Wie sag ich es dem potentiellen Kunden?

ZuhörenNicht nur wir treffen Entschei­dungen. Andere Menschen ma­chen das auch. Als professio­neller Dienstleister wollen wir natürlich, dass potentielle Kun­den sich für uns entscheiden.

Vielleicht haben Sie meinen Arti­kel »Alles will niemand kaufen« gelesen und sind selbst ein hochspezialisierter Anbieter. Dann müssen Sie die Welt wissen lassen, was sie von Ih­nen erwarten kann.

Spezialisten haben oft ein Problem. Sie sind so sehr in ihrem Thema, dass sie jede Ungenauigkeit vermeiden. Da prüft der Wirtschafts­prüfer nicht einfach die Bücher, sondern “überprüft sämtliche Ge­schäftsvorgänge auf ihre fiskalische und handelsrechtliche Kompatibili­tät, nicht  nur nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften sondern auch nach US-GAAP”.

Das langweilt nicht nur den Laien. Denn in der Zeit, in der diese druckreife Definition abgeliefert wird, sind gute Verkäufer schon mitten im Gespräch.

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»Ich habe einen Traum …«

image Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. Daher ist es sinnvoll, eine klare Vorstellung da­von zu haben, wo wir eines Tages herauskommen wollen.

Hin und wieder treffen wir Men­schen, denen das augenscheinlich gelungen ist. Zum Beispiel möchte ein junger Mann eines Tages der Oberbürgermeister seiner Stadt sein.

Politik ist sein Leben

Warum möchte er das werden? Solange er zurückdenken kann, sieht er die Dinge in einem politischen Kontext. Politik ist sein Le­ben. Gleichzeitig hat es ihm die Kommunalpolitik angetan, weil man die Ergebnisse des eigenen Handelns relativ schnell sehen kann.

Der Haken

So weit so gut. Allerdings hat seine Vision einen Haken. Was für einen Haken gibt es da? Der gleiche Haken, der ihn gerade sehr frustriert. In den Gremien seiner Partei wurden ihm gerade andere junge Kolle­gen vorgezogen.

Nicht in der eigenen Hand

Er hat es nicht selbst in der Hand, ob er jemals Oberbürgermeister wird. Denn erst muss er die aktiven Mitglieder seiner eigenen Partei von sich überzeugen und später in den Wahlen die Bürger. Solange er nicht der Spitzenkandidat seiner Partei ist, hat er auch wenig Einfluss darauf, mit welchen Themen er bei den Bürgern punkten könnte, um zum Beispiel in den Stadtrat gewählt zu werden.

Diese Vision wird ihn also eher langfristig frustrieren als ihm gute Entscheidungsgrundlagen zu liefern.

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Verdient vs. Verramscht

image Ich lese gerade die Auto­biographie des Honda-Gründers Soichiro Honda. Ein Satz darin regt zum Nachden­ken an.

Als Honda nicht genug Geld hatte, sein Mofa auf den Markt zu bringen, verpflichtete das Unternehmen seine Händler in Vorkasse zu gehen.

Da Fahrradhändler schon da­mals keine Bank waren, muss­ten deren Kunden ebenfalls erst das Geld auf den Tisch legen und lange warten, bis sie ihr Gefährt abholen konnten.

Eine interessante Strategie. Denn heutzutage würde man stattdessen alles tun, um keine Hürden für den Kauf zu errichten. Vermutlich dach­ten sich das damals auch andere Marktteilnehmer.

Die Honda Philosophie

Aber Herr Honda meinte dazu »einen Honda muss man sich ver­die­nen«. Auch in späteren Jahren gab es niemals Gameshows oder Gewinnspiele, in denen jemand einen Honda gewinnen konnte. Das hät­te das Wertversprechen des Unternehmens unterminiert.

Mich macht das nachdenklich. Denn im Zeitalter unseres Überflusses ist die­se Einstellung selten geworden.

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Aufgeben und Gewinnen

image Aufgeben ist nicht populär. »A winner never quits and a quitter never wins« – (Ein Gewinner gibt niemals auf und ein Aufgeber gewinnt niemals) sagen unsere angelsächsischen Kollegen.

Diese Einstellung ist solange gesund, wie wir unsere eigenen Ziele verfolgen und diese zumindest theoretisch er­reichbar sind.

