Ein Märchen: Entscheidungen zurücknehmen

Und sie ist wieder da, die Zeit der Neujahrsempfänge. Ich unterhalte mich, das obligatorische Glas Sekt in der Hand, in einem Grüppchen, plötzlich reißt ein entschlossenes Schulter-Tippen mich aus meiner entspannten Ruhe des Zuhörers. „Herr Lietz, darf ich Ihnen Herrn von Sowieso vorstellen“, strahlt mich eine Kundin an. Ja, warum nicht,  ich bin ja auch hier, um neue interessante Menschen kennen zu lernen, denke ich mir. Weiterlesen

Alltagsentscheidungen

Schon Aristoteles wusste, dass einer Handlung immer eine Entscheidung vorausgeht. Das ist uns nicht fremd. Wenn wir diesen Text hier am Bildschirm lesen, haben wir zuvor die Entscheidung dazu getroffen. Gehirnforscher gehen davon aus, dass wir über den Tag 20.000 solcher Entscheidungen treffen. Die meisten davon ganz unbewusst.

Nichts Neues

Angesichts dieser großen Praxiserfahrung müssten wir doch eigentlich immer genau wissen, was wir wollen. Aber jeder von uns kennt mindestens eine Person auf die das nicht zutrifft. Und einige werden sich dabei sogar selbst wieder erkennen. 😮 Weiterlesen

Versenkt! Aber kein Treffer!

In „Wir retten keinen Musterknaben“ habe ich darüber geschrieben, dass eine kaum fassbare Summe an Geld ausgegeben wird, eine Wirtschaft zu retten, die unsere Welt mittelfristig in den Klimakollaps treibt.

Den einen oder anderen mag das empören. Doch sind wir als Privatentscheider wirklich besser? Wieviel Menschen rennen einem Menschen nach, der ihre Liebe gar nicht wert ist? Wie viele Führungskräfte halten an einem Job fest, der sie krank macht? Wie viele Unternehmer geben ihr letztes Hemd, um ein Unternehmen zu retten, das noch nicht mal eine mittelfristige Überlebenschance hat?

Wir halten gerne an dem Bekannten fest, egal wie schlecht es ist. Dabei können wir die Energie, die in solchen Situationen steckt nutzen, um endlich reinen Tisch zu machen.

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Die Entscheidungsversicherung

Kunde: „Ich möchte mich bei ihnen bedanken. Ihr Konzept hat uns in jeder Hinsicht die Augen geöffnet! Der Auftrag geht trotzdem an die Müller GmbH und nicht an Sie!“

Entscheider: „Wir hatten fest mit dem Auftrag gerechnet…“

Kunde: „Das kann ich gut verstehen, aber die Sache ist gelaufen. Der Müller ist gut mit der Tochter unseres wichtigsten Kunden bekannt, mit den darf ich es mir nicht verscherzen.“

Entscheider: 😈

Nach einer solchen Situation wird jeder emotional angeschlagen sein.

Trotzdem müssen wir auch unmittelbar danach verantwortungsvolle Entscheidungen treffen.

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Verschwender – Das Meetingmonster

In einer Rezession sind Menschen, die genau wissen was sie wollen eine wahre Wohltat. Denn sie verschwenden weder ihre eigene Zeit noch die der anderen.

Setzen sie ein Meeting an, gibt es eine klare Agenda und jeder Teilnehmer weiß, warum er dabei ist. Im Meeting achten sie auf eine kompromisslose Durchsetzung von Disziplin, die sich möglicherweise am Rande der Unhöflichkeit bewegt. Allerdings sind Wichtigschwätzer und Dampfplauderer anders kaum zu stoppen. 😮

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Das Privileg der erfolgreichen Hamster

„Ich habe keine Zeit. Wer kann sich das schon leisten, seine Entscheidungen intensiv vorzubereiten?“

Es ist das Status-Symbol der erfolgreichen Hamster: Die Abwesenheit von Zeit. Die Leute mit den unwichtigsten Tätigkeiten haben schon keine Zeit, das gleiche gilt für ihre Chefs und die Chefs ihrer Chefs.

Arnold ist ein solcher erfolgreicher Hamster und auch er hat keine Zeit.

Warum hat er  keine Zeit?

Weil er mit der Umsetzung zahlreicher Entscheidungen beschäftigt ist.

Was ist, wenn er eine Entscheidung trifft und dann während der Umsetzung merkt, dass sein Problem nicht gelöst ist? Richtig! Er muss eine neue Entscheidung treffen und wieder in die Umsetzung gehen.

Hamster Arnold ist nicht auf den Kopf gefallen und diesmal könnte sein Problem auch gelöst sein, wären da nicht zahlreiche andere Hamster, die ihm das Leben schwer machen und seine Lösung ablehnen… Wieder verliert er Zeit und muss am Ende einsehen, dass er eine andere Lösung braucht, die nicht so hart bekämpft wird.

Da müssen wir doch zugeben, Arnold hat tatsächlich keine Zeit, gute Entscheidungen zu treffen…

Ich habe durch meine Arbeit immer wieder das Vergnügen, Menschen kennen zu lernen, die außerordentlich erfolgreich sind. Was mich immer wieder fasziniert: Diese Menschen haben oft Zeit ohne Ende. Es ist nicht so, dass sie nichts Besseres zu tun hätten, aber wenn ihnen etwas wichtig ist, dann nehmen sie sich die Zeit.

Halten Sie ihr Rad auch schön in Schwung?

Wann ist der „heiße Abbruch“ eine gute Idee?

