fehler war“, so Manfred Kalt* (Name geändert), ein 27-jähriger Unternehmer. Er hatte in seinen Entscheidungskriterien nicht berücksichtigt, was eine Krise in Amerika für seine Geschäft bedeuten würde. Da seine Gesellschaft mit einer sehr kurzen Kapitaldecke operiert, muss er jetzt Geld nachschießen. Weiterlesen

Kleine Entscheidungshilfe

„Ich kann mich nie entscheiden! Ganz egal, ob es um die Bestellung im Restaurant geht oder um eine Entscheidung im Job. Ich brauche immer die Hilfe von anderen und meistens bin ich danach unzufrieden.“

Ich: „Wie sieht es aus, wenn Sie auf der Speisekarte Ihr absolutes Lieblingsgericht entdecken?“

Kunde: „Klar, dann entscheide ich mich dafür. Die Entscheidung ist dann auch sehr einfach.“

Ich: „…weil Sie wissen, was Sie in diesem Fall genau wollen und sich motiviert fühlen?“

Kunde: „Ja, genau.“

😎

Gesträubte Haare

Fotolia_4396178_S Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihrem 16 Jahre alten, total durchgerosteten Daihatsu Cuore zu einem Autohändler mit Vertragswerkstatt und fragen ihn, was Sie wohl an dem Auto direkt tun können, damit es sich besser anfühlt. Der Rat des Händlers wird wohl lauten, neue Scheibenwischer aufzubringen, denn Durchblick hat noch niemandem geschadet. 🙂

„Was kann ich direkt tun, um bessere Entscheidungen zu treffen?“ Das ist eine Frage, die mir in letzter Zeit sehr oft gestellt wird.

Die Frage zeigt, dass der Fragesteller zu zu den wenigen Menschen gehört, die bewusst an ihrem Entscheidungsverhalten arbeiten, weil sie dessen Bedeutung für sich erkannt haben. Daher verdient sie auch eine respektvolle Antwort.

Anders als bei einem Kleinwagen, der den nächsten TÜV nicht übersteht, haben wir die Chance, durch Erfahrung klug zu werden. Mit anderen Worten, die Voraussetzungen meiner Gesprächspartner sind oft sehr unterschiedlich.

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Im Tal den Schwung der Entscheidung nutzen

© Protosom - Fotolia

„Ich bin erfolgreich, ich habe in meiner Karriere alles erreicht, was man in meinem Alter erreichen kann!“ Teilte mir ein junger Manager vor zwei Jahren mit. Trotz dieser Aussage war er zutiefst unzufrieden, weil er „sein eigenes Ding“ machen wollte. Das kann ich gut verstehen, denn das war ja auch Teil meiner Motivation, Entscheidercoach zu werden.

Wer einen Gipfel erreicht hat, wird von dort aus nicht direkt weiter nach oben gehen können. Unser Jungmanager sah das jedenfalls so. Er machte sich daher selbständig. Eine Entscheidung, die mir immer wieder meinen tiefsten Respekt verdient. Denn das ist sicher nicht der leichteste aller Wege.

Aber zurück zum (kleinen) Gipfel. Wer von dort aus startet, um einen anderen Berg zu besteigen, sollte eigentlich wissen, dass er dafür ein Tal durchqueren muss. Die Radfahrer bei der Tour de France – ob Sie nun pharmazeutisch unterstützt sind oder nicht – wissen, dass Sie den Schwung vom Abwärtsfahren nutzen können, um entweder schnell das Tal zu durchqueren oder sogar die ersten Meter des neuen Anstiegs zu bezwingen.

Bei uns erfolgsgeilenorientierten Unternehmern und Selbständigen passiert aber häufig das genaue Gegenteil.

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Vermögens-Aufbau

Winter2007-2008 032 „Verdammt! Das habe ich so nicht erwartet!“ So ein Urlauber, der in seinem Alpen-Resort feststellt, dass erstens die Unterkunft unter aller Kanone ist und zweitens beinahe alles was Spaß macht, auch noch extra kostet und überbucht ist.

Was hat er falsch gemacht?

Vielleicht nichts. Denn oft liegt es an dem eigenen Urteilsvermögen. Angenommen unser Urlauber war noch nie in den Alpen. Ein Arbeitskollege schwärmt ihm, von den tollen Unterkünften dort vor, den hohen Standards und den günstigen Pauschalangeboten. Am Tag darauf flattert ihm ein Angebot für eine Woche Österreich inklusive Anreise im Vier-Sterne-Bus und Drei-Sterne-Unterkunft und Vollpension für 250 Euro pro Person ins Haus.

Da kann man doch gar nichts falsch machen, denkt sich der urlaubsreife Entscheider und bucht für sich und die zweitbeste Ehefrau von allen (die beste hat definitiv sein Kollege) eine Woche „Luxus in den Alpen“.

Wie kann ich es besser machen?

Alles ist teuer und alles ist schlecht. Keine Spur von Luxus sondern der Schweißgeruch einiger Generationen von Wintersportlern macht den Aufenthalt zum aromatischen Alptraum. Seine Ehefrau sitzt weinend mit einer Flasche Chianti auf der Etagentoilette und hat sich definitiv in der Rangliste nach unten bewegt. Weiterlesen