Nun gibt es Zeitgenossen, die sich an Zielen abarbeiten, hinter denen sie gar nicht stehen. »Ich habe es angefangen und ich werde es zu ­ende bringen«, so Helmut Dörfer*, der techni­sche Leiter eines mittel­ständischen Unternehmens.

*Name von der Redaktion geändert

Der Preis ist heiß

Hinter dieser einfachen Aussage steht ein klares Ziel. Im nächsten Jahr wird der Eigentümer sich aus der Geschäftsführung zurückziehen. Entweder der technische Leiter oder der bisherige kaufmännische Leiter soll dann die Geschäftsführung übernehmen.

Eigentlich will Dörfer gar nicht an die Spitze. Als er aber vor fünf Jah­ren den Posten übernahm, war das eine Zukunfts-Option, die der Fir­menpatriarch ihm aufzeigte. Damals schien es richtig für ihn zu sein.

Ein heißer Krieg

Sein Konkurrent um den Posten ist sehr ehrgeizig und so fing vor zwei Jahren der tägliche Kleinkrieg an, in dem sich Dörfer ständig verteidi­gen muss. Als passionierter Schachspieler denkt er voraus und bleibt seinem Gegner nichts schuldig.

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Entscheidungen im Sturm

image In den letzten Tagen sorgt eine Entscheidung für Schlagzeilen. Ver­tei­di­gungs­minister zu Gut­ten­berg steht in der Kri­tik, wie er die An­ge­le­gen­heit im Fall Gorch Fock löst.

Wer Entscheidungen trifft, wird im­mer in der Kritik ste­hen. Das liegt in der Natur der Sache.

Schiff versinkt im Nachrichten­sumpf

An Bord unseres Parade-Schiffes »Gorch Fock« kommt es zu einem tödlichen Unfall – nicht zum ersten Mal. Der Bordalltag soll daraufhin fortgesetzt werden, aber die anwesenden Offiziersanwärter und –anwärterinnen verweigern den Befehl. »Meuterei« schreibt die Presse, als die Sache an die Öffentlichkeit kommt.

Weitere Enhüllungen folgen.

An Bord der Gorch Fock soll es zugegangen sein, wie in einem schlechten Film. Sexuelle Nötigung, Saufgelage, Gewaltandrohungen, heißt es, seien vorgekommen.

Verteidigungsminister zu Guttenberg wartet erst noch ab, will alle Fakten kennen und niemanden vorverurteilen, wie er den parlamen­tarischen Gremien erklärt.

Die Entscheidung

Doch ein angekündigter Bericht in der Bildzeitung mit weiteren unap­petitlichen Details bringt am Freitag angeblich das Fass zum Über­laufen. Er suspendiert den kommandierenden Offizier Norbert Schatz vorläufig vom Dienst, bis alle Vorwürfe geklärt sind.

Die genauen Hintergründe zu Guttenbergs Entscheidung kennen wir nicht. Wir wissen nur, dass sie gefallen ist.

Kritik

Manche sehen in dem suspendierten Offizier ein Bauernopfer, mit dem der Verteidigungsminister sich selbst aus der Schusslinie bringen möchte. Das mag stimmen.

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Frustration

image »Das ist jetzt das dritte Mal, dass ich den gleichen Fehler mache. Das ist wirklich frustrierend!«

Wem geht es nicht so hin und wieder so? Wir wollen unsere Ziele erreichen, aber ein alter Feind stellt sich uns immer wieder in den Weg. Wir kennen ihn nur zu gut und Freude mag bei diesem Wieder­sehen nicht aufkommen. Hallo Frust!

»Ich habe doch schon alles versucht!« Damit ist eigentlich alles gesagt. Offensichtlich gehen uns die Ideen aus, wie wir unser ungeliebtes Hindernis ein für alle Mal hinter uns lassen könnten.

Selber schuld

Ausnahmslos sind wir selbst die Quelle der Frustration.

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»Alles« will niemand kaufen

image »Herr Lietz, ich habe 30 Jahre Erfahrung! Die werde ich nicht verleugnen, indem ich mich auf nur ein Thema spezialisiere!«

Ein ehemaliger Manager will noch einmal durchstarten. Das ist nicht ungewöhnlich. Ein Kollege hat ihn an mich weiter empfohlen, damit er sich um Gottes willen entscheiden möge, was er denn genau machen möchte.