Die Welt auf dem Tablett

Immer wieder sitzen Entscheider vor ihren Alternativen, wie das Kaninchen vor der Schlange. Einige sagen sich, „eine Alternative ist immer besser als gar keine Entscheidung treffen.“ Sie lassen ihre inneren Widerstände links liegen und entscheiden einfach.

Ist die Entscheidung dann gut oder ist sie schlecht? Das kann Ihnen weder ich, noch einer der Entscheider sagen. Denn das ist das Grundproblem. Wir wissen nicht, was das sichere Ergebnis ist und selbst wenn wir es wüßten, fehlt uns die Perspektive, es für uns einzuordnen.

Eine einfache Frage, oder?

„Das ist doch einfach!“ Weiterlesen

Rückschläge tun (vielleicht) nicht weh

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Wie gehen gestaltende Entscheider mit Rückschlägen um?

Ein überaus interessanter Auftrag löst sich von einem Moment auf den anderen in Rauch auf! Wem ist das noch nicht passiert? Allerdings gehen die Menschen sehr unterschiedlich mit dem Ereignis um.

Die Zeichenseher

„Das ist ein Zeichen! Ich sollte mich auf andere Bereiche meines Geschäfts konzentrieren,“ sagen die einen. „Überhaupt die Möglichkeit gehabt zu haben, ist eine Zeichen, ich sollte damit weitermachen,“ sagen die anderen. Sie sehen an diesen unterschiedlichen Sichtweisen bereits das Grundproblem.

Ob es ein Zeichen ist und wie Sie es interpretieren, bleibt Ihnen selbst überlassen. Dabei will ich noch nicht einmal die Frage beantworten, woher dieses Zeichen stammt. Man muss dazu nicht unbedingt ins Metaphysische gehen. Wir brauchen eine Rückmeldung vom Markt, um daraus Rückschlüsse für unser Handeln zu ziehen. Wenn Sie diese Rückmeldungen „ein Zeichen“ nennen, dann muss das kein Fehler sein. Ihre Interpretation dagegen bestimmt, ob Sie langfristig erfolgreich sind oder nicht. Weiterlesen

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

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Seit Tagen sehen wir jeden Tag in den Nachrichten die Bilder aus Tibet. Wir schütteln den Kopf und wundern uns, wie der einfache chinesische Bürger das alles zulassen kann. Gut, China ist keine Demokratie und der einfache Bürger dürfte in der Sache etwa so viel zu sagen haben, wie vor ein paar Jahren in Peking auf dem Platz des Himmlischen Friedens. 🙁

Gestern hat das ZDF Bilder von einem typischen chinesischen Haushalt gezeigt. Im chinesischen staatlichen Fernsehen werden die Tibeter natürlich als Unruhestifter dargestellt, die mit absoluter Brutalität vorgehen. Der Witz dabei: Die Bilder, die gezeigt werden, entsprechen der Realität. Dem Zuschauer wird nur das brutale Vorgehen der Staatsmacht unterschlagen. Das nennt sich Propagana und es wirkt. Die Familie steht voll zu dem, wie China derzeit in Tibet durchgreift. Weiterlesen

Johanna von Darmstadt

Eigentlich wollte ich diese Woche nicht mehr über das politische Schauspiel hier in Hessen schreiben. Aber die Realität holt uns meist schneller ein als gedacht. Denn die Entscheidung von Dagmar Metzger ist durchaus einer Analyse wert. Die hessische Landtagsabgeordnete aus Darmstadt wird Andrea Y. aus Gewissensgründen bei einer Ministerpräsidentenwahl am 5.4.2008 die Stimme versagen.

Der Spiegel hat die Person Metzger näher beleuchtet und kommt zu dem Ergebnis, dass es vor allen Dingen ihre Beharrlichkeit ist, die sie auszeichnet.

Für den Entscheidercoach ist das natürlich ein bisschen wenig. Gehen wir daher eine Ebene tiefer. Mit ihrer Entscheidung hat sie ganz sicher nicht nur zahlreichen Genossen in Hessen vor den Kopf geschlagen, sondern auch dem Bundesvorsitzenden der Partei gegen die Bettpfanne getreten. 😯 Beschönigend könnte man meinen, dass Sie sich damit wohl keine Freunde gemacht hat.

Die Art und Weise, wie Sie damit heute in der Öffentlichkeit umgegangen ist, begründete Sie damit, nicht einen weiteren „Fall Heide Simonis“ schaffen zu wollen. Ihrer sei „eindeutig der schwerere Weg“. 

Ohne Zweifel gibt es in der SPD-Fraktion noch weitere Abgeordnete, die sich mit Ypsilantis Entscheidung unwohl gefühlt haben, allen voran Jürgen Walter. Der nun durfte nicht zum Königsmörder werden, weil er selbst Aspirant auf den Thron war und vielleicht auch wieder ist. 😎

Da trifft es sich gut, dass eine so integere Persönlichkeit, wie Dagmar Metzger auch einmal den schwierigen Weg gehen kann, oder? 😮

Hat Sie sich damit in der SPD isoliert oder für größere Aufgaben empfohlen? Bei den Wählern wird Frau Metzger vermutlich nicht wegen des Inhalts Ihrer Entscheidung, aber wegen ihrer Unabhängigkeit hochgejubelt werden.  Hessen hat ab jetzt seine eigene „Johanna von Darmstadt“.

Sollte es zu Neuwahlen kommen, wird Sie wohl die einzige Abgeordnete sein, die nicht vom Wähler bestraft wird. Manchmal ist es eben von Vorteil, Entscheidungen nach den eigenen Werten treffen zu können.