Angst vor Fehlern

Doch diese Entscheidung wird von Angst überschattet. Denn der Fast-Rentner hat eine Heidenangst vor Fehlern. Diese könne er sich nicht mehr leisten.

Wer sich keine Fehler erlauben möchte, ist zur Untätigkeit verdammt. So sitzt unser angehender Berater schon gut ein Jahr herum, bevor wir miteinander sprechen.

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Spielt es eine Rolle?

image »Was meinen Sie damit, ich spiele unterschiedliche Rollen? Ich bin doch schließlich ich!«

Das stimmt. Aber unser Leben besteht aus so vielen verschiedenen Aufgaben und Anforderungen, dass wir oftmals den Überblick verlieren.

Eine Rolle ist also ein relativ willkürlich gewählter Oberbegriff, mit dem wir Klarheit und Ordnung in unser Leben bringen können.

Rolle

Typische Rollen sind zum Beispiel Ehemann/-frau, Unternehmer, Sohn/­Tochter und andere. Solange wir unsere Rollen allerdings so harmlos benennen, erfahren wir erst einmal nicht viel über uns selbst.

Charakter

Daher gibt es eine zweite Runde, in der wir charakterisieren, wie wir unsere Rollen ausfüllen. Nicht selten sehen wir uns dabei eher nega­tiv. So wird die Tochter zur »Dienstmagd« und der Unternehmer zum »Hampelmann«, der Einkäufer zum »Superman auf Kryptonit« und die »Führungskraft« zum »Papi«. 😮

Den anderen Fall gibt es allerdings auch. Ein mittelständischer Unter­nehmer sieht sich als »General«, ein anderer als »Erstligatrainer«, ein Sohn als »bester Freund« und ein Ehemann als »Lernender auf dem Weg zur idealen Partnerschaft«. 🙂

Rollenzwang und Erfolgsrollen

Wir mögen also manche Rollen und andere gefallen uns nicht so gut.

»Ja und? Das Leben ist schließlich kein Ponyhof!« So könnten wir denken.

Doch wenn wir schon einmal Ordnung und Klarheit in unsere Situation gebracht haben, könnten wir damit bestimmt Besseres anfangen.

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Hopp und Top!

Schuss ins Tor Die Bundesliga ist ein wahres Eldorado der Feldforschung für Entscheidungen. Zum Beispiel die unterschiedlichen Strategien der beiden Reviernachbarn Schalke 04 und Borussia Dort­mund.

Auf der einen Seite Investitionen  in teure Spie­ler auf Pump und ein allseits beherrschter Trai­ner auf der anderen Seite eine der billigsten Mannschaften der Bundesliga mit einem hoch emotionalen Trainer und dem Fußballerklärer der Nation.

Das zweite Modell scheint derzeit Oberwasser zu haben. Aber das ist heute nicht mein Thema. Denn zum Jahreswechsel gab es ein ganz anderes Spektakel in Hoffenheim zu bestaunen.

Ein Unternehmen in der Bundesliga

Das Besondere hier: Ein Unternehmer wendet seine Entscheidungs­prinzipien auf einen Bundesligaverein an. Wo anderswo das Perso­nal die wichtigste Rolle zu spielen scheint, führt uns der Unternehmer vor, dass es die langfristige Strategie ist, der sich alle Entscheidun­gen unterordnen zu haben.

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Von einem Moment auf den anderen

image Als Entscheider wollen wir un­sere Entscheidungen gerne in einem emotional ausgegliche­nen Zustand treffen. Allerdings kommt uns hin und wieder das Leben dazwischen.

Ein Kunde kürzt unsere Rech­nung, ein Fehler der Vergan­genheit holt uns ein oder wir realisieren, dass ein guter Freund gar nicht so gut ist.

Warten wir dann auf bessere Zeiten, um unsere richtungsweisenden Entscheidungen zu treffen, könnten wir unter Umständen ziemlich lange warten müssen.

Ein- oder Zweispurig

Denken wir einen Moment darüber nach, dann können wir innerhalb von Sekunden von einer guten Laune in eine schlechte rutschen oder wie wir Coachs sagen von einem »ressourcenvollen« in einen »ressourcenarmen« Zustand gleiten.

Wenn es in die eine Richtung so gut geht, warum sollte es in die andere Richtung länger dauern?

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